Kolumbien


Slow travel Kolumbien

 

Kolumbiens Zona Cafetera - ein echter Klassiker (Teil 2)

Die höchsten Palmen der Welt, gemütliches Kleinstadtflair und schwirrende Kolibris...

20.03.2020, von Jörg Schwarz

 

Von den Kaffeeplantagen Armenias  und mit der Erkenntnis ausgestattet, dass die besten Bohnen der Welt noch keinen guten Kaffee machen, wenn sie nicht angemessen geröstet und veredelt sind, brechen wir in die kleinen - teils unbekannten - kolonialen Städtchen der Zona Cafetera  auf. Ganz in der Nähe gelegen, steht zunächst das noch sehr verträumte Filandia  auf unserer Liste. In leicht und sanft hügeliger, beinahe toskanisch anmutender Landschaft - freilich mit Bambus, Kaffee und reichlich grünem Weideland versehen, könnte das Ambiente kaum schöner sein. Den besten Blick auf dieses grün geschwungene Szenario haben wir vom stadtnah gelegenen Aussichtsturm, der weite 360 Grad Blicke in das famose - auch reichlich bewaldete - Umland zulässt, aber auch immer wieder von den Rändern der Kleinstadt.

 

Filandia - die Unentdeckte!

Wer nach Filandia  kommt, den interessieren aber weit mehr die hiesigen Kleinbauern und ihre Kaffeefarmen oder eben der traumhaft schöne kleine Stadtkern selbst: Filandia  ist ganz sicher eines der schönsten Kolonialstädtchen des Landes und vom internationalen Tourismus noch wenig berührt... Wir schlendern ein paar Tage durch das bunte und farbige Ensemble kolonialer Architektur, testen uns weiter durch Cafés und die wenigen Restaurants - selbige schließen meist unter der Woche - und schmökern durch zahlreiche Korbwarenläden, die das hiesige Kunsthandwerk zur Schau stellen... Oft aber sitzen wir auch einfach nur auf unserem schönen Balkon, hängen in der Hängematte ab und lesen mal wieder ein Buch. Filandia  ist einer dieser verschlafenen Plätze der Welt, wo man zwar einerseits an jeder Ecke und bei jedem Gang etwas Neues und Fremdes entdecken kann, wo man aber andererseits auch nicht das Gefühl haben muss, dass man irgendetwas Spektakuläres verpasst, wenn man mal den Tag Tag sein lässt. Was für eine hübsches und verträumt wirkendes Fleckchen, in das man erst so richtig hinein gesogen wird, wenn man sich auf seine Geschwindigkeit einlässt - und die ist mäßig! Man muss sich also Zeit nehmen!

 

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Das wundervolle Schmuckkästchen Filandia - bunt, alt und langsam, aber eben wunderschön... Filandia, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Unser freundlicher Balkon im kolonialen Hostel, Filandia, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Natürlich fahren auch in Filandia zahlreiche Willy-Jeeps, Filandia, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Chillen im pittoresken Kolonialstädtchen Salento

Wir verbringen ein paar geruhsame Tage in Filandia  und machen uns anschließend voll Vorfreude auf zu einem der wohl angesagtesten hot spots  der Gegend: Nach Salento. Schon bei der Einfahrt mit einem klapprigen alten Bus in das Zentrum der Stadt - größere und modernere Busse würden in die steilen und engen Straßen wohl auch gar nicht hineinpassen - erkennt man den unverkennbaren Unterschied zwischen diesen beiden Städten: Salento  mag nur unwesentlich größer sein als Filandia, aber es ist bereits entdeckt! Zahlreiche Touristen verteilen sich in den langgezogenen - nicht weniger attraktiven - Straßen der Stadt, die von zahlreichen Restaurants und Cafés, Kneipen und Boutiquen flankiert sind. Es ist tatsächlich sofort klar: Salento  ist gerade der place to be!  

 

Und das kommt freilich nicht von ungefähr: Wir sehen eine traumhaft gelegene Stadt mit einem bunten und gut restaurierten kolonialen Stadtkern, fantastischen Unterkünften zu guten Preisen und allen Annehmlichkeiten des touristischen Massengeschmacks mit exotischer Note... Und das spricht nun wirklich nicht gegen dieses Schmuckkästchen, in dem sich noch immer Vieles entdecken lässt... Hier treffen sie sich alle: Der gemeine Pauschaltourist  und der Abenteurer, der Wanderer und der Kulturfreak. Salento  bietet ein fabelhaftes Ambiente zum Verweilen, wirkt trotz guter Besucherzahlen nicht gänzlich überlaufen und verfügt über ein landschaftliches Umland der Extraklasse, wie das Valle de Cocora!  Doch bevor uns diesem Naturereignis widmen, genießen wir erstmal die bunten Details der Stadt: Ihre farbigen alten Türen und Fenster, die Cowboys und Cowgirls, die die Gäste auf Pferden durch die Landschaft führen oder die herausragenden Luladas - ein Shake aus der kolumbianischsten aller kolumbianischen Früchte, der Lulo - die es hier nach zahllosen Tagen der leidvollen Abwesenheit endlich mal wieder angeboten gibt... Lulo-sauer, fruchtig-süß und kolumbianisch-exotisch zugleich - als würde man Kolumbiens  Seele mit dem Strohhalm einsaugen...

 

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Ein Blick auf den Stadtkern Salentos von oben, Salento, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Keine Farbkombination in der kolonialen Stadt, die es nicht gäbe... Salento, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Immer wieder hat man aus der Stadt heraus auch wundervolle Einblicke in das landschaftlich reizvolle Umland, Salento, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Top-Adresse für Naturfreaks - das Valle de Cocora

Doch irgendwann machen wir uns auf, zu einem spektakulären Trip in das Valle de Cocora, welches in unmittelbarer Nähe liegt - natürlich im Willy-Jeep, auf dessen Heck-Trittbrett ich im wahrsten Sinne des Wortes im Stehen mitfahre... Trittbrettfahren ist hier guter Stil und für Menschen meiner Größe weit bequemer als im engen Jeepinneren... Es ist sehr früh am Morgen, die Luft, die mir nun um die Ohren weht ist noch angenehm kühl... Der Tag dürfte heiß werden und wir wollen den ganzen Tag Wandern. Also gilt es die frühen Morgenstunden mitzunehmen, auch weil das Licht dieser Tageszeit in das grüne Tal einen unvergesslichen Glanz zaubert. Haben wir jemals irgendwo solch ein betörend frisches Grün gesehen? Wir springen am frequentierten Einstiegspunkt vom Willy, schultern unseren Tagesrucksack und machen uns zunächst gegen den Uhrzeigersinn in ein flaches Stück Weideland auf, das auf den ersten Blick auch in Bayern liegen könnte. 

 

Vorbei an weidenden oder noch ruhenden Kühen - im Hintergrund winkt ein Milchmann uns von seinem Karren mitsamt den täglich aus- und einzusammelnden Milchkannen freundlich zu - geht es auf matschig-feuchtem Boden in Richtung Waldareal, in dem es dann erstmal steil den Berg hinauf geht. Schon von hier aus sehen wir überall - am meisten jedoch auf der anderen Seite des Tals - die großen schlanken Palmen auf hellgrünem Grund oder vor blauem Himmel, durch die wir später wieder zum Ausgangspunkt hinabsteigen werden... Wachspalmen! Das Valle de Cocora  ist vor allem für diese höchste Palmenart der Welt berühmt - sie sind aber bei weitem nicht das einzige Highlight hier... 

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Betörende Grüntöne empfangen uns zunächst am Fuße der Berge, Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Im Karren sammeln Milchmänner die von den Produzenten am frühen Morgen gemolkene Milch ein, Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Als wir in den Berg einsteigen, verdecken wundervolle Farne den Himmel, Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Dschungeltrek über Hängebrücken und umgestürzte Bäume

Wir durchqueren das hellgrüne hügelige Weideland bei herrlichstem Sonnenschein und laufen nun unmittelbar in den Dschungel am Berg hinein. Keiner hat uns vorher gesagt, wie schön dieser Teil des Weges ist, der buchstäblich alles schlagartig verändert: Die Vegetation, das Klima, die Geräusche und die Gerüche... In erdiger und feuchter Luft geht es jetzt steil im Dämmerlicht aufwärts. Immer wieder passieren wir dickes und tief sich verzweigendes Wurzelwerk, Ameisenstraßen queren unseren Weg und es plätschert unaufhörlich. Die Sonne scheint hier und da durch die dichte Vegetation hindurch und strahlt dann mitten hinein in das wundervolle Dickicht, in dem wir immer wieder Affen hören, aber leider nicht zu sehen bekommen. Hier und da liegen die Reste ihrer offenbar gerade stattfindenden Mahlzeit am Wegesrand - angefressene Früchte fallen uns immer wieder wie Bomben auf den Deez...

 

Von oben am Berg fällt das kleine Flüsschen Río San José - nicht vielmehr gerade als ein breiter Bach - in permanenten Stufen und Windungen zum Tal hinab und wir überqueren ihn beständig hin und her. Wie es sich im Dschungel gehört müssen wir jedoch auf quer liegenden Balken und Bäumen, wackeligen Hängebrücken oder provisorischen Stein-Brücken-Übergängen hinüber balancieren... Die Szenerie in diesem kleinen Urwald ist großartig und begeistert uns bis zum letzten Meter. Das Laufen hier macht Spaß und die Anstrengung wird durch die schöne Umgebung - vor allem der Wechsel aus wundervoll geformten Farnen und hohen Urwaldriesen beeindruckt - mehr als wett gemacht. Die Sonne zaubert im Zusammenspiel mit dem überbordenden Grün ein wahres Festival des Lichts in den Wald. 

 

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Die Kulisse hier ist imposant und bietet zahlreiche wundervolle Motive, Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Über Wasserfälle und kleine Schluchten hinweg: Hängebrücken im Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

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Farne im Sonnenlicht... Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Schwirrende Kolibris und Nebelschwaden im Berg 

Immer höher hinauf wandern wir durch herrlichste Natur und erreichen irgendwann das Reserva Acaime Colibries - eine kleine Station inmitten des Waldes, in der eine große Gruppe Kolibris  um die Köpfe der Besucher schwirren... Was für ein Platz um sich auszuruhen: Wir probieren den populären Heißen Kakao, der hier oben in einem kleinen Holzhäuschen angeboten wird, und blicken auf ein quicklebendiges Schauspiel wilder Kolibris, die mit ihren unfassbar schnellen Flügelschlägen akrobatischste Bewegungen ausführen. An einer Reihe künstlicher Futterstellen lassen sie sich nieder oder stehen quasi in der Luft davor und sind nun auch in ihrer Vielzahl unterschiedlicher Arten einfach und zugänglich beobachtbar... Wundervolle Farben und diverse Formen offenbaren sich uns hier und die Kameras der Wanderer stehen nicht mehr still... 

 

Für uns geht es jetzt das steilste Stück am Berg hinauf. Erneut verändert sich die Vegetation auf dem Weg zur Finca Montana, von wo aus sich uns inmitten blühender Blumen und zahlreicher weiterer Waldtiere die schönste Weitsicht des Tages bietet - ehe leider jetzt Wolken aufziehen und sich in den oberen Etagen des Berges verbreiten. Die Sonne wird ein rares Gut. Aber was für eine Atmosphäre entsteht auch zugleich... Wir laufen nun durch von oben immer wieder nach unten drückende Schleier aus Nebel und wahre Wattebäusche, die feuchte Luft mit sich führen und die umgebende Natur mit kleinsten Wassertröpfchen versorgen... Immer wieder reißen die Nebel auf und geben traumhaft schöne Ausblicke auf das nun unter uns sichtbar werdende Tal frei ehe selbiges wieder in grauen Wolkenfetzen verschwindet... Diese ungewöhnliche Klimaküche macht uns glauben, uns heute schon zum wiederholten Male an einem völlig anderen Platz wiederzufinden... Dabei ist alles an Diversität und Vielfalt hier auf engstem Raum das Valle de Cocora...

 

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Immer wieder erheischen wir freie Sicht auf die Wipfel der Urwaldriesen, Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Kolibris in Action... Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Magdalena Bosak)
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Weitblick unter aufziehenden Wolken an der Finca de Montana, Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Geisterhafte Kreaturen im Nebel: Wachspalmen immensen Ausmaßes

Und irgendwann blitzen sie auf: Palmenblätter und die unendlich hohen und dünn erscheinenden Stämme der höchsten Palmenart der Erde: Wachspalmen. Sie stehen inmitten verschleierter Nebelschwaden, mal verdeckt und eingebettet, mal frei und direkt sichtbar. Ein Szenario, das an Schönheit kaum zu beschreiben ist... Entlang des links von uns sich hunderte Meter, ja Kilometer, erstreckenden Abhangs ins grüne Tal - heute Morgen sind wir auf der anderen Seite in den Berg eingestiegen - stehen diese zerbrechlich und wie Streichhölzer in den Himmel ragenden Riesen in Gruppen... Vor allem das Nebelspiel lässt ihre Anwesenheit geheimnisvoll und unwirklich sein, lässt ihre Erscheinung zu einem echten Höhepunkt werden.

 

Was heute Früh ein überbordendes und üppiges Farbenspektakel in Grün war, ist jetzt ein beinahe farbloses Unterfangen... Die Nebelschwaden absorbieren das Licht und mit ihm vor allem auch die Farben, lassen die gesamte Szenerie wie eine Schwarz-Weiß-Kulisse zurück. Wir laufen durch ein Schattenreich, das weiß-graue Wölkchen bereithält, aus denen immer wieder Riesen und andere Gestalten hervorscheinen... Wir fühlen uns in dieser Waschküche urplötzlich klein und unbedeutend und sind hier draußen ja auch genau das! 

 

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Wie von Geisterhand erscheinen immer wieder Wachspalmen aus den Wolken hervor - ein fantastisches Schauspiel, Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Eine Gruppe von Wachspalmen schält sich gerade aus dem eben noch sie verdeckenden Nebel... Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Je tiefer wir nun in das Tal hinabsteigen, desto mehr kommen wir aus den hohen Schwaden heraus... Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Immer weiter hinab laufen wir jetzt ins Tal hinein und kommen unserem Ausgangspunkt wieder näher. Über uns bleiben die Wolken zurück, unzählige Wachspalmen stehen jetzt in großen Gruppen, für uns gut sichtbar, am wieder grüner und farbiger werdenden Bergrücken. Bald schon tut es im Nacken weh, denn der Blick geht unwillkürlich hinauf zu ihren Wipfeln... Was für schöne schlanke Bäume und so unendlich hoch... Gut, dass auch die gesamte Szenerie an landschaftlicher Schönheit reich ist, so kann man den Gelenken am Hals schnell wieder Gutes tun und auch beim Blick hinab ins Tal genießen...  Wir verweilen immer mal wieder auf dem Boden sitzend und staunen in die Landschaft hinein, schauen den Stämmen der Palmen im Liegen hinterher. Ein wundervoller Tagestrip! Es sei jedem nur geraten diesen Parcour gegen den Uhrzeigersinn zu laufen, geht ihn früh am Morgen und lauft die große Runde, die Euch so viele unterschiedliche Eindrücke vermittelt... Für uns war dieser Trek einer der schönsten in Kolumbien, auch weil er nicht allzu strapaziös daherkommt... 

 

Ein paar Tage noch verbringen wir in Salento  und genießen das touristische Angebot, die guten Restaurants und wirkliche Schönheit des kleinen Städtchens, ehe uns die Anzahl der reichlichen Touristen dann doch aus der Stadt vertreibt... In einem beinahe epischen Ritt quer durch die Zona Cafetera, entlang traumhafter Landschaften und großer Kaffee-Städte, aber eben auch auf teils schlechten und unendlich kurvigen Straßen, geht es Medellín  entgegen, jener heute kosmopolitischen und angesagten Stadt Kolumbiens. Einst als das Zentrum und Sündenpfuhl des Internationalen Drogenhandels verrufen, als Stadt des Drogenbarons Escobar  und seines berüchtigten Medellín-Kartells  verflucht, ist sie heute die wirtschaftliche und dynamische Metropole des Landes, heimliche Hauptstadt und Szenetreff für das nationale wie internationale Partyvolk. 

 

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Die letzten Meter hinab ins Tal und zum Ausgangspunkt... Valle de Cocora, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Jardín liegt in einer fantastischen Bergregion, Jardín in Antioquía, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Lässigkeit und Gemütlichkeit zeichnen die Stadt aus, Jardín in Antioquia, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Bunt,  bunter, am buntesten: Koloniales Schmuckkästchen Jardín

Doch bevor wir uns in das Getümmel der Millionenstadt schmeißen, suchen wir erneut das Gemütliche und Ruhige. Es gilt in einer wundervollen, traditionellen kolumbianischen Stadt noch einmal durchzuatmen und zu chillen. Noch einmal wollen wir - von der irren Anfahrt hierher geschwächt - Kräfte sammeln und das authentische kolumbianische Kleinstadtflair genießen, das uns jenseits der großen Touristenströme bisher so gut gefallen hat. Wir lassen uns also in Jardín - in Antioquía - absetzen, weil wir hören, dass es sich lohnt und suchen uns in einem pittoresken Kolonialgebäude für ein paar Tage eine Unterkunft. Gerade als wir eintreffen wird eine üppige Fiesta auf der zentralen Plaza veranstaltet...

 

Schon bei der Einfahrt in den Ort bleibt uns die Spucke weg: Wie verzaubert und entzückend ist denn das hier? Ein weiterer Traum eines kolonialen Schatzkästchens liegt in voller Pracht vor uns, will entdeckt und bewundert werden. Wir sind schwer begeistert - noch heute gehört dieses Kleinod sicher zum Schönsten, was wir in Kolumbien  in urbaner Hinsicht gesehen haben... Wir entdecken den Ort bei leider ziemlich miesem Regenwetter, das just am Tag nach unserer Ankunft Einzug hält, lassen uns aber ungeachtet dessen durch seine historischen Gassen treiben und können uns an seinen bunten Fassaden - triefend nass hin, kein Sonnenlicht her - kaum satt sehen. Dazu die Lage Jardíns:  Überall an den Rändern der Stadt spektakuläre Landschaft und sattes Grün. Ein Traum.

 

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Für uns eine der schönsten Kolonialstädte Kolumbiens: Jardín in Antioquia, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Und endlich: Guter Kaffee! Jardín in Antioquía, Kolumbien (Foto Jörg schwarz)
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Lässig in den Tag! Jardín in Antioquía, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Inzwischen haben die Hippster aus Medellín  den Ort für sich entdeckt - für Viele ist er das  Ausflugsziel am Wochenende! Die Plaza bietet uns am Samstagabend eine zünftige Sause, die übrigen Tage und Nächte bleibt der gemütliche Ort dagegen ruhig und gechillt. Eine gute Mischung also!  Da wir aufgrund des wirklich schlechten Wetters die eigentlich schöne Umgebung des Städtchens nicht besuchen können - Jardín  verfügt über ein paar landschaftlich außerordentliche Natursehenswürdigkeiten wie ungewöhnliche Wasserfälle, Schluchten und Badestellen -, genießen wir stattdessen die Schönheit des Ortes selbst und seine gute Gastronomie. Und endlich: Guter Kaffee! Wie lang haben wir darauf in Kolumbien  eigentlich gewartet? Wir sitzen in einem herrlich hergerichteten Innenhof, schlürfen einen wundervoll gerösteten Kaffee und erfahren: Die Bohnen sind von hier! Kaffee aus der Region. Erste Wahl und nach offenbar europäischem Vorbild geröstet... Und das schmeckt man! Wir verbringen jetzt sehr viel Zeit in diesem chilligen Lokal und holen nach, was uns zuvor gefehlt hat...

 

Der Abstecher nach Jardín  hat sich mehr als gelohnt. Der pittoreske koloniale Charme des kleinen Städtchens hat den Ort für uns in die Top 3 aller kolonialen Schönheiten Kolumbiens  katapultiert und mühelos andere gehypte Städte des Landes hinter sich gelassen. Wir aber machen uns nun auf nach Medellín, stürzen uns in das Großstadtgewimmel und sind gespannt, was den heutigen positiven Ruf des ehemaligen Horts des Drogenschmuggels eigentlich ausmacht... Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden. 

 

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Der Markt in Jardín, Jardín in Antioquía, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Fazit Zona Cafetera

Die Zona Cafetera - soviel zum Schluss - lohnt einen Besuch in Kolumbien  immer! Vor allem die Diversität an Sehenswertem - koloniale Schätze, eine imposante Kaffeekultur oder außergewöhnliche Naturziele - lässt es einem hier nicht langweilig werden. Wer tief eindringen will in die Seele Kolumbiens, der wird sich hier umhertreiben lassen, der wird diese kolumbianische Vorzeigeregion mit ihrer guten Infrastruktur nicht auslassen!

 

Viva Zona Cafetera!

 


Hier findet Ihr weiterführende Informationen zu Kolumbien  und der Zona Cafetera:

 

Unsere Blogbeiträge  zur Zona Cafetera  mit zahlreichen praktischen Reisetipps  und weiterführenden Informationen

 

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