Spuren | WECHSLER und die Inkaspuren im Heiligen Tal - Pisac, Ollantaytambo, Chinchero

Beitrag Nr. 13

 

Herzliche Grüße aus dem Heiligen Tal!

Ich sitze auf dem Bett meines Hotelzimmers, schreibe diesen Blog und schaue immer wieder aus dem Fenster: Hoch oben in den Bergen über mir thront eine wundervoll anzusehende Inka-Burg im Fels, Menschen laufen entlang der gemauerten Inkabalkone. Ich freue mich schon auf morgen, denn da wollen wir die Ruinen Ollantaytambos besuchen...

 

Wir reisen seit einigen Tagen im Heiligen Tal, nördlich von Cusco gelegen, von Ortschaft zu Ortschaft und genießen die kleinen, ruhigen und unaufgeregten Städtchen mit viel Flair, die auch jetzt - Ende Oktober - noch viel Tagestouristen aushalten müssen. Von Cusco aus lassen sich zu Spottpreisen Tagestouren durch die Gegend buchen, viele machen davon Gebrauch - wir dagegen sind froh, dass wir uns hier individuell fortbewegen können... Charakteristisch und idyllisch beginnen die Orte immer erst zu werden, wenn die großen Gruppen mit ihren lärmenden und stinkenden Bussen weg sind... Und auch erst dann verströmen sie ihren Reiz...

 

Bevor wir in die heutige SPUR wechslen, möchten wir uns für das nochmal gesteigerte Interesse an unserer Seite bedanken. Insbesondere die schönen Rückmeldungen zu unseren Fotos, aber auch zu unseren kulinarischen Rezeptvorschlägen haben uns sehr gefreut. Warum wir nicht häufiger und mehr davon bieten? Ganz einfach, weil wir unserem Motto treu bleiben wollen, dass wir hier nur das veröffentlichen, was wir selbst zuvor gekocht und ausprobiert haben. Und ganz ehrlich: Das kulinarische Angebot hier ist gerade so umfangreich und spannend für uns, dass wir uns lieber selber bekochen lassen... Aber keine Sorge - irgendwann werden wir nachlegen...

 

Folgt uns in die SPUR!

 

Ein Blick in die wundervolle Landschaft des Heiligen Tals, bei Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Ein Blick in die wundervolle Landschaft des Heiligen Tals, bei Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

Pisac - New Age-Jünger, Schamanenrituale und Touristen satt...

Wir sind erneut im Colectivo unterwegs, in das Heilige Tal. Nach ruhigen Tagen in Cusco freuen wir uns wieder auf der Piste zu sein. Pisac ist genau nach unserem Geschmack. Nicht allzuweit von Cusco entfernt liegt das kleine und sehr charmante Städtchen auf gut 2.972 m in traumhafter Tallage inmitten herrlicher Berglandschaft. Alles hier ist grün und saftig, im Hintergrund liegen hohe gletscherbewehrte Gipfel. Ein Blick in die unmittelbar umliegenden Berge zeigt: Die Inka haben hier ihre Suren hinterlassen: Ihre beeindruckenden Terrassen liegen malerisch über uns am Berghang. Morgen werden wir sie uns erschließen...

 

Heute lassen wir uns durch die schönen Gassen des Städtchens treiben... Wir sehen große traditionelle Lehmöfen in denen u.a. Empanadas, aber auch andere Köstlichkeiten zubereitet werden. Die Meerschweinchen im dahinter liegenden Käfig lassen tief blicken... Vorbei an netten Cafés und Restaurants laufen wir in Richtung "Zentrum". Es dauert nicht lang, dann kommen wir auf die Plaza  mit ihrer Kirche. Der Platz ist hier ein einziger Kunsthandwerksmarkt. Wir passieren riesige Stände, in denen Indigenas ihre schönen Kunstprodukte - vor allem viele fantastisch bunte und florale Textilien aus den umliegenden Dörfern - feilbieten. Die Region ist gespickt mit Webergemeinden. Wundervolle Farben und Muster lassen das Herz höher schlagen, auch wenn wir - schon aufgrund unserer langen Reise - hier keine Produkte kaufen. Wir brauchen sie einfach gerade nicht. Die Stände ziehen sich in die angrenzenden Straßen hinein, die Stadt ist voll von Schmuck und Stoffen der Indios... Aus einem Café oberhalb des Marktes wird uns anschaulich vorgeführt warum das hier so ist: Ein Minibus jagt den nächsten, Busse voller Tagestouristen, die hier die Schätze der Region besichtigen wollen, werden nach Pisac geführt. Sie kaufen - wir wünschen des den Einheimischen wenigstens - ordentlich ein... Uns ist das etwas zu viel Trubel und wir laufen aus der Mitte der Stadt hinaus...

 

Wundervolle bunte Stoffe aus den umligenden Weberdörfern finden den Weg in die Stadt, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Wundervolle bunte Stoffe aus den umligenden Weberdörfern finden den Weg in die Stadt, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Der nächste Minibus, die nächsten Tagestouristen, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Der nächste Minibus, die nächsten Tagestouristen, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
So schön das Häuschen, so klar das Ziel: 'Cuy al horno', Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
So schön das Häuschen, so klar das Ziel: 'Cuy al horno', Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

Pisac ist bekannt für seine angeblichen spirituellen Energien. Indigenas der Umgebung bieten schamanische Rituale an, überall sieht man Yoga-Angebote, Reiki-Kurse oder Einladungen zu halluzinogenen Pilz-Trips... Immer wieder hören wir in Cafés lautstarke Berichte über bewusstseinserweiternde Erfahrungen und den besten Sex des Universums... Lassen wir es so stehen! Tatsächlich zieht dieser Ruf jedoch eine Reihe von Extranjeros an, die sich hier auf der Suche nach Intensität und dem nächsten Joint sogar niederlassen... Ein ganzes 'Ausländerdorf' hat sich hier am Rande des Ortes schon gebildet, immer wieder begegnen wir ihren - meist unschwer erkennbaren - Bewohnern in der Stadt. Natürlich muss man irgendwie überleben: So findet man neben "Spirituellen Heilbehandlungen und Massagen", "Sternenkunde-Kursen" und "Yoga retreats" auch "Kartoffelbrot aus deutschen Landen"...

 

Wir genießen in unserem mehr als gastfreundlichen und angenehm familiären Hostel ein paar nette Tage, schlendern durch die wundervolle Stadt und beschauen das Treiben. Vor allem wenn die Touristengruppen die Stadt verlassen haben, kehrt Ruhe ein und das Örtchen kommt zu sich. Jetzt ist es tatsätzlich manchmal ein kleines koloniales Schätzchen... Morgen wollen wir ihr Highlight besuchen: Die Inkaruinen von Pisac!

 

Und wieder kommt es anders als man denkt...

Der ein oder andere hat sich vielleicht gewundert, warum der letzte, der 12. Blogbeitrag für gut einen Tag lang so unfertig und fehlerhaft aussah... Wenn nicht - auch gut! Wenn ja, folgendes war passiert: Aus unerfindlichen Gründen war das Netzkabel unseres Rechners - zugleich Ladekabel für den Akku - in die Binsen gegangen... Einfach so. Für kurze Zeit hatte er noch funktioniert, dann das Desaster. Leider habe ich es aber erst gemerkt, als der Rechner mir kurz vor Ende seiner Kapazitäten mitgeteilt hat, dass ich noch gut 20 Minuten Zeit hätte... Ich dachte ja ich packe das... Ich lag mit dem Blog in den letzten Zügen! Dann hat es aber nur noch für 5 Minuten gereicht... Und - baff! Nichts ging mehr...

 

Ich schreibe das auf, weil das, was anschließend passiert ist, für mich von Interesse ist... Ich kenne das schon aus Polen. Schon immer fand ich es großartig, dass es dort Menschen gibt - sei es aus purer Not oder aus fachmännischer Größe heraus -, die defekte technische Geräte oder anderes Zeugs, die in Deutschland keiner mehr reparieren wollte oder konnte, eben doch wieder hinbekommen haben... Und nun auch in Peru!

 

 

Die engen Gassen mal ganz frei, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die engen Gassen mal ganz frei, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
An der Kirche in Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
An der Kirche in Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

Wir fahren also von Pisac zurück nach Cusco, gut 1 Stunde mit dem Colectivo, obwohl wir erst am Vortag ungekehrt gereist sind... Ich habe die Hoffnung, dass ich dort zeitnah ein neues Kabel für meinen Rechnertyp erhalte - mein Rechner wäre sonst völlig wertlos. Bei einem Servicepartner unseres Rechnerfabrikanten schlagen wir um 11:00 Uhr auf. Natürlich haben wir den Rechner und das Kabel dabei. Die Mitarbeiter arbeiten parallel: Der eine checkt das Kabel, der zweite checkt, ob Ersatz vorrätig ist oder bestellt werden müsste... Noch während der offensichtliche Fachmann das Kabel komplett auf seine Funktionsfähigkeit testet, liegt das erste Ergebnis der Vorratsrecherche vor: Ersatz müsste bestellt werden und könnte schon morgen in Cusco sein. Kostenpunkt: 115,- US-$. Aber die Frage stellt sich hier eigentlich nicht wirklich... Sie ist in dieser Werkstatt nur eine letzte Alternative!

 

"Moment", sagt unser Experte, der sich das Kabel zur Brust genommen hat... Er misst mit seinem Messgerät das Kabel sorgfältig durch und schließt einzelne Kabelteile als Ursache für den Defekt aus. "Es muss sich um eine Komponente des PC-Netzteils handeln!" - 'Na klasse', denke ich, 'dann lasst uns das Ersatzgerät bestellen und gut. Müssen wir halt morgen erneut von Pisac nach Cusco kommen, können wir eben auch morgen die dortigen Ruinen noch nicht sehen - ärgerlich, aber nichts zu machen...' "Moment", kommt erneut vom Experten. Er wartet meine Entscheidung auch gar nicht erst ab, sondern geht wie selbstverständlich an die weitere Analyse. Er hat Blut geleckt... Vor unseren Augen nimmt der Mann nun das Netzteil mühselig und mit einer guten Mischung aus Sensibilität, Filigranarbeit und Kraftanstrengung auseinander... Ich muss sagen, dass ich die gesamten drei Stunden (!), die es nun dauert, wie gebannt an den Fingern des Maestros hänge, weil ich von der filigranen Arbeit begeistert bin, staune und viel lerne. Ein Gerät, dass ganz sicher nicht für irgendeine Reparatur gemacht wurde, soll hier repariert werden. Im Gegenteil: Das ganze Teil ist extra so gebaut, dass es gerade nicht repariert werden, sondern definitiv ausgetauscht werden soll... Aber nicht mit unserem Experten!

 

Natürlich war anfangs nicht absehbar, dass es ganze drei Stunden brauchen würde... Gerade die Schwierigkeiten mit der eigentlich irreparablen Kiste lassen aber jeden Arbeitsgang logisch und notwendig erscheinen. Plastik - verschweißt für alle Ewigkeit - muss sauber aufgetrennt werden, Kabellagen - gelegt für alle Ewigkeit - müssen differenziert und entlötet werden, kleinste Kabelchen und Spulen müssen auf ihre Funktionalität hin getestet werden, defekte Elemente müssen ausgetauscht und neu verlötet werden, Gummiteile - für den einmaligen Gebrauch produziert - müssen für die neue Kabellage geweitet und gedehnt werden, am Ende muss alles getestet, passend gemacht und alles wieder zusammengeflickt werden... Unser Experte arbeitet mit einer Seelenruhe und Präzision: Er kriegt es letztlich hin - und ist selbst sehr zufrieden. Er repariert das PC-Netzteil, das ich ohne mit der Wimper zu zucken, neu gekauft hätte. Aus Gewohnheit. Weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es zu reparieren ist. Und seien wir ehrlich: Welches PC-Fachgeschäft in Deutschland würde sich an diese Arbeit machen...? 'Warum denn - verdiene ich doch nichts...'

 

Kostenpunkt für uns: Statt 430 Sol. (115,- US-$/99,- €) zahlen wir für 3 Stunden intensiver und anstrengender Arbeit - übrigens für uns alle, denn wir haben 3 Stunden daneben gestanden - 50 Sol. = 13,- €. Das liebe ich an Peru! Denn das ist tatsächlich mal Service und Dienstleistung am Kunden!

 

Die großartigen Terassenlagen bei P'isaqa, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die großartigen Terassenlagen bei P'isaqa, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Ein Guide erklärt die vielzähligen unterschiedlichen Terassenanlagen in Pisac, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Ein Guide erklärt die vielzähligen unterschiedlichen Terassenanlagen in Pisac, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Was für beeindruckende Ausblicke in das Heilige Tal, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Was für beeindruckende Ausblicke in das Heilige Tal, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

Die Inka-Ruinen von Pisac - Größer als Machu Picchu

Als die Kabel- und Blog-Reparaturen abgeschlossen sind, geht es endlich in den Berg... Diesesmal mit dem Taxi - und diesesmal zu den hiesigen Inka-Ruinen! Als wir den vor uns liegenden Berghang mit den wundervollen Terrassen der Inka sehen, steht für uns schnell fest: Zum Hochtrekken viel zu hart! Wir fahren also in gut 20 Minuten zur anderen Seite des Berges, liegen nun gut 500 Höhenmeter oberhalb des ggw., nicht mehr sichtbaren Pisac und laufen in gut 3 Stunden durch die weitläufige Anlage zurück zur Stadt. Pisacs archäologisches Areal ist atemberaubend schön und ein wirklicher Bringer... Eine begeisternde Natur-/Kulturerfahrung.

 

Die alten Inka haben wirklich ein Gespür für beeindruckende Orte, fantastische Berglagen und perfekte Panoramen gehabt - da muss man nicht erst Machu Picchu gesehen haben. Pisacs Inkamonumente (10. und 11. Jahrhundert n.u.Z.) liegen spektakulär auf einer ganzen Reihe von Felsspornen, die sich über mehrere hundert Meter bis zur Stadt hinziehen. Der Besucher läuft quasi auf dem steilen Bergrücken entlang, schaut links und rechts in felsige Abgründe und steigt einen Felssporn nach dem anderen hinauf und herab. Oben wird er mit herausragenden Inkabauten, gut erhaltenen Tempelanlagen sowie astronomischen und religiösen Kultobjekten belohnt. Dazu der ständige Weitblick über das Heilige Tal.

 

Die Stadt ist in vier grobe Zonen zu unterteilen - von oben nach unten: P'isaqa, Inti Watana, Qalla Q'asa, and Kinchiraqay. P'isaqa (Urbane Zone, Friedhof, Militärische Zone) ist sicher die größte, zugleich aber auch die vollste Station... Hier teilen wir uns das weitläufige und noch weitgehend flache Areal mit zahlreichen Gruppen und hunderten  Tagestouristen, die nach dem Markt in Pisac hier oben ein paar Runden drehen. Anschließend laufen wir die restlichen und viel interessanteren Areale mit wenigen anderen Reisenden ab, die hier ebenfalls begeistert wandern. Das Beste an der ersten Station: Die imposanten und weitgeschwungenen Terrassen, die Inkagräber sowie eine über viele Höhenmeter sich erstreckende Gebäudegruppe direkt am Berg.

 

Hier strömen noch die Massen - die militärische Zone der Gruppe P'isaqa, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Hier strömen noch die Massen - die militärische Zone der Gruppe P'isaqa, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Von Grabräubern ausgeräumte Inka-Gräber, Pisac, Peru (Jörg Schwarz)
Von Grabräubern ausgeräumte Inka-Gräber, Pisac, Peru (Jörg Schwarz)
Nach anstrengendem Aufstieg - die militärische Zone der P'isaqa-Gruppe, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Nach anstrengendem Aufstieg - die militärische Zone der P'isaqa-Gruppe, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

Von hier aus geht es nun auf dem Bergrücken entlang, über steile Holz-Treppen, durch Inka-Tunnel sowie entlang der felsigen Bergpfade. Wir sehen alte Strukturen der Inka, wie den Sonnentempel, Zeremonialplattformen, Bäder, Altäre und den beeindruckenden Intihuatana - ein Sonnenobservatorium, das in einem fantastischen runden Gebäude und einem wundervollen Mauerensemble steht. Immer wieder beeindruckend: Die fantastisch gearbeiteten Inkamauern, die neben ihrer filigranen Passung ohne Mörtel und andere Hilfsmittel bis heute felsenfest Wind und Wetter trotzen...

 

Von Bergsporn zu Bergsporn geht es ein Stückchen weiter hinab und der Stadt entgegen, jederzeit haben wir Ausblicke vom Feinsten in die Umgebung. Immer wieder Terrassen, die agrikulturell genutzt wurden und teils noch werden. Zur Stadt hin geht es über steile Stufen die Terassen hinab - gut dass wir die nicht hoch gelaufen sind... Uns kommen zwei Mädels entgegen, die bereits kurz nach dem Start fix und fertig sind: Zwei Polinnen, die offenbar falsch beraten wurden... "Wie weit ist es denn noch von hier?" - "Schwer zu sagen, aber zwei Stunden Aufstieg sind es bestimmt - wenn ihr gut seid...!" Der Blick sagt alles: Diese Mädels sind heute nicht so gut! Sie drehen in unserem Rücken kurze Zeit später um... Die Armen.

 

Die archäologische Stätte in Pisac beeindruckt uns. Im Schatten von Machu Picchu hatten wir sie nicht auf dem Schirm. Letztlich aber müssen wir sagen: Großartig! Auch wenn der Magiefaktor zugunsten von Machu Picchu ausschlägt, haben wir hier eine Anlage gesehen, die sowohl historisch-archäologisch als auch landschaftlich zum Besten gehört, was in den peruanischen Anden zu finden sein dürfte. Als wir in Pisac Stadt  einmarschieren haben wir wieder dieses zufriedene Lächeln auf dem Gesicht. Großes Kino heute!

 

'Auf schmalem Grad wandeln' passt hier ganz gut... Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
'Auf schmalem Grad wandeln' passt hier ganz gut... Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Eine Inka-Plattform mit Blick auf Pisac, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Eine Inka-Plattform mit Blick auf Pisac, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die Kinchiraqay-Gruppe - das Zeremoniaszentrum, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die Kinchiraqay-Gruppe - das Zeremoniaszentrum, Pisac, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

Ollantaytambo und das Inka-Bollwerk

Es gibt weitere herausragende Sehenswürdigkeiten in der Region zu bestaunen, nach ein paar Tagen also brechen wir auf, nach Ollantaytambo. Mit dem Colectivo geht’s über Urubamba – hier steigen wir um - durch das Valle Sagrado in das nächste kleine und bemerkenswerte, von hohen und steilen Bergen eingerahmte Städtchen, das mit einer absoluten Besonderheit aufweist: Es ist das letzte erhaltene, städtebaulich von den Inka entwickelte und aufgebaute Städtchen Perus und gibt einen guten Einblick in die städtebaulichen Ideale des Andenvolks. Der quadratisch entwickelte Stadtkern ruht insgesamt auf Inkamauerwerk und Inkawegen, zeigt wundervolle Innenhöfe, Wasser fließt in allen Straßen in kleinen Kanälen, es rauscht wunderbar. Natürlich erheben sich zu allen Seiten auch hier fantastische Inkamauern in den Bergen, Inkaterrassen ziehen sich die Berge hoch und überall steht die Natur in saftigem Grün. Zwei wundervolle Plätze bilden heute das Zentrum für Einheimische wie für eine große Traveller Szene. Gut, dass wir am Wochenende hier sind und zu den Feierlichkeiten zum Geburtstag der Stadt, denn es ist zwar Trubel wegen des Festes, Autos, Busse und LKW auf dem Weg nach Machu Picchu jedoch werden heuer umgeleitet… Normalerweise leidet der kleine Ort schrecklich unter dem Verkehrsaufkommen.

 

Wir laufen die Stadt ab, sind begeistert von den kopfsteingepflasterten Gassen, freundlichen Unterkünften und besuchen auch hier die archäologische Zone, die Pflichtprogramm und Vergnügen zugleich ist. Während man zunächst annahm, dass diese Inkamauern ausschließlich der Verteidigung des Inkareiches dienten – man nennt sie daher auch oft „Das Bollwerk“ -, hat man mittlerweile erkannt, dass es hier vor allem um Agrikultur aber auch religiöse wie astrologische Aspekte gegangen ist. Nichts desto trotz sind vor allem die militärischen Zonen hier sehr ausgeprägt, was die Anlage massiv und kompakt erscheinen lässt und gut zu verteidigen war. Francisco Pizarro und seine Mannen haben hier eine der wenigen wichtigen Schlachten verloren und konnten die Burg erst im zweiten Versuch und unter der Führung Hernando Pizarros (1536) – der aufständische Inka-Herrscher Manco Inka war rechtzeitig in seine Dschungelfestung nach Vilcabamba aufgebrochen – erobern.

 

Indigenas im "alten Stadtkern" von Ollantaytambo, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Indigenas im "alten Stadtkern" von Ollantaytambo, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Im moderneren Teil der Stadt, Ollantaytambo, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Im moderneren Teil der Stadt, Ollantaytambo, Peru (Foto Jörg Schwarz)

"Das Bollwerk" im leichten Nieselregen, Ollantaytambo, Peru (Foto Jörg Schwarz)
"Das Bollwerk" im leichten Nieselregen, Ollantaytambo, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

Wir laufen aber auch zum höchsten Punkt des Berges, zur Inka Watana, besichtigen den riesigen Altar der Anlage und das Zeremonialzentrum, laufen die wuchtigen Terrassen ab und genießen die wundervolle Aussicht. Wir sehen auf der gegenüberliegenden Seite weitere Areale und vor allem massive Lagerhäuser im Berg, besuchen am zweiten Tag auch diese noch und haben erneut außergewöhnliche Aussichten auf Ruinen und Ort.

 

Ollantaytambo ist natürlich ebenfalls sehr touristisch aber eben auch extrem sehenswert. Lasst Euch nicht abschrecken und kommt hier in der Nebensaison her - bestenfalls am Wochenende, dann wird der Verkehr offenbar um die Stadt herumgeleitet...

 

Weitere Höhepunkte im Heiligen Tal: Die Terrassen von Moray und die Salinen bei Maras

Irgendwann brechen wir auch von hier aus auf, fahren wir über Urubamba Richtung Chinchera – wo wir übernachten wollen – und lassen uns an der Straße nach Maras absetzen. Hier warten schon Taxis und Colectivos in Richtung Maras und bieten uns günstige Touren nach Moray und zu den Salinas an. Darum ging es uns: Wir fahren zunächst nach Moray.

 

Die ehemaligen Speicher der Inka im Berg, Ollantaytambo, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die ehemaligen Speicher der Inka im Berg, Ollantaytambo, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die rund geformten Terrassenfelder von Moray, Maras, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die rund geformten Terrassenfelder von Moray, Maras, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die Salinen bei Maras, Maras, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die Salinen bei Maras, Maras, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

Wir sehen in einer traumhaften, wieder ganz anders aussehenden Landschaft beige-braune Erde, weit ausgedehnte Felder und im Hintergrund schneebedeckte Gipfel der hiesigen Andenkette. Schon der Blick in diese wundervolle Landschaft ist die Reise wert. Doch jetzt werden wir an den rundgeformten und an Amphitheater erinnernden Terrassen herausgelassen. Wir umlaufen sie, bewundern die kunstvolle Anlage und erfahren, dass die Inka sie vermutlich als Laboratorium nutzten, um die auf unterschiedlichen Ebenen liegenden Terrassen – auf diese Weise sollen sie unterschiedliche Mikroklimata gehabt haben – zu Pflanzenexperimenten zu verwenden. Ganz sicher ist man sich allerdings in der Forschung nicht. Drei dieser Amphitheater kann man besichtigen, dann geht es weiter zu den Salinas, die man von hier aus auch gut zu Fuß hätte erwandern können. Allerdings ist es heute derart heiß, dass wir weiter mit dem PKW fahren.

 

Bereits oberhalb der Salinen erhalten wir einen Blick auf die tausend und mehr Salzbecken aus der Vogelperspektive, die man hier angelegt hat, um das mineralienhaltige Wasser hier zu Salz verdunsten zu lassen. Wir blicken auf die weiß leuchtenden und bräunlich schimmernden Becken und sind augenblicklich angetan. Was für ein Festival des Lichts, was für ein Strahlen in der sonst rotbraunen Gegend. Es scheint hier im Kessel, in den wir nun hineinlaufen, ideale Bedingungen für die Salzgewinnung zu geben, denn es ist brütend heiß und wir sind zeitnah nassgeschwitzt…

 

Schwerstarbeit in den heißen Salinen von Maras, Maras, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Schwerstarbeit in den heißen Salinen von Maras, Maras, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Wundervolle Landschaften in Braun und Organge, bei Maras, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Wundervolle Landschaften in Braun und Organge, bei Maras, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Experimentierfeld der Inka? Moray, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Experimentierfeld der Inka? Moray, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

Die Salinen sind wunderbar anzuschauen. Je tiefer man kommt, desto mehr erkennt man, dass das Wasser von oben zufließt. In einem ausgeklügelten System der Wasserläufe von oben nach unten, schlängelt sich das Wasser je nach Bedarf den kleinen Abhang entlang. Die Becken sind in jeweils unterschiedlichen Salzgewinnungsprozessen befindlich: Einige haben gerade frisches Wasser erhalten, in anderen kristallisiert das Salz bereits sichtbar in einer braunen Pfütze und in anderen wird bereits das strahlende Weiß abgebaut. Wir sehen Salzberge und fertig abgepackte Salzsäcke, die von Arbeitern mühsam aus der Senke herausgetragen werden müssen… Was für ein Knochenjob! Selbstverständlich werden hier alle möglichen Salze verkauft: Zum Baden, für die Gesundheit und für die heimische Küche…

 

Tolles Erlebnis die Salinen von Maras! Es dauert keine zwei Minuten, dann nimmt uns das nächste Colectivo von der Kreuzung an Bord, an welcher uns unser Taxifahrer nach der Tour wieder abgesetzt hatte… Ganze 30 Minuten später stehen wir im 3.762 m hoch gelegenen Chinchero an der Durchgangsstraße unserer letzten Station im Heiligen Tal. Gott sei Dank ist es hier etwas kühler…

 

Chinchero – noch idyllisch und untouristisch, bald Internationaler Flughafen für Cusco

Auch diese Stadt ist quasi auf Inkamauerwerk errichtet. Sie ruht auf einem Plateau, das zum Flußtal hin mit beeindruckenden Terrassen aufwarten kann, die in ihrer ganzen Breite und Ausdehnung noch gar nicht ausgegraben und restauriert sind. Sie ziehen sich bis hinauf in die umliegenden Berge, wo sich aus der Ferne weitere Ruinen abzeichnen. Indigenas in wunderschönen, bunten Trachten verkaufen auf einem täglichen Textilmarkt die gewebten Produkte der hiesigen Dorfgemeinden - deutlich bodenständiger und weniger touristisch als beispielsweise in Pisac. Am Sonntag findet hier allerdings der wohl größte Kundhandwerksmarkt der Region statt, wenn jeder Stoffproduzent der umliegenden Berge, der etwas auf sich hält, in die Stadt kommt. Es treffen dann hier – Welten prallen aufeinander – einheimische Weber und Textilproduzenten auf weltweite Touristen…

 

Die fabelhafte Kirche ruht auf den Inka-Ruinen eines früheren Palastes, Chinchero, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die fabelhafte Kirche ruht auf den Inka-Ruinen eines früheren Palastes, Chinchero, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Das schöne Chinchero, Chinchero, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Das schöne Chinchero, Chinchero, Peru (Foto Jörg Schwarz)

Wundervolle Terrassen im Sonnenuntergang, Chinchero, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Wundervolle Terrassen im Sonnenuntergang, Chinchero, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

Neben den Inkaruinen ist aber vor allem die hiesige, auf den Mauern eines früheren Inkapalastes erbaute Kirche erwähnenswert. Für uns ist sie eines der schönsten kolonialen Kunstwerke, das wir in Peru sehen: Sie ist aus den Anfängen der spanischen Herrschaft hier in Peru (aus dem 17. Jahrhundert), über und über bemalt und zu späterer Zeit reich und üppig mit barocker, cusquener Kunst geschmückt worden. Ihre Fresken – vor allem die wunderschönen 12 Apostel an den Wänden – sind Originale (!), genauso wie die überbordend mit floralen und andinen Motiven geschmückten Holzdecken und -balken. Ein fabelhaftes Kleinod kolonialer Kirchenkunst, in dem wir leider nicht fotografieren durften...

 

Es versteht sich von selbst, dass wir die Ruinen hier in gut zwei Stunden ablaufen – zunächst oben entlang, mit Blick in das grüne Flusstal und dann unten entlang zurück, was uns einen anstrengenden Wiederaufstieg einbrockt... Aus den Terrassen hier hat man einen sehr guten Blick auf die umliegende Landschaft, die heute noch ruhig und beschaulich ihr Dasein fristet. Auf Beschluss der peruanischen Regierung (2013) allerdings wird sich das bald ändern: Die haben allen Ernstes vor, diesem kleinen Schätzchen von Stadt einen großen internationalen Flughafen vor die Nase zu setzen… Cuscos Flughafen ist an seinen Kapazitätsgrenzen – große Flieger können in den Flughafen nicht einfliegen – und man erwartet in den kommenden Jahren noch mehr Reisende aus dem Ausland. Dass man aber ausgerechnet auf die Idee kommt, ihn hier zu bauen, vor die Tore dieses idyllischen Fleckchens… Na ich weiß ja nicht. Zumal schon heute die Region touristisch aus allen Nähten platzt. Aus unserer Sicht sollte man das eher einzugrenzen versuchen, statt auszuweiten, denn sonst verliert die Region weiter an Charme…

 

Die wunderbare Kirche von Chinchero von außen, Chinchero, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Die wunderbare Kirche von Chinchero von außen, Chinchero, Peru (Foto Jörg Schwarz)

 

A propo Charme: Unsere Übernachtung in Chinchero

Als wir in Chinchero ankommen beschließen wir, dass wir uns eine nahegelegene Unterkunft für die eine Nacht suchen und nicht unserem Reiseführer folgen, der uns zuletzt etwas enttäuscht hat. Bereits nach ein paar Metern in die Stadt hinein sehen wir zwei Hospedajes. Wir klingeln und eine freundliche Frau öffnet uns. „Ja, wir haben mehrere freie Zimmer, wenn die Herrschaften wollen, kann ich sie Ihnen zeigen“. Gesagt getan, wir schauen uns die Zimmer an und entscheiden hier zu bleiben. Kostenpunkt 10,- € die Nacht im gut ausgestatten Doppelzimmer. Ein kleines – allerdings heute (?) – nicht geöffnetes Restaurant ist angeschlossen. Wir haben Hunger! „Natürlich kann ich den Herrschaften etwas zubereiten…“ Die freundliche und bescheidene Art der jungen Frau tut es uns an, vor allem die kleine Samy – nach der das Restaurant benannt ist, ihre Tochter – erobert unser Herz. Sie ist neugierig und kommunikativ, erzählt uns in einer Tour alles Mögliche und ist einfach nur niedlich und sympathisch… Beide begleiten uns noch zur Kirche und den Ruinen, zeigen uns ihre textilen Schätze: „Bis heute Abend!“…

 

Der Abend kommt: Kein Wasser… Das kennen wir schon, häufig wird die Pumpe einfach tagsüber ausgeschaltet. Als wir nachfragen: Bestürzung. ‚Natürlich! Mache ich sofort an…‘ Tatsächlich läuft das Wasser jetzt, na sagen wir mal: Es tropft aus dem Hahn… Magda schafft es gerade noch sich zu waschen und die Zähne zu putzen. Dann Ende! Röchelnde Leere aus dem Rohr… ‚Und ich?‘ Wir kriegen das mit unseren Trinkflaschen heute Abend noch irgendwie hin, morgen klären wir das…

 

Am nächsten Morgen: Weiterhin kein Wasser. Wir erfahren, dass die Pumpe es nicht schafft, Wasser in die oberen Etagen zu transportieren… Aha! „Entschuldigen Sie, aber Sie müssen sich unten waschen! Im Hof!“ Wir bekommen den Wasserhahn gezeigt, der im Innenhof über einer Waschschüssel hängt, mehr provisorisch als alles andere… Um uns herum: Die Familie. Mal sehen wie er sich so wäscht, der gemeine Europäer… Nun ja, da Duschen heute ausfällt, begnügen wir uns mit Katzenwäsche und Zähneputzen... Ein bisschen wundern wir uns, dass nicht applaudiert wird...

 

Wir frühstücken, zahlen und fahren Richtung Cusco. Auch so muss es mal gehen… Wir wissen jetzt jedenfalls, warum hier nur wenige Reisende nächtigen, obwohl dieses Städtchen wundervoll ist...

 

Inkamauerwerk vom Feinsten: Millimetergenauer, individueller Zuschnitt, Chichchero, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Inkamauerwerk vom Feinsten: Millimetergenauer, individueller Zuschnitt, Chichchero, Peru (Foto Jörg Schwarz)

Leider müssen wir an dieser Stelle darauf hinweisen, dass das angekündigte Interview mit der Geschäftsführerin einer hiesigen NGO bisher nicht zustande gekommen ist. Wir sind da weiter dran und hoffen, dass das schon zugesagte Interview noch erfolgen kann und wir es nächstes Mal nachreichen können.


Empfehlungen

Das Heilige Tal, das von Cusco aus hervorragend erreichbar und bereisbar ist, hat sich uns als bereits sehr touristische Region gezeigt - mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt. Wir würden dennoch jederzeit dazu raten, sich die wundervolle Landschaft, die kleinen und weiterhin charmanten Ortschaften und umliegenden Weberdörfer sowie vor allem die nahegelegenen Sehenswürdigkeiten der Region anzuschauen. Es ist eine Reise Wert!

 

Wir enmpfehlen das individuell und mit Übernachtung - wenigstens in Pisac und Ollantaytambo - zu tun, um den Charme der Städte zu erfahren, der in ihnen liegt, wenn die Massen weg sind. Ein Muss sind die drei Ruinenareale in Pisac, Ollantaytambo und Chinchero sowie die Terrassen von Moray und die Salinen von Maras. Auch die Kirche in Chinchero ist mehr als sehenswert, wenn man kunsthistorische Sehenswürdigkeiten dieser Art schätzt. Natürlich sind die textilen Schätze der Region hervorzuheben, die wundervoll sind...

 

Tut Euch nicht die Tagesausflüge von Cusco aus an: Wer denkt, er kann auf dieser Tour alles sehen, was da im Heiligen Tal interessant ist, der irrt. Beispielsweise bekommt man in Pisac nur einen kleinen Teil der Ruinenanlage zu sehen. Die weit schöneren, auch landschaftlich reizvollen weiteren Ruinenareale bleiben dem Tagestouristen verborgen. Auch in Ollantaytambo sollte man in mindestens zwei umliegenden Ruinenanlagen gewandert sein, schon um jeweils auf das Areal der anderen Seite herübergeschaut zu haben.

 

Wer diese Reise ins Heilige Tal  und diese Besichtigungen plant, der kommt nicht um das teure Touristenticket (Boleto turistico) herum, mit dem man insgesamt 16 Sehenswürdigkeiten (Museen in Cusco, Inkaruinen im Heiligen Tal etc.) in der Region besuchen kann. Es kostet 130 Sol. (32,- € pro Person). Zum Vergleich: Will man nur die Ruinen in Pisac besichtigen zahlt man auch schon 70 Sol. pro Person, so dass der Besuch jeder weiteren Sehenswürdigkeit mit diesem Ticket selbiges bereits rechtfertigt. Für uns schien es alternativlos... Das heißt allerdings nicht, dass man damit alles besichtigen könnte! Sehenswürdigkeiten, die da nicht enthalten sind - und das sind einige - müssen separat bezahlt werden... Die Region ist teuer!

 

Unterkunft

Pisac: Sehr empfehlenswert und ganz sicher zu dem Besten zählend, was wir zu diesem Preis in Peru gesehen haben, ist das im Innenstadtbereich gelegene und familiär geführte Hospedaje Pisac Quishu, Calle Vigil 245, Tel.: 974 263 702. Die excellent renovierten und schön ausgestatteten Zimmer, der freundliche Servcie der eigentlich von Kunst und Malerei lebenden Familie und das gute Frühstück, zudem ruhig und zentral, haben uns vollends überzeugt. Das Haus soll allerdings demnächst den Besitzer wechseln - die Familie zieht ein paar hundert Meter raus aus der Stadt und wird dort ein neues Hostel eröffnen. Augen offenhalten!

 

Ollantaytambo: Wir haben hier keine explizite Empfehlung auszusprechen, würden aber nach eigener Erfahrung dazu raten, sich im Bereich der alten Inkastadt umzuschauen. Hier spricht nicht nur das Angebot wirklich schöner Hospedajes und Guesthouses mit teils wundervollen Gärten und Dachterrassen dafür, sondern auch das ruhigere Umfeld. Im Bereich der Plazas aber auch anderen neueren touritischen Straßen (z.B. zum Bahnhof) verdirbt einem der Verkehr den Spaß an der tollen Stadt...

 

Chinchero: Hier sollte man für Übernachtungen vielleicht doch auf den Reiseführer zurückgreifen oder sich vorab gut informieren. Wasser sollte das Hostel schon haben... :-)

 

Speisen

Wir haben in der guten Woche im Heiligen Tal jederzeit gut gegessen. Nichts von dem, was wir erlebt haben, ist jedoch in irgend einer Weise hervorzuheben. Die Restaurantstandards sind weitgehend am internationalen Tourismus ausgerichtet... Um weitgehend Kostenneutral auszukommen sollte man auf die guten Menüs zurückgreifen.

 

Einheimische (Extranjeros wie Pisaquenos) treffen sich in Pisac im guten Ulrikes Café, Calle Pardo 613, Tel. +51 84 203195. Hier hat man auf jeden Fall immer stabiles WLAN.

 

Allgemeines

Das Reisen von Ort zu Ort ist super leicht. Man fährt von Ort zu Ort mit regelmäßig verkehrenden, günstigen Colectivos. Einfach in den jeweiligen Startstädten im Hostel/Hotel fragen, wo die Colectivos nach .. starten und los. Cusco - Pisac: 45 Minuten; Pisac - Ollantaytambo (über Urubamba): gut 1 Stunde mit Umsteigezeit; Ollantaytambo - Chinchero (über Urubamba): gut 1 Stunde mit Umsteigezeit - hier kann man sich gut an der Kreuzung nach Maras (Moray und Salinen) absetzen lassen, es warten schon Taxen...

Ausblick

Spuren | WECHSLER verbringen ihre letzten Tage in der Region Cusco und reisen anschließend in das schöne Arequipa weiter.

 

Neben der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten in der wundervollen Kolonialstadt werden sie die umliegende Landschaft und den Vulkan Misti erkunden und sich zum zweittiefsten Canon Perus aufmachen. Neben dem thrill  im Colca-Canon werden sie hoffentlich die ersten Condore Perus zu sehen kriegen. Arequipa - wo es sonnig und warm sein soll - steht zudem für ausgezeichnete peruanische Küche, die besten Pisco Sours des Landes und gilt als eine der schönsten Städte Perus...

 

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Der Blick von den Ruinen Ollantaytambos auf Stadt und gegenüberliegende Ruinen - im Dramatic Modus, Ollantaytambo, Peru (Foto Jörg Schwarz)
Der Blick von den Ruinen Ollantaytambos auf Stadt und gegenüberliegende Ruinen - im Dramatic Modus, Ollantaytambo, Peru (Foto Jörg Schwarz)

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