Spuren | WECHSLER und das koloniale Flair Kolumbiens - Cartagena und Barichara

 

Bericht Nr. 17

 

Moin Moin aus Barichara!

Wir grüßen Euch heute reichlich entspannt aus der Hängematte, die hier im lichtdurchfluteten Innenhof unseres schönen Hostels hängen und im angenehm kühlenden Lüftchen hin und her schwenken... So viel steht fest: Kolumbien ist Hängemattenland! Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel, Kinder basteln im Hintergrund an Traumfängern und Mandalas und wollen immer wieder glucksend und in brüchigem Englisch von mir wissen, wieviele Geschwister ich denn habe, welche Musik ich eigentlich mag und was ich in Deutschland arbeite... Wir amüsieren uns prächtig, uns geht es gerade richtig gut.

 

Wir werden hier in Barichara eine Weile bleiben. Zwar wollten wir bis Weihnachten ursprünglich noch eine Etappe weiterziehen, aber der Ort hier hat es uns wahrlich angetan und der Lago de Tota  läuft ja hoffentlich nicht weg... In bergiger und wunderschöner Lage auf gut 1.300 m gelegen ist es warm und angenehm klar, Barichara ist ein Traum von einer Stadt, verströmt koloniales Ambiente en masse und versetzt uns immer wieder in ein vergangenes Jahrhundert zurück. Die Menschen sind freundlich, das Leben geht einen gemächlichen Gang. Es ist ruhig hier, gleichwohl nicht langweilig und Barichara bietet chillige und angenehme Unterkünfte im Übermaß... Dazu haben wir ein fantastisches Restaurant entdeckt und die Umgebung lieben gelernt. Kurz: Ein Sehnsuchtsort, nach dem wir lange gesucht haben und in dem erstmal alles zu stimmen scheint. Wer weiß, wieviel Zeit wir hier verbringen werden, wer weiß, ob wir hier nicht mal längere Zeit verweilen - jetzt oder irgendwann...

 

Doch nun ist erstmal Weihnachten. Weihnachten? Tatsächlich ist uns weiterhin so gar nicht danach. Es fehlt eigentlich alles, was wir damit verbinden... Die Stadt ist sehr sehr schön und stilvoll weihnachtlich geschmückt, wie eigentlich alle kolumbianischen Orte, die wir gesehen haben, ist ordentlich herausgeputzt und präpariert - Weihnachtsbäume und Lichterglanz so weit das Auge reicht - aber uns fehlt für das richtige Feeling der schmuddelige und naßkalte deutsche Winter (er würde uns aber nach zwei Tagen auch stinken...!), Glühwein und Sauna, deutsches Wintergebäck und Mamas Weihnachts- und Winterküche und so vieles mehr, was zu Weihnachten einfach für uns dazugehört... In erster Linie natürlich unsere Freunde und Familien. Ohne all das wird Weihnachten dieses Jahr sicher ein leeres Versprechen für uns bleiben...

 

Aber das wussten wir ja vorher und - ganz ehrlich: Für das hier verzichten wir auch gern mal darauf! :-)

 

Folgt uns in die SPUR!

 

Blick von oben auf das fabelhafte Barichara, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Blick von oben auf das fabelhafte Barichara, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Cartagena - Vom Traum und Albtraum der Karibik

Aus dem feuchten und warmen Popayán im Süden Kolumbiens fliegen wir mit unserem Reisebesucher in Windeseile weiter nach Cartagena. Michael, der uns drei Wochen in Kolumbien begleitet, will unbedingt auch an die Karibik - versteht sich! Die in der Altstadt sicher besterhaltene und tropisch-bunte Kolonialmetropole Kolumbiens an der Karibikküste empfängt uns mit noch mehr Wärme und schwüler Luft, die sich nach zwei Tagen in einem heftigen Gewitter entlädt. Sogar die Einheimischen betonen, das selbiges extrem heftig war... Mehrfach haben wir das Gefühl, dass mit dem heftigen Donnerknall die Blitze ganz in der Nähe herunterschlagen. Die Altstadt steht seither in einigen Gebieten unter Wasser. Richtig abgekühlt hat es sich aber auch danach nicht.

 

Gleichwohl haben wir eine gute Zeit in Cartagena. Wir besichtigen die zentrale Altstadt mit ihren balkonbehangenen und bunten Fassaden, fühlen uns ein wenig - aber auch nur ein wenig - an das schöne Havannah  erinnert - und chillen in unserer schönen Unterkunft, die uns mit ihrer Klimaanlage (hier braucht man sie einfach...), dem wohl besten Frühstück Kolumbiens und der schönen Terrasse ein paar angenehme Stunden bereitet. Sonst schwitzen wir in der heißen Tropenluft durch die Gassen der Stadt, erkunden alle Winkel der von Wasser und Besfestigungsmauern umgebenen Altstadtinsel und besuchen das hippe Getsemaní. Neben karibisch-kreolischer Ceviche, frischem gegrilltem Fisch und weiteren kolumbianischen Klassikern der Küste genießen wir vor allem ein paar angenehme Cafés, abends auch mal eine Bar mit lauter kolumbianischer oder alternativ kubanischer Musik. Karibische Rythmen und Klänge - dazu werden Zigarren gereicht und wenn sie nicht tatsächlich einer raucht, riecht es einfach überall nach Meer... Es könnte uns durchaus schlechter gehen.

 

Cartagena bietet letztlich genau das, was wir erwartet hatten. Sie ist eine koloniale Schönheit in tropischem Klima, Architektur, Streetart, Meer und Küche versprühen karibisches Flair - aber die Stadt ist nach unserem Geschmack auch schon viel zu routiniert und touristisch entwickelt, um uns wirklich vollständig anzumachen... Die Stadt ist voll von Touristen und dem dazugehörigen Souvenir-Tand, es fehlt ein wenig das Jungfräuliche und  Unberührte - Dinge, die wir hier aber nicht erwartet haben. Wir fühlen uns also schnell aufgefordert in der näheren Umgebung nach mehr Ruhe und karibischen Stränden Ausschau zu halten... Wer in der Karibik ist, möchte Sand und Wasser!

 

Das farbig-karibische Cartagena, Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Das farbig-karibische Cartagena, Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Pfützen überall im Stadtgebiet nach dem Unwetter, Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Pfützen überall im Stadtgebiet nach dem Unwetter, Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Leicht, locker, bunt - Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Leicht, locker, bunt - Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Kolumbiens Karibikküste ist lang - Die Küste schwingt sich von Panama im Westen bis nach Venezuela im Osten. Sie verspricht ein paar wundervolle Strandabschnitte. Ihre hot spots finden sich im Tayrona Nationalpark bei Santa Marta oder ganz an der westlichen Grenze zu Panama. Für jetzt liegen sie also viel zu weit abseits - wir werden sie ohnehin erst erkunden, wenn die Urlaubszeit für die Kolumbianer, die gerade beginnt, vorbei ist und wir mehr Zeit haben... Für jetzt wird uns die nahegelegene Playa Blanca empfohlen, gerade mal zwei Autostunden entfernt. Ein "weißer Streifen" wie er im Buche steht, hören wir von diesen - "überlaufen und crowded" sagen jene. Als wir dort ankommen wissen wir: Beide Gruppen liegen irgendwie richtig... Wir erleben unseren 'Alptraum Karibik'!

 

Schlimmer, so denken wir, könnte es auf Mallorca zur besten Reisezeit nicht mal am Ballermann zugehen... Kein Fleck scheint mehr frei zu sein, Sonnenschirme bis ans Wasser, Musik allethalben, schreiende Kinder und stinkende Jetski's... Dabei hat der Beach tatsächlich alles Potential: Er ist weiß und wunderbar pulvrig, das Wasser herrlich klar und violettgrün. Wären nur all die Menschen nicht... Die Besucher nerven dabei noch am Wenigsten, es sind die immer wieder laut und offensiv werbenden Verkäufer am Strand und die stinkenden Mofas auf dem Wasser, die den Tag für uns eher in unangenehmer Erinnerung werden bleiben lassen. Wir kriegen immerhin noch ein großzügiges, schattiges und weitgehend intimes Fleckchen unter einem offenen Strandzeltdach und beschließen die Umstände zu nehmen, wie sie eben sind. Tatsächlich gelingt es uns sogar das Beste aus der Lage zu machen und darüber zu schmunzeln... Letztlich wird es ab 15:00 Uhr am Beach sogar etwas ruhiger, wir genießen noch zwei Stunden in der langsam untergehenden Sonne, relaxen und baden ausgiebig im schönen Meer... Gleichwohl: Unter Karibik- und Strandfeeling stellen wir uns etwas anderes vor!

 

Playa Blanca, bei Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Playa Blanca, bei Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Frühstück Phase I: Kreativ angerichtete Früchtevielfalt Kolumbiens, Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Frühstück Phase I: Kreativ angerichtete Früchtevielfalt Kolumbiens, Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Chillige Straßencafés in Getsemaní, Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Chillige Straßencafés in Getsemaní, Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Wir schauen auf weniger populäre, dafür offenbar ruhigere Strandabschnitte in Laufdistanz von Cartagena und entdecken die auf den zweiten Blick sehr attraktive Playa de las Boquilla. Der Strand mag ein eher grauer und für Strandästheten sicher unbefriedigender Streifen Sand sein, er ist dafür fast leer, wir werden nur selten angesprochen und können ein paar sehr angenehme und ruhige Stunden am schönen Wasser hier verbringen. Die hiesigen Leute bieten ein paar günstige Schattenplätze, offerieren uns frischen Fisch vom Grill und wir können den Weg fast komplett zu Fuß von Cartagena aus bewältigen... Für die wenigen Tage, die wir jetzt erstmal haben, ist das genau richtig für uns...

 

Ohnehin stehen nun wieder die Annehmlichkeiten der Stadt im Zentrum. Wir genießen das chillige Getsemaní und mal wieder eine Pizza, entdecken im kleinen Parque del Centenario ein offenbar hier lebendes Faultier (wie geil ist das denn?!), dem bei seinem beschwerlichen Weg von Baum zu Baum von den Einheimischen geholfen wird. Wir lesen endlich mal wieder ein Buch oder sehen deutsche Nachrichten... Wir planen unsere nächsten Tage: Es soll nochmal ins Grüne und deutlich angenehmere Barichara gehen - in der Region Santander. Die Region liegt deutlich höher, es ist warm aber trocken und es gibt großartige Berge und schöne Flüsse samt tiefer Schluchten hier. Außerdem liegt das neue Ziel für Michael auf dem Weg nach Bogotá, von wo er ja leider bald schon wieder in das trübe Deutschland entschwinden wird...

 

Ein Schläfchen in Ehren... Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Ein Schläfchen in Ehren... Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Kolumbien - Ein Land zwischen Hoffen und Bangen

Eine Weile sind wir nun kreuz und quer im Land unterwegs und wir erfahren immer mehr über Geschichte und Gegenwart des kolumbianischen  Friedensprozesses. Während wir hier gegenwärtig völlig unbehelligt und von den zivilgesellschaftlichen Problemen des Landes nicht betroffen reisen können - wir sind natürlich darauf erpicht im "sicheren" Kolumbien  unterwegs zu sein - hören und lesen wir andererseits wenig Erfreuliches zu den neuesten Entwicklungen im Land.

 

Nachdem die Regierung mit den FARC-Rebellen ein nunmehr einjähriges Abkommen erzielt hat, das das Land in weiten Teilen zunächst befriedet zu haben schien - selbstverständlich befindet sich diese Befriedung noch im Prozess - ist der Verhandlungsprozess mit weiteren Paramilitärs und Rebellengruppen zunächst weitgehend im Sande verlaufen. Zwar vereinbarte man eine Art Waffenstillstand bis Anfang 2018, echte Lösungen für die Zukunft aber konnten bisher kaum vereinbart werden. Der Verhandlungsprozess soll im Januar wieder aufgenommen werden, doch Teile der Verhandlungsdelegation der Regierung sind aufgrund der bisherigen Ergebnisse offenbar zurückgetreten, die Regierung sucht händeringend Nachfolger für diesen schwierigen Job... In manchen Teilen des Landes - meist in den bekannten Krisenregionen Kolumbiens - sollen paramilitärische Gruppen ihre Aktivitäten derweil fortgesetzt und ihre Basis in den ehemaligen FARC-Gebieten sogar ausgebaut haben. Genau in das Machtvakuum hinein, das die FARC-Verbände bei ihrem Rückzug hinterlassen haben und das die Regierung vor Ort offenbar nicht angemessen und ausreichend besetzt hat, setzen sich in den vergangenen Tagen immer häufiger andere versprengte Gruppen. So lesen wir dieser Tage, dass im Amazonasgebiet Menschenrechtsaktivisten ermordet aufgefunden wurden oder Paramilitärs auch an der Pazifikküste - trotz Verpflichtung zur Waffenruhe - weiter gemordet haben. Immer wieder beklagen Bauernverbände und lokale Menschenrechtsaktivisten Unterdrückung, Gewalt und Vertreibung durch Paramilitärs. Hier ein aktuelles Beispiel aus dem südlichen Córdoba: https://amerika21.de/2016/12/166122/mehr-paramilitaers-kolumbien.

 

Im äußersten Süden des Landes ist die Regierung offenbar selbst an der Tötung von Bauern und der Verschärfung der ggw. Krise beteiligt gewesen, als Campesinos ihr Land vor der von der Regierung angeordneten Vernichtung der Koka-Plantagen schützen wollten und erschossen wurden. Die genaueren Umstände sind umstritten, aber zahlreiche Bauern berichten, dass die Campesinos offenbar von Angehörigen der Drogenpolizei erschossen wurden... Hintergrund: Die Regierung Kolumbiens folgt hier den von den USA bei der Drogenbekämpfung eingeschlagenen Strategien, die auf Härte und kompromisslose Vernichtung von Kokapflanzen setzt. Diese Strategie sieht vor, dass die zahlreichen Kokapflanzen - für die Bauern lukrativ, für die Drogenproduzenten wichtiger Grundstoff zur Erzeugung von Kokain - breitflächig chemisch vernichtet werden. Was erstmal einzuleuchten scheint, ist problematisch und kurzsichtig: Statt den Bauern Alternativen in der Landwirtschaft aufzuzeigen, diese zu fördern und pädagogisch wie finanziell dabei zu unterstützen, vernichtet man ihre Ernten und damit die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort. Eine Strategie, die schon in Bolivien vor Jahren am Widerstand der Bauern gescheitert ist und mittlerweile gestoppt wurde - der bolivianische Weg, war freilich auch nicht gänzlich erfolgreich und führte vermehrt dazu, dass Bolivien seinen Teil zur steigenden Produktion von Kokainprodukten beigetragen hat... Die bloße Strategie der Vernichtung von Kokabeständen ohne mittelfristige Planung und Umsetzung von Anbaualternativen gemeinsam mit den Bauern produziert jedenfalls aus unserer Sicht - sowie der einiger Experten - nur die nächste Generation von Menschen, die sich vom Staat in den Untergrund gedrängt fühlen und sich den bestehenen Outlaws anschließen. Ein Friedensprozess ist das nicht.

 

Das alles mögen Einzelbeispiele sein - Gott sei Dank. Sie sind aber gleichwohl ein ernstzunehmendes Zeichen dafür, dass der Friedensprozess in Kolumbien keinesfalls ausschließlich in die richtige Richtung läuft.

 

Beim Versuch von einem Baum zum anderen zu wechseln von Einheimischen unterstützt: Ein Faultier! Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz) Ein Faultier
Beim Versuch von einem Baum zum anderen zu wechseln von Einheimischen unterstützt: Ein Faultier! Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz) Ein Faultier
Die Playa de las Boquilla, Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Die Playa de las Boquilla, Cartagena, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Ein Sehnsuchtsort: Barichara und das Glück der Gemächlichkeit

Wir fliegen also nach ein paar wenigen Tagen an der Karibikküste weiter an den Rand der Cordillera Oriental, in die Region Santander. Über Bucaramanga und San Gil geht es direkt nach Barichara. Es erwartet uns ein kleiner Kolonialort von gerade einmal etwa 7.000 Einwohnern von denen wiederum nur gut 2.600 im kolonialen Dorfkern selbst leben. In Kolumbien eine Berühmtheit, weil der pittoreske Ort aufgrund seiner wundervollen Architektur und der Einbettung in die umgebende Hügellandschaft immer wieder als Filmkulisse dient und häufig Mittelpunkt hier gedrehter Fernsehproduktionen ist, war er für uns völlig unbekannt. Wir versprechen uns ein wenig koloniales Flair und Ruhe - Michael möchte seine letzten Urlaubstage noch genießen und chillen. Unsere Erwartungen richten sich demnach auf den Chill-Faktor Baricharas.

 

Und diesesmal hat der Ruf der Stadt nicht zu viel versprochen. Wir sind vom ersten Moment an hingerissen. Wir sehen ein in die hügelige und üppig grün bewachsene Cordillera-Landschaft hineingebautes Dörfchen von kolonialem Gepräge, das an Charme und dörflicher Atmosphäre kaum zu überieten, dazu aber mit fast allen Annehmlichkeiten einer Kleinstadt ausgestattetet ist. Selten haben wir ein derart komplett erhaltenes Kolonialensemble in weiß und grün mit roten Ziegeldächern gesehen, das gleichfalls geschmack- und stilvoll in der modernen Welt angekommen ist. Wir beziehen eine wundervolle Unterkunft mit kleinem Pool, herrlich gelegenen und leicht umwehten Terrassen mit Blick auf die Dächer der Stadt und die Landschaft darüber hinaus. Es stehen ausreichend Hängematten und chillige Plätzchen bereit und der Kühlschrank ist prall gefüllt... Dazu entdecken wir zeitnah sehr gute Restaurants, erleben freundliche und unaufdringliche Menschen und die durchaus zahlreichen Touristen verlieren sich wie von Geisterhand im Stadtbild... Barichara hat es uns also sofort angetan.

 

Die Kathedrale Baricharas an der zentralen Plaza - Mittelpunkt der Stadt, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Die Kathedrale Baricharas an der zentralen Plaza - Mittelpunkt der Stadt, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Blick auf eine der vier Kirchen im Ort, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Blick auf eine der vier Kirchen im Ort, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Charme und Flair zeichnen die Gassen in dem Ort aus, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Charme und Flair zeichnen die Gassen in dem Ort aus, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Letztlich finden wir in Barichara wonach wir seit einiger Zeit gesucht haben... Nach den doch recht kurzweiligen Steps und Kurzaufenthalten unserer bisherigen Kolumbienreise sehnen wir uns nach Geruhsamkeit, Müßiggang und dem längeren Verweilen an einem schönen Ort, an dem einfach alles stimmig ist. Gott sei Dank gelüstet nun auch Michael nach slow travel...

 

Wir verbringen gemeinsam ein paar Tage in der Hängematte, lesen, chillen und erfrischen uns immer wieder bei Sonne satt und in angenehmem Klima in unsrem Hostelpool. Nach und nach erkunden wir die kulinarischen Hightlights in Barichara von denen es hier tatsächlich viele gibt: Wir finden ein paar wirklich gute Restaurants, die z.B. asiatisch-motivierte Speisen mit dem Gemüse der Anden, u.a. mit Quinoa kombinieren oder Ziegenfleisch auf kolumbianische Weise zubereiten, mit frischer Maistortilla, Maniokgemüse und pepitoria (Ziegeninnereien und Ziegenblut) - auch wenn es sicher nicht Jedermanns Sache ist... Abends schlendern wir durch die derzeit weihnachtlich geschmückten Gassen und denken: Dieser Ort muss von irgendwem gut beraten worden sein, denn ein so durch und durch geschmackvoll hergerichtetes Städtchen, ein so todo completo, also vollständig angenehmes und freundliches Örtchen haben wir lange nicht gesehen. Es wirkt zugleich überhaupt nicht unecht oder künstlich, auch wenn seine Filmgeschichte das vielleicht vermuten lässt. Es gibt sogar produzierendes Gewerbe - eine kleine Papierfabrik ist im Ort zu besichtigen. Immer wieder zwicken wir uns... Toll hier!

 

Auch wenn das anders geplant war: Wir beschließen Weihnachten hier zu bleiben. Es gefällt uns so gut, Klima und Wetter sind klasse, dazu die Auswahl an wundervollen Unterkünften, die uns begeistern, dass wir verweilen möchten. Der Lago de Tota und die dortigen Schätze müssen warten... Wir haben alle Zeit, bleiben wir halt länger im Land!

 

Unser Pool im Sonnenuntergang, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Unser Pool im Sonnenuntergang, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Selbst der Kaufmann - die sog. Tienda - an der Ecke hat Eventcharakter, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Selbst der Kaufmann - die sog. Tienda - an der Ecke hat Eventcharakter, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Durch das Auf unf Ab ergeben sich tolle Blicke in die Umgebung, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Durch das Auf unf Ab ergeben sich tolle Blicke in die Umgebung, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Nach ein paar ruhigen Tagen des Nichtstuns hält uns dann nichts mehr, uns mal wieder zu bewegen... Wir laufen den gerademal zweistündigen Camino Real von Barichara in das noch kleinere und ebenfalls kuschelige Guane. Der von einem deutschen Auswanderer Mitte des 19. Jahrhunderts angelegte Camino Real - ein holpriger und grober Steinweg über viele Kilometer durch bergiges Umland - führt uns entlang steiniger Mauern, bergauf wie bergab durch wundervolle Landschaft. Immer wieder blicken wir aus der hügeligen Umgebung in die Weite der Cordillera Oriental, in deren Gipfeln sich die Wolken sammeln. Weit unten schauen wir auf den Río Suárez , der von hier wie ein kleiner Bach auschaut und doch wild und ungebändigt ist, so dass hier Rafting bei Schwierigkeitsgraden von bis zu Stärke 5 möglich ist. Das Kulturland, das wir um uns herum sehen und durchwandern - Sträucher und Grasland, Obstbäume und Nutzpflanzen sowie weitere üppig wuchernde, für uns unbekannte Pflanzen und Gewächse begeistern uns sehr. Beonders reizvoll und hervorzuheben sind die in der Gegend immer wieder zu sehenden Bäume mit den silbrig-grauen Strähnen. Das wie Haarsträhnen langgezogene Moos namens barbas de viejo - Bart des alten Mannes - versetzt die Gegend immer wieder in eine Szenerie ausTolkiens Herr der Ringe...

 

Es ist heiß und die Sonne scheint unerbittlich. Gut, dass wir Vormittags laufen und genug Wasser an Bord haben... Immer wieder kreuzen Schmetterlinge unseren Weg, wir beobachten farbenfrohe exotische Vögel, hören das ohrenbetäubende Konzert der Zikaden und sehen immer wieder schwer arbeitende Ameisen. Überhaupt Ameisen: Eine hier lebende Art ist eine kolumbianische Snack-Legende und wird geröstet im ganzen Land - sie sind uns schon in Bogotá begegnet - vermarktet... Wir haben sie übrigens nicht probiert, denn unser Reiseführer spricht geschmacklich von einer Mischung aus sandigem Dreck und kaltem Kaffeesatz! Nein, danke...

 

Der Camino Real, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Der Camino Real, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Moose bewachsen die hiesigen Bäume und gestalten fabelhafte Szenerien, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Moose bewachsen die hiesigen Bäume und gestalten fabelhafte Szenerien, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Kolumbien? Oder eher eine afrikanische Landschaft? Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Kolumbien? Oder eher eine afrikanische Landschaft? Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Guane selbst ist ebenfalls ein interessanter kleiner Ort, hat eine schöne Kirche und ein kleines Museum. Es gibt eine Reihe von Restaurants oder Eisverkäufern und wir sehen ein richtig exklusives Hotel, das wir uns gerade nicht leisten können wollen... Auch dieses kleine Örtchen hat viel Charme und man kann locker ein zwei Stündchen hier verweilen, ehe es zu Fuß oder per Bus wieder zurück nach Barichara geht..

 

Wie auch immer, während Barichara ein echter Bringer ist, kann man diesen kleinen und recht netten Spaziergang wohl nur als einen Einstieg in die hiesige Landschaft bezeichnen. Wir empfehlen ihn dennoch, haben wir über ihn doch einen ersten schönen Zugang zur Umgebung bekommen. Und das Umland hat hier in der Region noch viel viel mehr zu bieten: Neben den großen und eindrucksvollen Schluchten der Cordillera Oriental - vor allem der Chicamocha-Schlucht, der wir bereits auf der Fahrt von Bucaramanga  (wir haben eine Nacht nach dem Flug von Cartagena dort verbracht) hierher ansichtig geworden sind und die wir noch intensiver besuchen wollen, besticht die Gegend mit einer Reihe von Abenteuerspielplätzen, wie reißenden Flüssen zum Raften (Ríos Suárez, Chicamocha, Fonce), dem Abseilen von großen Wasserfällen, dem Mountainbiken oder dem Bergsteigen an atemberaubenden Klippen. Alles das liegt noch vor uns, einigem davon wollen wir uns nach Weihnachten widmen... Denn langsam zieht es uns wieder mehr in die Natur. Nach wenig aktiven Tagen juckt es in den Beinen...

 

Fast wie ein verwunschener Wald aus einem Fantasy-Film, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Fast wie ein verwunschener Wald aus einem Fantasy-Film, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Schwerstarbeiter, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Schwerstarbeiter, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Ankommen in Guane, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Ankommen in Guane, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Slow travel oder was? Was könnte uns davon abhalten?

Wir reisen nun drei Wochen gemeinsam mit Michael  durch Kolumbien und sind in dieser Zeit von unserem zuletzt eingeschlagenen Weg des slow travel abgewichen... Statt langsam und mit Müßiggang Ort für Ort, Region für Region zu erkunden, statt ausgiebig in die Landschaft hinein zu wandern, zu tekken, zu laufen, haben wir in kürzester Zeit ein paar markante Steps des Landes abgerissen und oberflächlich beschaut. Kaum, dass wir Luft holen konnten, sind wir schon zum Planen und Weiterreisen verdammt gewesen, haben wir eine Reihe von Flügen und Busfahrten hinter uns gebracht und unzählige Unterkünfte für gerade mal eine Nacht besucht. Ich muss zugeben: Das war anstrengend und teilweise unbefriedigend, auch wenn wir aus einer Reihe von kolumbianischen Regionen nunmehr einen ersten Eindruck haben.

 

Wenn nicht die Anwesenheit Michaels das ausgeglichen hätte, wenn wir nicht in der letzten Woche gemeinsam erkannt hätten, dass der Mehrwert dieser Tour sich - auch und vor allem für Michael  in seinen drei Wochen - nur einstellt, wenn man runterkommt und langsam reist, vielmehr manchmal eben auch gar nicht reist: Wir wären letztlich enttäuscht gewesen von dieser Reise. Auf diese Art wird man Kolumbien einfach nicht gerecht. Barichara kam da gerade recht, hier sind wir zu uns gekommen, weil uns der Ort mit seinem Charme an sich gezwungen hat.

 

Für uns bestätigt das nur, was wir schon früher so für uns erfahren haben: Reisen macht nur im langsamen Modus Sinn, das bloße Abreißen von Sehenswürdigkeiten ohne das 'sich gehen lassen', ohne das 'sich treiben lassen' und ohne das intensive und immer wiederkehrende 'Eintauchen' in das bereiste Ziel über eine gewisse Zeitspanne hinweg - für uns wäre es vertane Zeit, weil man die Facetten eines Landes gar nicht wahrnehmen könnte. Man braucht die besinnliche Zeit, die Zeit des Lesens und Nachdenkens, die Zeit des Schlafens und Träumens in der Hängematte, die das Erlebte verarbeiten lässt und abrundet. Freileich braucht man auch mal wieder die Aktivität und die Erkundung, die Suche nach dem Neuen, nach dem Besonderen und Spezifischen. In dieser Mischung wird eine Reise zu dem, was sie für uns ausmacht. Wir werden nur noch auf diese Weise reisen!

 

Heute nun ist Michael  zurück in Deutschland. "War uns ein Vergnügen, Micha! Hat Spaß gemacht! Schön, dass du uns besucht hast!"

 

An der zentralen Plaza ist Weihnachtsstimmung, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
An der zentralen Plaza ist Weihnachtsstimmung, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Barichara im Weihnachtsmodus

Nun sind es nur noch ein paar wenige Tage bis Weihnachten... Kolumbien scheint gerüstet, wenigstens in Barichara ist man präpariert. Abends finden hier auf einer Bühne regelmäßige moderierte Veranstaltungen statt, Morgens in der Frühe um 5:00 Uhr wird die erste Messe gelesen. Die Stadt füllt sich und viele Besucher werden hier zum Fest in dem schönen Ort ihre Zeit verbringen.

 

Wenn man abends durch die Gassen schlendert, sieht man überall bunte Lichterketten, Weihnachtsbäume oder Weihnachtsschmuck an den Häusern. Die zentrale Plaza wartet mit lebensechten Nachbildungen der Heiligen Drei Könige samt Kamelen auf... In der Kirche ist eine riesige Nachstellung der Heiligen Nacht, Krippenszene und Ankunft der Könige etc. zu bewundern. Am Heiligen Abend werden die Menschen die Nacht wohl im Freien verbringen können - wir werden es tun -, sie werden mit ihren Familien grillen und den nächtlichen Sternenhimmel bewundern... Wir sind gespannt, wie es am 24. tatsächlich aussehen wird...

 

Schon heute ist es ein Vergnügen in dem ruhigen, gemütlichen und bunt geschmückten sowie wundervoll beleuchteten Barichara zu spazieren. Vor allem Nachts hat sich die Stadt in eine tolle Atmosphäre gezaubert. So weit Weihnachten für uns gefühlt auch weg sein mag - näher dran als hier könnte es so fern der Heimat gerade nirgendwo sein. Weihnachten kann also kommen!

 

Modern aber schön, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Modern aber schön, Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Keine Tür, die sich nicht geschmückt präsentiert...
Keine Tür, die sich nicht geschmückt präsentiert...
Barichara, Kolumbien (Fotos Jörg Schwarz)
Barichara, Kolumbien (Fotos Jörg Schwarz)

 

Weihnachten und Jahreswechsel

Abschließend möchten wir uns gern bei Euch allen bedanken, vor allem bei denen, die uns in den vergangenen 6 Monaten gefolgt sind. Vielen lieben Dank für die Begleitung, die sehr schönen, aufmunternden und freundlichen Rückmeldungen und die vielen Fragen und Anregungen. Uns war es ein Vergnügen!

 

Wir wünschen allen ein Frohes Weihnachtsfest, besinnliche und ruhige Tage mit den Liebsten oder einfach ein paar geruhsame und arbeitsfreie Tage zum Entspannen. Genießt es, egal wo auf der Welt Ihr seid, was auch immer Eure SPUR sein mag!

 

Kommt gut in das Neue Jahr, feiert schön und verzichtet auch 2018 nicht auf alles das, was das Leben lebenswert macht... Wir jedenfalls werden uns an dieses Gebot halten und einfach weiterreisen. Es bleibt eine Reise in die Welt und zugleich zu uns selbst... Auch wenn wir spontan entscheiden werden, wohin die Reise geht: Es bleibt hochklassig und spannend... Bleibt uns in dieser SPUR also auch 2018 treu!

 

Spuren | WECHSLER sagen Tschüß in 2017 und warten auf Euch in der SPUR 2018!

 

Hasta luego | Ciao | Auf Wiedersehen!

 

Eure Spuren | WECHSLER

 

Bezauberndes Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Bezauberndes Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

Empfehlungen

Unterkunft

Cartagena

  • Wir haben in Cartagena im ganz netten Boutique-Hotel Marco Polo gewohnt, Calle de los 7 Infantes Nr. 9-89, Tel. 316-874-9478, casamarcopolo@hotmail.com. Während wir zunächst ganz vorn im Haus gewohnt haben - zwar schön, auf zwei Stockwerken, aber stockdunkel und daher voller Mosquitos - konnten wir nach einer ersten Nacht in einen der hinteren bzw. oberen Räume umziehen. Hier war dann alles sehr schön, hell und angenehm, wir hatten neben reichlich Raum vor allem eine schöne Terrasse, die wir nun einige Tage mit Vorliebe genossen haben. Marco macht eines der besten und kreativst zubereiteten Frühstücke Kolumbiens! Lage ist toll.

Bucaramanga

  • Wir sind eine Nacht hier gelandet, weil wir spät mit dem Flieger hier ankamen. Das Hostel KGB - Kasa Guane Bucaramango, Calle 49 Nr. 28-21, www.kasaguane.com hat uns aber sehr überzeugt, vor allem weil es funktional, freundlich und kommunikativ ist, wir hier klasse Info's bekommen haben und man sehr gute Restaurants und Bars in der Umgebung findet. Man arbeitet mit lokalen Sozialprojekten zusammen: Goals for Peace.

Barichara

Wir sind in Barichara zwischen zwei sehr empfehlenswerten Hostels hin und her gewechselt, schon weil wir uns nicht recht entscheiden konnten, welches uns besser gefällt. Beide haben ausschließlich kaltes bzw. angenehm kühles Wasser...

  • Das Tinto Hostel, Carrera 4 Nr. 5-39, www.hosteltintobarichara.com hat eine Reihe von ganz fantastischen Annehmlichkeiten zu bieten, hat uns aber auch gelegentlich genervt. Neben einem großzügigen grünen Garten und Grundstück mit herrlichem kleinen Pool, tollen Terrassen und Küchen, Hängematten und einer ganzen Reihe richtig guter Sitzgelegenheiten ist das Tinto zudem sehr preiswert und hat einen immer prall gefüllten Bierschrank. Leider kann die Freundlichkeit des Personals da nicht immer mithalten und unsere Badezimmer (Raum 3, vorn an der Straße - zudem recht laut) stanken teils erheblich. Zimmer sind hier nicht telefonisch oder persönlich zu buchen - selbst wenn man einen Mitarbeiter an der Strippe hat oder an der Rezeption steht, wird man genötigt sich über Hostelworld einzubuchen... Fanden wir doof. Um das aber auch klar zu sagen: Wir haben uns gleichwohl sehr wohl gefühlt und  hier super gechillt.
  • Ohne Pool und die Großzügigkeit eines üppigen Gartens, wohl aber mit schönem grünen und chilligen Patio ausgestattet, zahlreichen Hängmattenplätzen und einer mehr als entspannten, ruhigen, freundlichen Atmosphäre wartet das Color de Hormiga Hostel, Calle 6 Nr. 5-35, Tel. 726-7156, www.colordehormiga.com, auf. Die Zimmer sind einfach, schlicht und sauber und haben schöne Badezimmer - ganz ohne Gestank! Hell, bunt und mit Küche sowie Tisch- und Sitzgelegenheiten ausgestattet bietet das Hormiga alles, was man zu den zudem unschlagbaren Preis begehrt. Wir haben uns zudem über die freundlichen und gut erzogenen Kinder des Hauses gefreut.

 

Speisen

Cartagena

Nein, wir haben nicht schlecht, aber auch nicht herausragend in Cartagena gegessen. Hieran erinnere ich mich noch am besten:

  • Das Restaurant La Mulata, Calle Quero Nr. 9-58, El Centro, Tel. 664-6222, wartet mit guten und preisgünstigen Tagesgerichten auf. Wir hatten u.a. hervorragende Fischgerichte und Säfte.

Barichara

Barichara hat tatsächlich eine ganze Reihe von guten Lokalen zu bieten. Nicht dazu gehört allerdings der vom Lonely Planet empfohlene Italiener Ristorante Al Cuoco - wir möchten vor ihm ausdrücklich warnen: Weder erhielten wir, was man uns versprochen hatte (wir bekamen komplett andere Sachen, als wir beim Chef persönlich bestellt hatten, obwohl der Laden leer war - denken die, wir sind doof?), noch war es besonders gut. Außerdem hat man uns im Preis auf der Rechnung in nahezu allen Posten überteuerte Preise vorgelegt. Das geht gar nicht! Ignorieren!

 

Hervorragend essen lässt sich in den folgenden Läden:

  • Restaurante Shanti und Shambalá, Calle Carrera 7 Nr. 6-20 und direkt daneben, gleich bei der Plaza um die Ecke. Hier dominieren vegetarische Varianten aus der mexikanischen, japanischen oder indisch-asiatischen Richtung mit viel frischem Gemüse und hervorragenden Gewürzen, die mit allerlei unterschiedlichen Beilagen - wie Quinoa, Reis, Nudeln, Pita etc. - aber auch Fleisch - kombiniert werden können. Wir wurden im Shanti sehr persönlich betreut und mit hervorragendem Service und Beratung versorgt. Lasst euch nicht davon irritieren, dass die Shanti-Köchin das fertige Essen vor dem Servieren 'segnet' und beim Shambalá-Koch (die beiden scheinen ein Paar zu sein...) Pornos in der Auslage liegen... Das Essen ist in beiden Fällen herausragend gut!
  • Eher klassisch kolumbianische aber sehr gute fleischhaltige Gerichte - wir hatten hier u.a. Ziegenfleisch im Stile von Eisbein) findet ihr im unprätenziösen El Compa, Calle 5, Nr. 4-48, direkt gegenüber der Kirche.

Allgemeines

Cartagena

Wer direkt bei Cartagena nicht auf Strände verzichten kann dem sei folgendes zu empfehlen:

  • Der Beach Playa Blanca - gut 2 Stunden Fahrtzeit von Cartagena entfernt und individuell sowie im Rahmen einer organisierten Tour zu erreichen - ist ein wunderschöner Steifen Sand aber leider überlaufen... Wenn überhaupt, dann orientiert euch so: Kein Wochenende, keine Ferienzeit, sucht euch im nördlichen, mit Blick auf das Meer rechten Strandabschnitt etwas!
  • Nicht fürs Auge aber sehr wohl für ein oder zwei Strandtage ganz gut geeignet erscheint uns der Boquilla-Strand, gut 7 km außerhalb von Cartagena. Wir sind mit dem Taxi hin, dann zu Fuß und mit dem Bus zurück! Es gibt hier frischen Fisch und Schattenplätze zu kleinem Preis. Versucht es erst hier, bevor ihr die lange Reise zur Playa Blanca auf euch nehmt...

Barichara

  • Während man sich natürlich erstmal in dem wundervollen Barichara treiben lässt, die hervorragenden Hostels genießt und gut isst, gehört die Wanderung nach Duane auf dem Camino Real zum Pflichtprogramm in Barichara. Der Weg ist gut zu laufen mit Wanderschuhen oder Turnschuhen, da etwas grob. In 1,5 bis 2 Stunden habt ihr Duane erreicht - sehr leichte Kost... Die Landschaft ist hervorragend, man bekommt viele kleine Tiere zu Gesicht und die für die Landschaft typische Flora.

 

Ausblick

Spuren | WECHSLER verbringen über Weihnachten ein paar weitere ruhige Tage in Barichara. Sie wollen weiter die Umgebung erkunden und in der wundervollen Landschaft aktiver werden. In der touristischen Nachbarschaft San Gil  warten reißende Flüsse darauf geraftet zu werden, atemberaubende Schluchten wollen besucht und erschlossen sein.

 

Unsere Helden werden anschließend in die Hochanden zurückkehren. Sie werden zum Tota-See weiterreisen und die dortigen Berge sowie einen der höchstgelegenen Beaches der Welt - die Playa Blanca - erkunden. Neben dem kolonialen Kleinod Mongui  - hier werden Fußbälle für die Welt produziert - soll vor allem von Sogamoso aus in die kolumbianische Natur getrekkt werden.

 

Bleibt uns treu! Kommt auch 2018 IN DIE SPUR!

 


Wir vermissen Barichara schon jetzt... Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
Wir vermissen Barichara schon jetzt... Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)




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Kommentare: 4
  • #1

    Roman Gebhardt (Freitag, 22 Dezember 2017 11:23)

    Mit großem Interesse habe ich eure Reise in den letzten Wochen und Monaten verfolgt. Das ist eine gute Lektüre für die Mittagspause und lässt einen den Arbeitsalltag vergessen :-) Ich wünsche euch Beiden frohe und besinnliche Weihnachten in der Ferne und Glück, Gesundheit und Erfüllung für das neue Jahr 2018! Viele liebe Grüße aus dem seit Tagen verregneten Kranichstein
    Roman Gebhardt

  • #2

    Spuren | WECHSLER (Samstag, 23 Dezember 2017 03:13)

    Lieber Roman,
    danke für deine Treue und dein freundliches Feedback! Hoffe es geht dir persönlich gut!?
    Wünsche dir und deiner Familie schöne Weihnachten und einen guten Jahreswechsel!
    Wir hören | sehen | lesen uns 2018! Grüße aus dem sonnigen Barichara, Kolumbien!
    Spuren | WECHSLER

  • #3

    Reinhard Helle (Donnerstag, 28 Dezember 2017 23:14)

    Für rechtzeitige Wünsche für ein entspanntes Weihnachtsfest in der Hängematte hat es zeitlich nicht mehr gereicht ... aber die Wünsche für 2018 kommen (hoffentlich) noch rechtzeitig an: alles erdenklich GUTE und ich freue mich - wie Roman auch - auf Eure weiteren Reiseberichte. Bleibt weiter in der Spur ... ich bin gespannt, wohin Euch die Spuren in 2018 dann letztendlich führen werden.
    Was das Wetter angeht: 4 Grad in Bergedorf, 5 Grad am Volksparkstadion, 3 Grad am Millerntor, 4 Grad an den Landungsbrücken .... macht zusammen auch 16 Grad ... beachte bitte die feinen Gradunterschiede.
    Reinhard

  • #4

    Spuren | WECHSLER (Freitag, 29 Dezember 2017 03:34)

    Lieber Reinhard,
    die Grüße sind angekommen! Ich hoffe Eure Inseltour war ebenso schön wie unsere letzten Tage! Wir wünschen Euch einen guten Jahreswechsel, schnellen Frühling (oder richtigen Winter) und freuen uns auf Euch IN DER SPUR 2018!
    Zum Hamburger Schmuddelwetter und den feinen Differenzen: Frei nach Derrida: "Es ist diese Differenz, die den Unterschied macht..."
    Spuren | WECHSLER

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