Spuren | WECHSLER und der Schatten des Skorpions - Minca, Playa Los Angeles & Tayrona

 

Bericht Nr. 29

 

Moin Moin Leute!

Ach wie ist es schön, wenn man Zeit und seinen Lieblingsplatz bereits gefunden hat, wenn man von hoch oben auf das unten leuchtende und rauschende Meer schaut, die Hängematte leicht auspendelt und man während des Arbeitens meint, man habe Urlaub… Ab und an muss ich mich nach wie vor kneifen, aber selbst dieser Schmerz fühlt sich süß an…

 

Zurück an der wundervollen Playa Los Angeles – ich komme später darauf zu sprechen – arbeiten wir die Ostertage auf, unseren Aufenthalt 600 m über dem Meer sowie unseren Besuch des famosen Tayronaparks – nun also doch! Eine Woche der Entscheidungen und der Organisation liegt hinter uns, weitere 15 Monate Reise vor uns… Zuvor jedoch wollen wir – nach einem Rückzugsparcours durch Kolumbien, in dem wir unsere Lieblingsplätze streifen – ‚Urlaub vom Urlaub‘ machen. Im Mai besuchen wir für gut einen Monat lang Deutschland. Auch dazu unten mehr…

 

Doch zunächst schauen wir auf zwei der derzeit populärsten Ziele Kolumbiens: Minca und Tayrona sowie weitere Geschichten rund um unsere Reise…

 

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Blick auf den Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Von Tolú nach Minca – Busfahren in Kolumbien

Das Reisen an sich – die Fortbewegung in diversen Verkehrsmitteln und auf unterschiedlichsten Straßen und Wegen – war in diesem Blog schon gelegentlich Thema. Immer wieder erlebt man dabei Interessantes, Staunenswertes oder Schmerzhaftes. Manchmal alles zusammen…

 

Unsere Reise von Tolú nach Minca, unserem geplanten Osterdomizil in den Bergen über Santa Marta, ist in vielerlei Hinsicht typisch für das, was wir immer wieder hier in Kolumbien erleben und soll daher mal wieder aufgegriffen werden. Die Geschichte beginnt mit einer einfachen Frage am Busbahnhof, wie lange denn eine Reise nach Santa Marta von Tolú aus wohl dauert? Eigentlich eine einfache Frage für einen, der es genau wissen müsste. Schon das Zählen an der Hand jedoch – unser Gesprächspartner zählt die Stunden und womöglich Kilometer an den 10 Fingern seiner Hand runter – macht uns allerdings skeptisch und wir ahnen nichts Gutes…

 

„Das sollte in fünf Stunden zu machen zu sein!“, sagt er selbstbewusst und erkennt sogleich an unserem skeptischen Blick, dass er nochmal nachlegen muss: „Na, weil der Bus von Tolú aus ja nicht über Cartagena geht, sondern eine direktere Route beschreibt, schafft es der Bus in fünf, na sagen wir fünf Stunden und 30 Minuten…!“ Wir staunen, schlagen aus Erfahrung eine Stunde drauf und gehen also von sechseinhalb Stunden aus. Im Internet sichern wir das nochmal ab, tatsächlich scheint der Bus von hier aus einen sehr direkten Weg über Baranquilla zu nehmen. Auf einer Karte ist der Weg nachgezeichnet – er geht weit an Cartagena vorbei und kürzt also ab – wir sind beruhigt. Der früheste Bus fährt um 7:45 Uhr! Gesagt getan, am nächsten Morgen fahren wir mit der Fahrradrikscha bereits um 7:00 Uhr los – inzwischen nämlich meint unsere Hostelbesitzerin, der Bus gehe ihres Wissens nach schon um 7:30 Uhr los… Sicher ist sicher!

 

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On the road - nicht nur romantisch... Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Am Busbahnhof angekommen: Gähnende Leere. Niemand wartet hier, wir sind die ersten am Schalter. Gleichwohl tönt es: „Der Bus fährt in 15 Minuten!“ Was der Schaltermensch da sagt ist die Standardfloskel aller Menschen, die in Kolumbien etwas mit Bussen zu tun haben. Wir haben das hundertfach gehört und haken nach… „Zu welcher Zeit genau?“ – „7:45 Uhr!“, so als wäre das schon immer so ausgesprochen gewesen… Man fragt sich, ‚na was denn nun?‘, liegen doch immerhin 30 Minuten zwischen den zwei Ansagen… Wir kennen das ja schon und sind ggw. so gechillt, dass wir es einfach abhaken, abwarten und aussitzen… Kopfschüttelnd allerdings.

 

Immerhin wissen wir exakt, wo der Bus abfahren wird, wir können ihn also nicht verpassen… Als um 7:30 Uhr ein Bus der von uns gebuchten Linie genau hier vorfährt, haben sich inzwischen ein paar Menschen mit uns im Wartebereich versammelt und nehmen - wie wir - Haltung an. Der Fahrer jedoch öffnet die Türen, schließt sie sogleich und verschwindet erstmal um die Ecke: ‚Moment noch!‘ Als sich auch um 7:50 Uhr noch immer nichts tut, mache ich meine erste Runde und suche fragenden Kontakt zum Fahrer, der die gesamte Zeit zu telefonieren scheint – privat natürlich. ‚Geht gleich los‘ signalisiert er und scheint sein Gespräch beenden zu wollen, dreht sich aber um und tut es dann doch nicht... Um 8:00 Uhr bin ich langsam sauer, als von hinten ein zweiter Bus vorfährt – nicht unsere Gesellschaft – und mit etwas Abstand zum Wartebereich mitten auf dem Parkplatz anhält. Die Türen gehen auf, der Fahrer ruft irgendwas, allgemeine Hektik, wir werden aufgefordert ganz schnell einzusteigen – „rapido, rapido“. Es muss plötzlich alles ganz rasant gehen. Ich hasse das!

 

Obwohl nicht mit unserer Gesellschaft, nicht am vorgesehenen Abfahrtsort, obwohl verspätet und auf gänzlich anderen Sitzplätzen, als auf unserem Ticket vermerkt, rollen wir um 8:15 Uhr (!) los - in Richtung Santa Marta. Natürlich vergewissern wir uns mehrmals, ob der Bus auch wirklich unser ist, ob wir direkt  nach Santa Marta fahren etc. Die Antwort ist bestimmt: ‚Selbstverständlich!‘ Warum alles so anders gekommen ist, als noch vor einer Stunde avisiert? Wir erfahren es nicht…

 

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An Bord ist es auch nicht das Wahre... Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Auf eher mäßigen, aber uns von der Herfahrt schon bekannten Wegen, fahren wir an riesigen Palmenfeldern und -plantagen der hiesigen Palmölindustrie vorbei. Es geht direkt … nach Cartagena! ‚Cartagena? Na das glaube ich doch nicht…‘ Wenn ich Spanisch sprechen würde, könnte der Fahrer was erleben, aber ich könnte ja nicht mal erklären, warum ich wütend bin und fluche daher auf Deutsch in mich rein. Das wird uns doch mindestens ein, zwei weitere Stunden Zeit kosten, dass wir nun doch erst nach Cartagena zuckeln… Echt verärgert – die lügen uns offen ins Gesicht – ziehe ich mich schmollend auf meinen Platz zurück und schaue den zumindest witzigen Film zu Ende, der gerade läuft: „How to feel as Latin Lover – Wie es sich anfühlt ein Latin Lover zu sein.“ Wenn mit diesem Film nun auch dieses Berufsziel für die Zukunft auszuschließen ist, wissen wir jetzt wenigstens, dass wir mindestens 7 bis 8 Stunden Fahrtzeit bis Santa Marta benötigen werden…

 

Am Ende brauchen wir ganze 9 Stunden, können beide nicht mehr sitzen, die Hitze ist erdrückend – trotz Klimaanlage – und wir sind noch nicht am Ziel. Vom Busbahnhof aus müssen wir nun erstmal per Taxi in die entfernte City gurken, von wo aus die Collectivos nach Minca fahren… Es ist viel Verkehr, die fahren auch nicht sofort und brauchen dann gut 30 Minuten… Alles in allem könnte das nochmal mehr als eine Stunde dauern… Als uns der Taxifahrer anbietet für 12,- € auch direkt nach Minca zu fahren, willigen wir sofort ein - schneller hat er nie einen Deal gemacht… Er fährt zwar gefühlt mit 20 km/h den Berg hinauf, scheint Kurven nicht wirklich zu mögen und wir haben immer wieder Angst, dass es sein Wagen gar nicht über den nächsten Hügel schafft, aber wir kommen an. Von hier aus noch ein kurzer Fußweg zu unserem abgelegenen Hostel… Um 17:15 Uhr sind wir am Ziel, die Sonne deutet ihren Untergang schon an… Gleichwohl schwitzen wir bestialisch, sind bedient und insgesamt fix und fertig. Wie ich das Reisen manchmal hasse!

 

An diesem Tag fällen wir eine Entscheidung: Der eigentlich geplante Aufenthalt im völlig abseits der Reiseroute gelegenen Mompox – die Zeitangaben mit mehreren Umsteigen von Santa Marta schwanken zwischen 5 und 9 Stunden (!) – fällt ins Wasser, das tun wir uns jetzt nicht für die paar Tage an. Wir haben gerade unsere faule, ähem, bequeme Phase…

 

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Fast schon das Zentrum von Minca, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Gähnende Leere zu Ostern... Minca, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Blick auf die Brücke von Minca, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Minca – die Populäre in der Sierra Nevada de Santa Marta

Wir sind also in Minca. Es liegt gut 600 m oberhalb von Santa Marta in den Bergen der Sierra Nevada de Santa Marta und hat den Ruf, etwas kühler und angenehmer zu sein, als die Großstadt unten am Meer. Es ist von Kaffeeplantagen umgeben, die guten organischen Kaffee produzieren und soll eine nette Stimmung haben. Es ist unser Plan, uns in dem kleinen Örtchen für die Ostertage zurückzuziehen – die Feiertage in Kolumbien sind Reise- und Partytage der Kolumbianer, für uns derzeit deutlich zu aufregend und anderswo auch viel zu teuer. Wir buchen daher schon weit im Voraus, noch außerhalb von Minca, ein kleines – und wie es heißt – ruhiges Hostel. Wie wir zu Ostern im Ort sehen, tun wir gut daran, denn eine wahre Flut von Gästen sucht den Ort auf, der spätestens in diesem Jahr extrem populär unter den ausländischen wie einheimischen Reisenden ist und uns seit Monaten von vielen nahegelegt wird. Und Ostern ist er voll. Gut also, dass wir selbst weit ab vom Schuss wohnen.

 

Minca überrascht uns. Wir erwarten ein nettes kleines Städtchen mit Charme und Flair, in dem es interessant sein könnte, Osterfeierlichkeiten der Einheimischen ganz nah in urbanem Umfeld zu erleben … und sehen ein überbordendes, nicht gerade ansehnlich verbautes und infrastrukturell völlig unzulänglich ausgebautes Dörfchen, das viel zu schnell gewachsen ist und in welchem Osterfeierlichkeiten nicht stattzufinden scheinen. Der Ort ist weder schön, noch gibt es einen Geldautomaten hier und zu Ostern sieht man nicht mal eine kleine Prozession – es sei denn, dass sie so klein war, dass wir sie übersehen haben. Warum wollen nochmal alle hierher? Uns erschließt sich das erst nach und nach – aber auch nur ein wenig … Optisch jedenfalls macht es für uns nicht viel her, die Atmosphäre aber ist O.K.

 

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Blick aus unserem Hostel in Minca - fantastische Aussicht, Minca, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Und so spielt sich über Ostern das Leben hier ab... Minca, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Chillig ist es schon... Minca, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Sukzessive erschließen wir das „Zentrum“, das sich um eine Brücke und den darunter fließenden Fluss herum gebildet hat. Es gibt ein paar Badestellen hier. Von hier aus führen in fast alle Richtungen mehr oder weniger gut ausgebaute Straßen und Wege in die Sierra, man kann in kurzer Zeit aus der Stadt heraus wandern, Mountainbiken, Vögel beobachten und im Wasser der Flüsse baden. Die Natur hier wirkt intakt und ist überall nah – dazu sind die Strände der Küste in einer Stunde erreichbar. An allen Ausfahrtstraßen befinden sich teils wirklich schöne und relaxte Hostels oder Bungalowanlagen, von deren Lagen aus herrliche Blicke in die Umgebung und Richtung Meer zu finden sind.

 

Wandern oder abhängen und chillen sind die am meisten wahrgenommenen Aktivitäten in Minca… Und das ist denn auch das, was den Ort auf jeden Fall besuchenswert macht: Seine Unterkünfte und touristischen Annehmlichkeiten, die – wenn man auf eine Menge internationaler und meist sehr junger Backpacker-Touries steht – und Marihuana liebt – viel zu bieten haben. Vor allem kulinarisch kann man in Minca mal wieder aus dem Vollen schöpfen. Seine Restaurants, Smoothies-Bars und Cafés (guter Kaffee inklusive) bieten mehr als irgendwo anders zuletzt und wir können neben hervorragenden Fruchtsäften, kreativen Smoothies und exotischen Drinks auch mal wieder Quesadillas, Pizza oder Crêpes genießen. Im Vergleich mit anderen Bergorten Kolumbiens jedoch bleibt Minca für uns eher eine Enttäuschung.

 

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Die kleinen Bewohner von Minca, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Meistens sind wir froh, dass wir noch gut 10 Minuten außerhalb wohnen… Hier ist es tatsächlich ruhig, wir haben einen fabelhaften und schönen Blick hinab auf die Küste und auf Santa Marta, deren Beleuchtung des Nachts zu uns herauf strahlt… Zwar ist unser Hostel kein Traumschloss – es wirkt etwas unfertig und provisorisch, hat verlegene Matratzen und etwas muffige Zimmer, das Bad wurde während der 6 Tage unseres Aufenthalts nicht einmal gesäubert und ständig von einer Vielzahl von Tages- und Nachtgästen unseres Gastgebers mitgenutzt, die sich hier gern aufhalten – es bietet uns aber, neben ein paar Hängematten und Sofas sowie einer Küche und stabilem WLAN, vor allem einen atemberaubenden Standort mitten in der Natur. Im Grunde genau richtig für die 6 Tage und am Ende auch in Ordnung – zumal wir mit zwei Hamburgern eine nette gemeinsame Zeit verbringen.

 

Die Natur ist überall: Von Skorpionen, Tukanen und Affen…

Wir sitzen also den Tag über - und am Abend auch - zumeist auf unserer großen und chilligen Terrasse und hängen ab. Da wir mitten in der Natur sind, haben wir die gesamte Zeit interessante Begegnungen mit den Tieren der Region. Bereits in der ersten Nacht besucht uns ein Skorpion im Bad. Ich muss zugeben, es ist mein absolut erster Skorpion - sieht man mal von den beiden weiblichen Mitgliedern meiner Familie ab, die beide Skorpione sind, was sich mit meinem Sternzeichen Widder so lala verträgt… Keine Ahnung wie er sich verhält, der echte Skorpion, jedenfalls hat er beeindruckende Werkzeuge und ich bin froh, dass Magda ihn rechtzeitig gesehen hat… Von diesem Moment an, schwebt der Schatten dieses kleinen aber respekteinflößenden Insekts über allen Ecken und Ritzen unseres Badezimmers, obwohl wir ihn natürlich nach draußen befördert haben… Ich jedenfalls schaue mich fortan immer gut um, wenn ich das Bad betrete und bleibe ein wenig befangen…

 

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Großartige Sonnenuntergangsstimmungen von unserer Terrasse aus... Minca, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Natur pur, Minca, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Ostern: Ein Hängemattentraum, Minca, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Wir sehen eine stattliche Zahl an Käfern und anderen krabbelnden Insekten der Nacht, Fledermäuse umfliegen uns, Zikaden lärmen und eine unglaubliche Menge an Vögeln ist immer präsent. Krawallmachende Papageien bis hin zu wundervoll bunten und farblich interessant geschmückten Vögeln unterschiedlichster Art beobachten wir nun täglich immer wieder. Selbst Tukane gibt es hier und wir sehen einen in einiger Entfernung – leider nur dieses eine Mal, als ich keine Kamera bei mir habe. Auch Affen bleiben uns verwehrt und einen Kauz (?) hören wir zwar immer wieder an derselben Stelle, sehen tun wir ihn aber nicht…

 

Solange man diese üppige Tierwelt – auch die umliegende Flora ist ganz nett – aus der Distanz betrachten kann, bin ich dabei. Sobald es zu eng wird, kann es mich durchaus panisch aus der Stimmung totaler Entspannung und Ruhe aufschrecken lassen … Nicht selten also fahre ich hoch, wenn mal wieder ein dicker Brummer von Käfer an meinem T-Shirt hängt oder mir eines Abends ein Gecko direkt in den Schoß fällt. In dem Fall kriege ich zwar einen ordentlichen Schreck, bin aber erstaunlich cool, weil ich sehr schnell sehe, was da auf meinem Knie gelandet ist. Selbst schockiert und völlig perplex scheint der Gecko mit dem roten Kopf selbst erstmal auf bewegungslos zu machen… Ein komisches Gefühl diesen kleinen, sonst so scheuen Krabbelprofi auf dem Knie zu spüren. Wieso ist er überhaupt gefallen? Ich habe das für unmöglich gehalten… Erst als ich mich bewege nimmt er panisch Reißaus… ‚Na‘, denke ich, ‚allemal besser als eine der großen Spinnen oder Schlangen, die es hier selbstverständlich auch gibt‘, und trinke erstmal einen kräftigen Schluck meines eiskalten Bieres und wische mir den Schweiß aus dem Gesicht…

 

Wir lassen es uns also inmitten dieses Gewusels recht gut gehen, kochen uns gelegentlich was, trinken kalte Drinks und chillen sonst viel rum. Ostern war dieses Jahr für uns ein Hängemattentraum! Minca dagegen hat nicht so wirklich gehalten, was wir uns davon versprochen und viele Leute uns zuvor darüber berichtet haben, aber die paar Tage auf der Terrasse waren schon O.K.

 

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Unser Traumstrand, Playa Los Angeles, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Back to the roots – Und sie leuchtet immer noch: Die Playa Los Angeles

Da wir beschlossen haben, Mompox sausen zu lassen, bleiben uns noch ein paar zusätzliche Tage an der karibischen Küste. Es gibt wirklich Schlimmeres!

 

Wir müssen nicht lang überlegen und fahren erneut an die Playa Los Angeles, die für uns noch immer der beste Beach hier in der Gegend ist und für uns eine alte Bekannte. Wie abgelegen und unbekannt sie ist, zeigt sich uns erneut bei der Herfahrt: Die Busfahrer und Mitarbeiter der Busgesellschaften kennen sie meistens nicht… Als wir Tayrona passieren, setze ich mich also vorn in der Kabine des Fahrers neben selbigen und zeige ihm, wo er halten muss… Aussteigen in Windeseile, die Rucksäcke hinterher… Und dann stehen wir nach kurzem Walk erneut vor dem leuchtenden Meer dieses wundervollen Ortes. Ein Grinsen zaubert sich auf unser Gesicht…

 

Wir erhalten das bekannte Zimmer, jeder hier kennt uns noch, wir werden empfangen – fast wie zuhause… Schon am Strand wissen wir, dass wir auch mit dieser Entscheidung alles richtig gemacht haben. Das Meer ist heute erfrischend kalt, wir lieben es, uns in ihm abzukühlen… Sein wundervolles aquamarinfarbenes Leuchten, seine weißen, total sauberen Schaumkronen schießen über den Beach, der sich in nur vier Wochen unserer Abwesenheit bereits erheblich verändert hat: Die schweren Wellen des Meeres haben dafür gesorgt, dass die obere Stufe des Strandes sich in der Breite nahezu verdoppelt hat. Wir liegen oben drauf, gut ein, zwei Meter über dem Meer und dem steileren Strandbereich, gleiten an der Sandstufe zu ihm hinab und rein… Wow! Ein Traumstrand.

 

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Ein breiter Stretch weißen Sandes... Playa Los Angeles, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Klasse Vögel: Pelikan im Flug, Playa Los Angeles, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Pelikan im Flug, Playa Los Angeles, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Ein besonderes Vergnügen bereitet es auch hier den Pelikanen bei der Arbeit zuzusehen. Diese großen eleganten Vögel schweben – mal in Gruppen, oft auch allein – Stunde für Stunde in atemberaubend vornehmer Art über den Strand oder das Meer. Wie elegant kann man fliegen? Besonders liebe ich es, wenn sie nur wenige Zentimeter über der Meeresoberfläche, fast ohne mit den Flügeln zu schlagen, dahingleiten - jeder Welle spielend ausweichend und jederzeit bereit für eine Mahlzeit… Wenn sie etwas erspähen, stechen sie fast immer hinter der gerade überflogenen Welle ins Wasser… Sie stehen plötzlich in der Luft und schießen blitzschnell hinab. Im Wasser schwimmend sieht man sie dann nur noch schlucken, meist hat der Fisch, der gelegentlich noch aus dem Schnabel herausguckt, das Nachsehen. Und weiter geht es. Nur ein paar Meter vor unserem Strandtuch spielt sich das den ganzen Tag lang ab und ich werde nicht müde zuzusehen. Meine Seele gleitet dann dahin, wie die Pelikane in der Luft… Wundervolle Geschöpfe…

 

Auch wenn sich das Restaurant der Anlage etwas verbessert zeigt, wünschen wir uns nach ein paar Tagen eine Veränderung auf dem Teller… Wir beschließen einen Tagesausflug nach Palomino zu machen und freuen uns auf kreative karibische Küche: Kurz an die Straße gestellt, den Zeigefinger rausgestreckt - und nach nicht einmal fünf Minuten hält der erste Bus – nach unfassbar langem Bremsweg – an. Weitere 30 Minuten später – im Bordkino läuft ein moderne Version des Weißen Haies - steigen wir an der Hauptstraße aus und machen uns auf den Weg. Palomino hat sich natürlich überhaupt nicht verändert – warum auch? Vielleicht sind jetzt weniger Menschen hier, weil der Tayronapark offen ist, aber sonst ist alles an seinem Platz. Gott sei Dank auch unser früheres Hostel, in dem es diese wunderbare Köchin gibt – Vegetarisches Quinoa-Sushi and more… Wir hängen uns ins Internet, checken Nachrichten und Mails und speisen endlich wieder vorzüglich. Auch hier erkennt man uns sofort wieder: „Was, Ihr seid noch da“? – „Schon wieder, schon wieder!“

 

Nach ein paar Besorgungen steigen wir wieder in den Bus, sind froh weiter an der Playa Los Angeles zu sein und genießen die Mitbringsel aus Palomino: Schokolade und Chips – und kaltes Bier…

 

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Manchmal bleiben sie mitten im Flug stehen, tauchen ab und fischen... Playa Los Angeles, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Ich kann mich nicht sattsehen: Playa Los Angeles, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Also Tayrona ist voller... Playa Los Angeles, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Der Tayrona Nationalpark – das verlorene Paradies Kolumbiens

Während wir uns das letzte Mal gegen den Tayrona-Nationalpark und seine Beaches entschieden hatten, um länger auf der Playa Los Angeles verweilen zu können, wollen wir diese zweite Chance nicht verstreichen lassen… Jetzt sind wir auch neugierig, wohl wissend, dass sich nun vermutlich deutlich weniger Touristen in dem Areal aufhalten werden… Langsam – jetzt nach Ostern – kann man erstmals spüren, dass die Nebensaison beginnt.

 

Um 7:00 Uhr morgens also stehen wir auf. Wir wollen – an einem Montag – zum Öffnungszeitpunkt um 8:00 Uhr loswandern. Wir kommen nach kurzer Fahrt mit einem Bus direkt zum Haupteingang, zahlen das vergleichsweise üppige Eintrittsgeld und fahren zunächst mit einem Collectivo in den Park hinein. Um uns herum ist jetzt alles üppig grün und riecht herrlich nach Wald. Wir wollen – anders als unsere Mitfahrenden – einen kleinen Umweg nehmen, der uns zunächst zu den östlichen Beaches und einem Mirador führt – 60 Minuten soll er dauern (zum Nachwandern: Ruta A).

 

Entlang gut gepflegter Wege und in leuchtender Urwaldszenerie - meist laufen wir dabei im angenehmen Schatten – streben wir im Auf und Ab der Landschaft der Küste zu. Wir passieren wundervolle Schmetterlinge, Autobahnen von Blattschneideameisen, üppige Dschungelvegetation und sehen immer wieder diese typischen grauen Granitfelsen, die sich von jetzt an überall im Tayronapark finden lassen. Oft sind sie von den Wurzeln der Bäume umfangen. Nach einiger Zeit kommen wir an einen langen Stretch von Strand, dessen Wellen wir seit geraumer Zeit schon hören. Der Ort ist wundervoll … aber nicht der Aussichtspunkt, den wir erwartet hatten…

 

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Wundervolle Urwaldgeschöpfe, Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Die Felsen schauen etwas verkniffen heute... Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

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Blick vom vielleicht östlichsten Aussichtspunkt - ganz da hinten wäre unser eigentlicher Mirador gewesen... Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Offenbar hat irgendwer das Schild, dem wir gefolgt sind, verdreht, so dass wir zunächst an der Playa Chañaveral gelandet sind, die sich als eine Verlängerung unserer Playa Los Angeles herausstellt. Weit hinten erkennen wir ihre Felsbegrenzungen wieder… Wir klettern auf einen vorgelagerten Granitfelsen und haben von hier aus fantastische Blicke auf den Tayronapark und seine Küste. ‚Da hinten ist auch unser Mirador‘, denke ich, den wir eigentlich angepeilt hatten… Aber kein Problem! Da man hier eh nicht baden sollte, machen wir uns auf den Weg, drehen das Schild, das uns fehlgeleitet hat, in die richtige Position und sind kurze Zeit später an besagtem Aussichtspunkt. Von hier aus laufen wir nun auf bestens gepflegten Wegen – mal Sprossen aus Holz, mal Sand, mal Stein – die Steilküste entlang, haben atemberaubende Blicke aus der Vogelperspektive auf Strände und Meer, kommen dann aber auch immer wieder direkt an die Strände und staunen über diese wundervolle Landschaft. Immer wieder laufen wir in den angrenzenden Wald hinein, der an manchen Stellen tunnelartig aus den hiesigen Mangrovenwäldern herausgearbeitet ist… Und das beste an allem: Man begegnet hier nur wenigen Menschen…

 

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Hier jagt ein spektakulärer Beachspot den nächsten... Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Immer wieder kommen Flüsse aus den Bergen direkt bis zum Strand, Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

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Ein bisschen zu gefährlich zum Schwimmen... Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Am beeindruckendsten ist die Dschungelszenerie, Sekundärwald, die wir ausgiebig durchwandern: Vor allem die unfassbar großen, schattenspendenden Urwaldriesen mit ihrem beeindruckenden Wurzelwerk – teils mindestens so weit verzweigt, wie der Baum hoch ist – begeistern uns nachhaltig. Ihre mal fächerartigen, mal stammbreiten Wurzeln ziehen sich am Stamm herab in den Boden, greifen weit aus und sind oft viele Meter als gigantische Wurzelstränge zu verfolgen… Diese Bäume lassen die ansonsten heiße Tropenluft fast angenehm kühl erscheinen und bieten den Tayronaindigeñas in ihrem weißen Kleidern immer wieder besten Schutz, wenn sie den Saft der Kokosnuss oder von Orangen feilbieten oder Arnicasalben mit dem Zusatz von Koka und Marihuana (eine populäre Salbe gegen Knochen- und Gelenkschmerzen aller Arten) mitten im Wald an Touristen verkaufen. Wir sehen exotische Vögel und immer wieder alle Arten von Insekten und haben das große Glück Affen zu sehen.

 

Irgendwann erreichen wir nach schweißtreibendem Auf und Ab den Beach von Arrecife, an dem sich nun erste touristische Einrichtungen finden… Neben luxuriösen Cottages sehen wir regelrechte Zeltstädte, ein Restaurant und später auch eine Bäckerei, deren sagenhaftes Pan de Chocolate (Schokoladenbrot) einen Einbruch der Zivilisation in die hiesige Natur markiert… Unbedingt probieren! Von jetzt an laufen wir vermehrt auf den Stränden, auf die es eine große Anzahl an Touristen auch heute – an einem Montag in der Nebensaison – abgesehen hat. Und man muss sagen, dass man es verstehen kann. Eingerahmt und mit diesen wundervollen gigantischen Granitfelsen garniert, reiht sich nun Traumstrand an Traumstrand – zunehmend sogar mit der Möglichkeit in ihnen ohne großes Risiko zu schwimmen… Wundervolles Wasser – unterschiedliche Blautöne allenthalben und abkühlend kalt -, feiner weißer Sand und üppiger Palmenwuchs lassen das Herz von Strandästheten höherschlagen. Einziger Wehrmutstropfen: Viel zu viele Menschen versammeln sich hier – von jetzt an wird es mit jedem Strand schlimmer…

 

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Was für ein Glück: Wir sehen wunderschöne kleine Äffchen, Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Klein, schnell, wuselig: Mico Titi-Affen, Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

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Unfassbares Wurzelwerk und hier nur ein kleiner Ausschnitt... Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Wir schwimmen ein erstes Mal an einem breiten Strand kurz vor der berühmten Playa Piscina – man weiß ja nicht, wie voll es da gleich sein wird – und staunen anschließend über den wunderschönen weißen Strand, der sich wie eine Sichel in einer großen geschützten Bucht dahinzieht und den wir als gerade noch angenehm gefüllt charakterisieren würden. Durch tropische, grün leuchtende und palmenbestandene Areale, immer wieder über Felsenzonen und Sandpisten hinweg, die man sich hier mit den Pferden teilt, die gelegentlich Touristen tragen, marschieren wir erfrischt der vollsten aller Buchten entgegen: Cabo San Juan de Guia – offenbar das Sehnsuchtsland vieler Reisender in Kolumbien Und ja, sie ist denn auch ein optischer Traum oder besser: Sie könnte ein solcher sein, wenn nicht die Umstände hier der optischen Sensation den Garaus machen würden… Zwei atemberaubend schöne Buchten weißen, pulverigen Sandes liegen uns zu Füßen, getrennt durch einen Fluss vereinen sie sich an ihren Enden, sind Palmenbestanden und tatsächlich ein tropischer Blickfänger. Aber…

 

Schon bei unserer Ankunft laufen wir auf eine riesige Zeltstadt zu, die sich noch in das Hinterland hineinzieht. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, es handele sich um ein Flüchtlingscamp… Ein großes offenes Dach aus Palmwedeln beherbergt hunderte (?) von Hängematten, die eng an eng und - soweit ich das sehen konnte – ohne Mosquitonetze ausgestattet sind. Zwischen den zwei Stränden – auf einem Felsenturm über dem Meer erkennen wir ein weiteres Rundgebäude mit Hängematten… Es gibt ein völlig überfülltes Restaurant, die Reisenden stehen Schlange… Beide Strände sind prall gefüllt, vor allem die Schattenplätze unterhalb der Palmen gleichen Sardinenbüchsen. Man muss das schon mögen, um es hier länger als einen Tag auszuhalten… Es ist wirklich ein Jammer für diesen Platz, der uns hier wie ein klassischer Touristenort vorkommt und nicht wie ein Nationalpark.

 

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Was für eine Idylle an den Flüssen im Park, Tayrona, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Blattschneideameisen im Tayronapark, Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Die wundervolle Playa Piscina, Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Wir kühlen uns erneut kurz ab, ziehen uns an und machen uns auf den Rückweg, wo wir an weniger frequentierten und gleichwohl wundervollen Beaches immer wieder den Anblick und das herrliche kalte Wasser genießen. Vor uns liegen zwei Stunden des Rückwegs, der ganz schön in die Beine geht – das anstrengende Hoch und Runter über steile Treppensteige, das Laufen im Sand machen müde. Da wir nun aber wieder weitgehend allein sind, genießen wir die Landschaft, bestaunen wir die atemberaubende Flora und Fauna erneut und sind am Ende des Tages ziemlich happy. Sensationeller Trek im Tayronapark! Wir sind sehr froh, dass wir es noch gemacht haben – und dass wir es so gemacht haben.

 

Zurück an unserer Playa Los Angeles sind wir froh über unsere menschenleere, chillige und total relaxte Playa, die wir für dieses Tayrona nicht eintauschen würden. Dazu treffen wir ein Berliner Pärchen, das den Ort genauso liebt wie wir, die wir schon vor gut vier Wochen hier kennengelernt haben und die ebenfalls hierher zurückgekehrt sind… Noch ein eiskaltes Bier – Herz, was willst du mehr!

 

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An der Playa Cabo San Juan de Guia, Tayronapark, kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Und die zweite Bucht desselben Strandes, Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

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Flüchtlingscamp oder Touristenwahnsinn? Tayronapark, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

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Natürlich bleibt auch ein 5-monatiger Besuch Kolumbiens am Ende fragmentarisch, sieht man letztlich viele Orte und macht man viele Erfahrungen nicht, die es ganz sicher wert gewesen wären. Es tut besonders weh, die Pazifikküste ausgelassenen zu haben… Wir haben die Strände an der Grenze zu Panama umschifft (die Preise waren einfach zu hoch!), ein paar wirklich schöne Stadtperlen, wie Mompox, Guatapé oder Playa Bélen links liegen gelassen und Tierradentro, die Verlorene Stadt oder die kleine Tatacoa-Wüste verpasst… Dafür haben wir vieles andere erschlossen, haben in diesen Orten Zeit und Muße gehabt, sind vermutlich tiefer eingetaucht als viele andere und glauben einen ziemlich guten Eindruck von diesem beeindruckenden Land erhalten zu haben… Gemeinsam mit der fantastischen Zeit in Peru und Bolivien haben wir ein großes Stück Südamerika erlebt und sind davon begeistert. Was für eine Reise! Wir haben in gut 30 Reiseblogbeiträgen davon berichtet…

 

Aber jetzt, nach dann 10 Monaten, sind wir ein wenig müde von den vielzähligen Eindrücken und dem Glück der freien Zeit… Wir haben beschlossen, für eine gewisse Zeit nach Deutschland und Polen zurückzukehren, um die Tanks ein wenig aufzuladen. Was sich für Deutschlandverbliebene sicher komisch und verkehrtherum anhört, meinen wir aber ernst: Wir wollen in Deutschland und Polen Frühlingsluft atmen, Freunde und Familien besuchen, unsere Lieblingsorte sehen und alles tun, was wir auf Reisen vermissen… Denn so viel ist sicher: Wir vermissen unsere Heimat und sind froh sie im Hintergrund zu wissen… Wir wollen dem jetzt Tribut zollen.

 

Wir machen also ‚Urlaub vom Urlaub‘, ordnen ein paar Angelegenheiten und wechseln anschließend den Kontinent. Es geht nach kurzer Zeit weiter nach Asien/Australien… Auch wenn die Reiserouten und -ziele derzeit noch nicht klar sind, werden wir ab Juni und für weitere 15 Monate ein paar bekannte und ein paar unbekannte Ecken dieses Kontinents für uns (erneut) erschließen. Geplant sind Vietnam, Laos und Kambodscha – zu ihrer Zeit, wenn die Regenzeit gegangen ist. Thailand, Malaysia, Singapur – ggf. Indonesien oder Australien –, alte Bekannte von uns, könnten auf der Route liegen. Aber auch Tibet, China, Bhutan oder Nepal haben Chancen… 

 

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Asien wir kommen... Indien (Foto Jörg Schwarz)
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Auch nicht viel schlechter die Beaches in Asien... Thailand (Foto Jörg Schwarz)

 

Und wer uns kennt, der weiß, dass auch alles andere noch möglich ist, dass es ganz anders kommen kann: Die Südsee? Kirgisistan? Island? Nur eines ist sicher: Afrika wird ein zukünftiges Ziel sein. Die Vision sortiert sich gerade schon… Wir werden für diese Tour – ein gänzlich anderer Trip als der jetzige – viel mehr Zeit brauchen… :-)

 

Spuren | WECHSLER – dieser Reiseblog und unsere Reiseseite mit ihren Kategorien – bleibt während des Urlaubsmonats in Deutschland/Polen natürlich aktiv. Im Hintergrund entstehen bereits ein paar spannende Beiträge zu Südamerika… Na und anschließend melden wir uns aus Asien. Bleibt uns also auch in den kommenden Monaten treu: Bleibt IN DER SPUR!

 


Empfehlungen

 

Unterkunft

 

Minca

Da unsere Unterkunft für uns nur ein sehr mittelmäßiges Domizil gewesen ist, möchten wir an dieser Stelle auf eine Empfehlung verzichten. Andere Reisende haben wiederholt folgendes Hostel in höchsten Tönen gelobt:

  • Casa Viejas Guesthouse, Tel. +57 321 5237613

Playa Los Angeles

Es bleibt dabei! Für uns ein traumhafter Standort an dieser Küste: Der Campingplatz an der Playa Los AngelesWir hatten ihn schon empfohlen…

 

Speisen

 

Minca

Drei Lokale in Minca möchten wir hervorheben:

  • Smoothies Coffee - Bar – Restaurant, Calle Principal Diagonal – unterhalb der Kirche, Tel. +57 3126316924 – diese kleine Bar zaubert wundervolle Smoothies, gute Pizzen (ab 16:00 Uhr) oder hervorragende Crêpes auf den Tisch und hat einen sehr freundlichen Service.
  • Lazy Cat Restaurant, Calle Principal Diagonal – unterhalb der Kirche, gegenüber dem Smoothies bietet eine breite Palette internationaler Klassiker, wie Quesadillas, asiatische Wok-Gerichte etc. – man sitzt bestenfalls nach hinten zum Fluss raus auf unterschiedlichen Ebenen der Terrasse…
  • Wer der Hauptstraße in Minca, von Santa Marta kommend über die Brücke hinweg und immer weiter der Straße bis in den Berg hinein folgt (auch mit Motorradtaxi machbar), der kommt nach gut 30 – 40 Minuten irgendwann zu dieser abgelegenen, von weit hin sichtbaren Fleischbraterei - Asadero, dessen Namen wir nicht erinnern… San Lorenzo? Ihr findet hier Fleisch vom Feinsten: Komplette Grillteller, Rippchen, Würstchen bester Qualität und in großen Portionen… Zum Nachtisch schenkt der Wirt gelegentlich auch was zum Rauchen – ebenfalls gute Qualität…

Playa Los Angeles

Wer mit dem Restaurant des Campingplatzes nach ein paar Tagen hadert, der findet Alternativen:

  • Nehmt den Bus nach Palomino (30 Minuten) und schöpft aus dem Vollen…
  • Gut 5 Minuten Fahrt oder zu Fuß etwa 15 Minuten entlang der Straße Richtung Palomino oder 20, 25 Minuten am Strand entlang, gibt es ein kleines Örtchen direkt an der Straße. Hier gibt es Obst satt, ein paar kleine Restaurants und Bars, in denen man teils gut essen kann. Von hier aus kommt man auch zum Strand, wo man ebenfalls eine Bar und ein kleines Restaurant finden kann (leider sehr viele Insekten…)

Allgemeines

 

Minca

  • Minca ist ein klassisches, fast schon etwas überbordendes Backpackerörtchen, das gerade extrem angesagt ist. Wer das mag und viele junge Leute treffen möchte, der ist hier richtig. Schön ist es aber nicht. Es ist offenbar viel zu schnell gewachsen und hat eigentlich nichts Urbanes… Hervorzuheben sind die Qualität der Natur, einzelne Unterkünfte im Berg sowie die kulinarischen Standards…
  • In Minca gibt es die Möglichkeit sich organisierten Touren anzuschließen (u.a. Jungle Joe), Vogelbeobachtungsgruppen, Mountainbiketouren etc. anzuschließen – einfach auf der Hauptstraße am Ortseingang die Augen offen halten…
  • Minca ist über ein System von Collectivos mit Santa Marta verbunden, die alle 15 Minuten abfahren. In Santa Marta halten diese Minibusse am Markt, also mitten im Gewimmel und der Hitze der Stadt und fahren an derselben Stelle auch wieder ab… Alles geht hier etwas chaotisch zu, manchmal warten große Mengen an Leuten auf die Abfahrt und niemand weiß so recht, wer denn nun zuerst fahren soll… In Minca selbst fahren die Busse kurz vor der Brücke ab, wo auch Motorradtaxen warten… Alternative: Taxi von Santa Marta nach Minca: ab 35.000,- COP (Verhandlungssache)
  • Wer zum Busbahnhof muss, der muss sich in Santa Marta bestenfalls am Kreisel absetzen lassen ohne in das Zentrum zu fahren. Hier warten meist Taxen…
  • Nur in Santa Marta gibt es auch Geldautomaten, die sich meist in den großen Supermärkten (Exito‘s etc.) befinden.

 

Playa Los Angeles

  • Bei der Anreise zur Playa Los Angeles ist es manchmal nötig, den Busfahrern den Ausstiegspunkt genau zu beschreiben… Nicht alle kennen den Strand – was ja auch gute Seiten hat. Sagt daher dem Fahrer von Santa Marta kommend, dass der Eingang zum Campingplatz gut 2 – 3 Minuten hinter dem Haupteingang des Tayrona-Nationalparks liegt… Die Straße macht irgendwann eine große Linkskurve, in welcher der Bus direkt auf das (leider viel zu kleine) Schild der Playa Los Angeles zusteuert … bevor er in einer Rechtskurve wieder geradeaus weiterfährt… Ggf. setzt Ihr Euch ab Tayrona kurz neben den Busfahrer… Manche Fahrer kennen aber den Ausstieg auch…

 

Tayrona

  • Wir empfehlen zunächst das Collectivo am Eingang, welches die Besucher kostengünstig in den Park hineinbringt. Alternativ wandert man auch hier 45 Minuten, was das knappe zeitlich Budget weiter verkürzt.
  • Für einen Tagesausflug – wie wir es empfehlen – muss man sich zunächst fragen, was man möchte: Will man im Park in erster Linie Wandern bzw. Trekken und die Natur genießen oder möchte man seine Zeit maßgeblich an den Stränden selbst verbringen?
  • Wer vor allem an den Stränden Zeit verbringen möchte, der sollte das Collectivo nehmen, den kürzesten Weg Richtung Playa Arrecife einschlagen und zunächst alle Beaches abwandern, bevor er sich für einen davon entscheidet… Wen bereits die ersten schönen Strandspots anmachen, der muss natürlich gar nicht weiter laufen und hat dann umso mehr Zeit auf dem Beach seiner Wahl… Rechnet für den einzelnen Weg zur Cabo San Juan de Guia mit gut 2 Stunden Walk – alternativ: Mietet euch ein Pferd, dann geht’s deutlich schneller…
  • Wen der Tayronapark vor allem als Park und Naturspektakel interessiert und vor allem in ihm wandern oder trekken möchte, der sollte nicht darauf verzichten, am Museum – bis hierher fährt das Collectivo – den „Umweg“ in Richtung Mirador oder sogar zur Playa Chañaveral zu gehen – dieser Weg ist sehr schön und einsam und als Ruta A ausgeschildert… Anschließend folgt man dem Weg Richtung Playa Arrecife, wie alle anderen auch. Auch bei dieser Alternative hat man natürlich an unzähligen Stellen Gelegenheit zur Abkühlung…
  • Es gibt übrigens eine weitere interessante Variante für Wanderfreaks: Etwa auf mittlerer Höhe des Parks – in Calabazo – gibt es einen Eingang zum Park, den weniger Menschen laufen. Von hier aus wandert man bergauf quer durch die atemberaubende Natur zu einem ehemaligen Tayrona-Village, von dem es heute nur noch einige Ruinen und archäologische Strukturen zu sehen gibt. Anschließend läuft man direkt zur Playa Cabo San Juan de Guia hinunter (alternativ auch in die noch weiter westlich gelegene Bucht) und kann den Weg anschließend in umgekehrter Richtung zum Haupteingang laufen – allerdings benötigt man für den gesamten Weg wohl auch 7 – 8 Stunden… Auch hier ist Reiten eine Variante.
  • Da der Park um 17:00 Uhr schließt (Öffnung um 8:00 Uhr) sollte man spätestens um 15:00 Uhr die Rückreise antreten.
  • Wer im Park übernachten möchte, der sei auf andere Ratgeber verwiesen…

Ausblick

 

Spuren | WECHSLER machen sich auf den Rückweg. Ihr Ziel ist Bogotá, von wo aus sie anschließend nach Deutschland fliegen, um erneut durchzustarten... Bis dahin aber besuchen sie neue und alte Ziele in Kolumbien – Reiseziele, die es ihnen besonders angetan haben…

 

Über Santa Marta und Bucaramanga werden sie einen Abstecher in das koloniale und beschauliche Girón machen, das sie im Dezember auslassen mussten, das aber ein wesentlich schöneres und urbaneres Umfeld verspricht, als es Minca je hatte. Vorbei an der Chicamochaschlucht und San Gil streben sie dann ihrem kolumbianischen Favoriten erneut entgegen: Barichara. Der Ort, der über Weihnachten ein Traum aus kolonialer Pracht und toller Atmosphäre gewesen ist, wird unseren Helden weitere entspannte Tage und gute Küche in fantastischem Ambiente ermöglichen.

 

Abschließend wollen die Spuren | WECHSLER im atemberaubenden Villa de Leyva die Spur nach der besten comida rapida Kolumbiens erneut aufnehmen und vielleicht lassen sich ja ein paar Rezeptideen gewinnen…

 

Bleibt uns treu: Kommt auch beim nächsten Mal IN DIE SPUR!

 

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Das wundervolle Barichara... Barichara, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

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Kommentare: 2
  • #1

    Günna1994 (Samstag, 14 April 2018 20:34)

    Geile Strände! Beeindruckende Reise!

  • #2

    Spuren | WECHSLER (Sonntag, 29 April 2018 17:48)

    Hallo Günna1994,
    das kann ich uneingeschränkt bestätigen... Die Strände hier sind wirklich klasse!
    Ganz herzlichen Dank für das Feedback zu unserer Reise! Bleib uns doch in Asien treu...!
    Grüße
    Spurenwechsler

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