Spuren | WECHSLER und die Schwimmenden Dörfer vom Tonle Sap – Kompong Chhnang und Phnom Penh

 

Beitrag Nr. 50

 

Moin Moin von Koh Rong!

Wir grüßen heute von der Trauminsel Koh Rong: Schneeweiße Pulverstrände, glasklar schimmerndes Wasser und ein von üppigem Dschungel bewaldetes Inselinneres… Und mal wieder denke ich: Es könnte wahrlich schlechter laufen! Gerade sitze ich in meinem gemütlichen Korbsessel auf der Bungalowveranda – etwas auf den Berg und in den kühleren Wald zurückversetzt - und gehe so meinen Gedanken nach. Na ja und während ich so vor mich hingrübele, kommen mir mal wieder Eindrücke der vergangenen Wochen in den Sinn: Ein guter Zeitpunkt für einen weiteren Blogbeitrag: Einen neuen, den 50. (!) Blogbeitrag… Hallelujah – das war nie geplant! Fünfzig!

 

Mein Dank geht an dieser Stelle an Euch, liebe Follower! Wer so lange dranbleibt und sich immer wieder dem Glück der anderen stellt, der hat diesen Dank redlich verdient! Ich stelle mir das nicht leicht vor, im jetzt kalten Europa  zu sitzen – womöglich zu arbeiten! :-) - und dem schwitzenden Spuren | WECHSLER auf den Beach zu folgen oder – in der Hitze des deutschen Sommers – mit dem reisenden Glückspilz in den kalten Tropen-Fluss oder das lauwarme aquamarinfarbene Meer zu springen, wenn man selbst nur drei Wochen Jahresurlaub hat… Sich das immer wieder anzutun, womöglich noch Spaß daran zu haben, dass andere gerade die schönste Zeit ihres Lebens verbringen sowie an ihren Abenteuern zu partizipieren, kann ja auch schmerzvoll sein, schnell langweilen oder missgünstig machen… Dass sich unsere Blogzahlen gerade auf einem nochmal verdoppelten Niveau stabilisieren, freut uns daher umso mehr und zeigt, dass Ihr aus anderem Holz geschnitzt seid! Danke dafür und für die vielen positiven Rückmeldungen auf unsere Texte wie Fotos!

 

Wir entführen Euch heute – so Ihr Euch verzaubern lassen wollt – in die Welt des Tonle Sap, der mal als großer und breiter Strom durch Kambodscha zieht und an anderer Stelle zum größten See Südostasiens anschwillt… Eine faszinierende Welt, in der das Leben der hiesigen Menschen dem Rhythmus des Flusses folgt, der Lebensader und Gefahrenquelle zugleich, der auf jeden Fall aber Schicksalstrom der Menschen hier ist. Zum Schluss geht es zurück nach Phnom Penh, wo wir unser Visum verlängern und unsere Tanks neu auffüllen wollen…

 

Folgt uns IN DIE 50. SPUR dieses SPUREN | WECHSLER-Blogs…!

 

Am oberen Rande eines Wasserfalls blicken wir weit hinaus und auf den Koh Pow-Fluss, bei Koh Kong Stadt, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Am oberen Rande eines Wasserfalls blicken wir weit hinaus und auf den Koh Pow-Fluss, bei Koh Kong Stadt, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

Busfahren in Kambodscha – Von Battambang nach Kompong Chhnang

Immer wieder sind es vor allem die kleinen Zwischennoten, die eine Reise durch Kambodscha so interessant machen. Man würdigt sie zu selten, weil sie kaum Sensationelles beinhalten. Aber gerade hier begegnet man der Exotik eines Landes vielleicht am besten…

 

Wir machen uns heute auf den Weg von Battambang nach Kompong Chhnang, eine vergleichsweise kurze Reise. Mit dem Tuc Tuc fahren wir zum Busbahnhof und warten erstmal. Mehrere Busse fahren ein – wir geraten in Betriebsbereitschaft –, am Ende sind sie doch nicht unserer. Ausgeschildert ist hier in Kambodscha  leider nichts und wenn, dann in den Schriftzeichen Kambodschas… Meist sitzen wir auf Plastikstühlen eines Kiosks, Bushaltestellen in unserem Verständnis gibt es in Battambang  nicht. Wir überlegen, was wir heute noch auf die Fahrt mitnehmen können, eine Kleinigkeit für den kleinen Hunger… Einen Snack halt!

 

Gesagt getan, ich schaue mich um. Neben den üblichen Chips aus Amerika, die wir spätestens nach einer Dokumentation über deren Herstellungsprozess ohne Kartoffeln nicht mehr anrühren, sehen wir weitere einheimische Sorten, ein paar Kekse – nichts für uns dabei heute. Da kommt die Frau mit dem Korb, die auf dem klapprigen Rad vorbeikommt, gerade recht: Mal sehen was sie im Angebot hat, meist sind kleine Leckereien dabei… Sie ruft laut auf Khmer etwas aus, natürlich verstehen wir nichts… Einige Gäste gehen prompt auf sie zu und sind ganz begeistert… Ich gehe hin und – na ja… Wieder zurück! Nicht unser Geschmack! Geröstete Maden liegen neben frittierten Grashüpfern und Käfern, sie sind mit Salz und Chili garniert, leuchten eigentlich köstlich in der Sonne, sehen wirklich zum Anbeißen aus … aber irgendein Reflex hindert mich zuzulangen… Schade.

 

Was für ein Snack am Busbahnhof: Wieviel darf's denn sein? Battambang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Was für ein Snack am Busbahnhof: Wieviel darf's denn sein? Battambang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Das Reisen auf den schlechten und staubigen Straßen Kambodschas ist nicht immer ganz ohne... Bei Battambang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Das Reisen auf den schlechten und staubigen Straßen Kambodschas ist nicht immer ganz ohne... Bei Battambang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Als unser Bus einfährt muss alles ganz schnell gehen… Ein Mann scheucht uns quasi auf. Wir besetzen unsere Plätze – der Bus ist heute nur halb voll – und los geht’s. Aus dem Bus heraus wird klar: Hier gilt das Prinzip ‚man fährt so schnell wie es geht und der Größere schlägt den Kleineren‘. Als Mopedfahrer muss man da schon mal schnell von der Straße an die Seite hoppeln, wenn man nicht von einem überholenden Bus oder einem SUV auf der eigenen Seite überrollt werden will. Aufmerksam sollte man hier immer sein. Gehupt wird ständig – nur um zu zeigen, 'Achtung hier komme ich!'… Der Verkehr fließt dabei immer, Stehen und Warten tut man in Kambodscha nicht, eher windet man sich im Schritttempo umeinander herum, nur, um bloß ja nicht stehen zu bleiben… So begegnen einem plötzlich Fahrzeuge in entgegengesetzter Fahrtrichtung auf der eigenen Seite, holen Abbieger in ewigen Kurven auf der Kreuzung aus und so stehen auf einen Schlag eben auch mal Menschen zu Fuß mitten auf der Straße… Was sage ich, sie stehen nicht, sie gehen… Alles bewegt sich… Da es jeder weiß, scheint es derweil ganz gut zu klappen. Irgendwann hören wir allerdings unter unserem Bus einen lauten Knall! Es scheppert beim Fahren, oh nein!

 

Und tatsächlich: Wir halten an, die Fahrer huschen um den Bus herum und schauen mal, was los ist. Man kündigt eine längere Pause an. Es wird betriebsam, Werkzeug wird aus Fächern geholt, ein Problem mit irgendeinem Teil, das sich von der Achse gelöst hat und jetzt auf selbiger liegt – die Muttern sind weg. Der Vorderreifen steht quer, zwei Männer nutzen die entstandene Lücke und robben sich unter den Bus. Immerhin scheinen sie das Problem zu kennen. Wir schauen uns derweil um, kaufen ein kaltes Wasser und können gar nicht so schnell schauen, wie das Teil repariert ist. Da staune ich immer wieder: Busfahrer in der ganzen Welt sind zugleich die besten Mechaniker für ihre Gefährte – wenigstens, solange die Busse noch mechanisch funktionieren und kein IT-Studium erfordern… Es geht schließlich weiter die staubige Piste entlang, zahlreiche Menschen an der Strecke oder auf dem Moped tragen Mundschutz – der Feinstaub hier ist etwas gröber… Mensch haben die hier neue Straßen nötig!

 

Im Bus hat derweil ein Kleinkind die Regie übernommen und bezaubert mit seinem Lächeln die gesamte Truppe. Sie hält alle in Atem, berührt hier mal ein Bein, dort mal einen Kopf, besondere Aufmerksamkeit erfahren die zwei Fremden… Als wir in Kompong Chhnang einfahren und halten, steht bereits ein Tuc Tuc parat. Zu unserer Überraschung holt es uns ab, ist eigens für uns von unserer Unterkunft hierher entsandt worden, ohne dass wir das beauftragt hätten: "Umsonst!", sagt er. Reisen ist manchmal etwas anstrengend in Kambodscha, aber langweilig oder kompliziert ist es eigentlich nie…

 

Es ist ordentlich was los am Hafen von Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Es ist ordentlich was los am Hafen von Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Klasse Typ! Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Klasse Typ! Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Unsere vietnamesischstämmige Bootsfrau, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Unsere vietnamesischstämmige Bootsfrau, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Stippvisite zu den Schwimmenden Dörfern Kambodschas: Leben auf dem Tonle Sap

Kompong Chhnang ist eine kleine Stadt, die eigentlich kaum etwas Herausragendes zu bieten hat, ihre Geschichte wäre schnell erzählt. Wir steigen daher gleich im etwas entfernteren Süden des Zentrums ab, um uns herum gerade mal ein paar wenige Garküchen und ein nettes Restaurant, in dem man sich freut, uns zu sehen… Wir wohnen in einem wunderschönen Garten-Guesthouse, sind heute schnell im Bett und für morgen schnell verplant. Unser neuer Tuc Tuc-Fahrer wird uns die Gegend hier zeigen.

 

Früh am Morgen – nach einem guten Frühstück im Guesthouse – brechen wir auf… Entlang der Ausfahrtstrasse im Norden, vorbei an allerlei Geschäften, Restaurants und Fischerhütten – es mieft bereits nach stehendem Wasser und Fischresten – kommen wir irgendwann am quirligen Pier an, es ist heiß, aber immerhin kommt mal eine Brise Wind auf... Wir sehen es hier nun von Menschen und Booten wimmeln, es ist geschäftig. Mönche suchen nach einer Mitfahrgelegenheit, eine große Fähre wartet auf die letzten Passagiere sonstwohin und zahlreiche Taxi-Boote der Fischer suchen nach einem Auftrag. Wir werden von einer älteren Frau mit dem typischen Vietnamesen-Kegelhut auf dem Kopf und der klassischen kambodschanischen Kleidung angesprochen, die uns ja nach wie vor eher wie ein Schlafanzug anmutet... Wie sich herausstellt, gehört sie - ganz outfit -  zu den Vietnamesen, die hier auf dem Fluss leben, just zu jenem Schwimmenden Dorf, das wir besuchen wollen: Bingo! Ja, wir willigen in den nicht ganz günstigen Preis ein und bereuen es nicht. Vor uns liegt eine wundervolle Begegnung.

 

Wir sehen hart arbeitende Menschen, auf und außerhalb des Wassers... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Wir sehen hart arbeitende Menschen, auf und außerhalb des Wassers... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Verwunschene Uferzonen am Tonle Sap-Fluss, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Verwunschene Uferzonen am Tonle Sap-Fluss, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Und wenn der Flusspegel nur um einen Meter höher steigt, als die Grundlage für die Planungshöhe dieses Hauses? Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Und wenn der Flusspegel nur um einen Meter höher steigt, als die Grundlage für die Planungshöhe dieses Hauses? Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Gemeinsam laufen wir zum Boot, das sie erstmal näher heranschippern muss, angesichts der hier herrschenden Enge jedoch nicht ganz leicht. Wir balancieren uns auf dem schwankenden Boot auf unseren Platz – kein Sonnenschutz, gut, dass es noch früh ist und nur gut zwei Stunden dauern wird. Wir werden von ein paar Mönchen im Nachbarboot begrüßt, die hier in Kambodscha an Coolness oft nicht zu überbieten sind: Kein kalifornischer Beachboy war je cooler: Er grüßt lässig mit dem Victoryzeichen seiner Finger und seine verspiegelte Sonnenbrille samt seiner blendend weißen Zähne glänzen im Sonnenlicht. Seine Freude uns zu sehen, das gilt auch gegenseitig, scheint groß – alles hier wirkt echt. Außer uns ist hier weit und breit kein einziger Tourist zu sehen. Mit dem schwachen Motor unseres Bootes schippern wir nun hinaus auf den breiten Strom, der von hier aus noch beeindruckender wirkt, als er es schon von oben war. Man kommt sich jetzt klein vor auf dem großen Gewässer. Von der Fähre winken wartende Schulkinder und kreischen irgendwas. Wir sind von der Atmosphäre begeistert.

 

Es dauert ein wenig, bis wir die schwimmenden Häuser des Dorfes erreicht haben. Derweil tuckern wir gemächlich an den hohen Stelzenhäusern des Festlands vorbei, die hier teils höher als 5 Meter sind, weil der Fluss natürlich nicht immer so flach dahinfließt, wie er es heute tut. Wir passieren eine Moschee und wissen: Das hier sind die Cham, die wir schon in Battambang  kennengelernt haben, sie sind Muslime. Dann endlich – wir müssen den großen Strom einmal kreuzen – erreichen wir die ersten Häuser auf dem Fluss. Sie stehen nicht auf Stelzen, sondern schwimmen. Steigt der Wasserspiegel an, steigen sie mit, fällt er, fallen sie mit. Angesichts der unbändigen Massen Wasser die wir hier sehen, schon gesehen haben und die wir uns für eine Regenzeit ausmalen können, scheint uns das hier genau die richtige Strategie zu sein. Wozu Stelzen, die am Ende doch nicht hoch genug sind, wenn es darauf ankommt, wenn man doch stattdessen schwimmen kann?

 

Man kommt sich auf dem Tonle Sap ganz schön klein vor in einer Nussschale wie unserer... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Man kommt sich auf dem Tonle Sap ganz schön klein vor in einer Nussschale wie unserer... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Unverkennbar: Hier lebt die vietnamesische Minderheit des Landes, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Unverkennbar: Hier lebt die vietnamesische Minderheit des Landes, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Natürlich gehört zu jedem Haus ne Toilette... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Natürlich gehört zu jedem Haus ne Toilette... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Wir fahren nun an den schwimmenden Holz- und Blechhütten vorbei, durch ihre Straßen und Gassen hindurch, die sie auf dem großen Fluss lassen. Sie sind zumeist an ein oder zwei Seiten offen, viel hübscher als gedacht, aber für die Anzahl an Menschen, die wir auf ihnen sehen, extrem klein… Wir sehen Gärten und Gemüsebeete auf dem Wasser, Toilettenhäuschen am Rande des Hauses zum Fluss hin hängen und beobachten, dass viele Menschen auf den Hausbooten arbeiten. Sie sortieren Muscheln, trocknen Fisch und kochen. Es dampft aus den Hütten, klopft und Hämmert. Kinder spielen im Wasser oder auf Booten, fast alle freuen sich uns zu sehen – was wohl nicht unbedingt für alle Erwachsenen gilt. Manches der Kinder schaut erstmal auf die Reaktion der Eltern, wenn wir grüßen und winken: ‚Darf ich zurückwinken?‘ Wir verstehen die gemischten Reaktionen vollkommen: Wer will schon Fremde mit der Kamera im Anschlag durch seinen Vorgarten fahren sehen… Da die Häuser meist zu einer Seite offen sind, haben wir tatsächlich wundervolle Einblicke in das häusliche Leben der Menschen hier… Immer wieder passieren kleine Boote. Wir sehen eine alte Frau ihre Netze flicken, einige liegen und schlafen in Hängematten, wenn sie denn nicht arbeiten… Das Leben geht bei allem Tun oder Nichttun ruhig zu.

 

Unsere Bootsführerin geht jetzt in den Rudermodus über. Sie nimmt das Ruder routiniert an der Bugseite und steuert uns sicher durch die Straßen des Dorfes. Für uns könnte das kaum idyllischer sein und wir denken tatsächlich immer wieder mal: ‚Die Menschen hier leben echt nicht schlecht, die Hausboote sind klein aber praktisch und könnten mir auch gefallen‘. An sonnigen und windstillen Tagen, wie heute, könnte es kaum angenehmer sein am Fluss… Kinder haben uns nun erspäht und geraten völlig aus dem Häuschen: „Hello, Hello!“ Sie winken in einer Tour. Jetzt laufen sie von einem Haus zum anderen und amüsieren sich dabei, mit uns auf einer Höhe zu bleiben. Einige Familien haben ihre Hausboote aneinander befestigt, so können sie uns über mehrere Hausboote folgen. Wir haben Sorge, sie könnten sich richtig auf die Nase legen, das Holz scheint nass und rutschig... Aber sie tanzen elegant dahin und scheren sich nicht… Die sind halt hier zuhause.

 

Sieht toll aus - ich will auch so ein Haus! Am Müggelsee! Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Sieht toll aus - ich will auch so ein Haus! Am Müggelsee! Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Freundliche Menschen - vor allem die Kinder lieben es zu winken... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Freundliche Menschen - vor allem die Kinder lieben es zu winken... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Spannende Einblicke in das Schwimmende Dorf bei Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Spannende Einblicke in das Schwimmende Dorf bei Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Irgendwann legen wir bei unserer Frau zu Hause an – wir schaffen es leider nicht einmal Namen miteinander auszutauschen, weil die sprachliche Verständigung nicht gelingt. Auch hier zwei Mädchen, die sofort das Flirten beginnen. Es wird viel gelacht, als eine von beiden sich nicht mehr in der Schüssel halten kann, in der sie sich bisher auf dem Wasser jongliert hat. Sie taucht aber mal so richtig unter. Selbst der Zweijährige im Haus kann sich nicht halten… Das bricht das Eis, die Mädchen schwimmen nun um uns herum und sprechen immer wieder mit uns rudimentäres Englisch und posieren…

 

Nach ein paar Minuten fahren wir weiter, das Dorf ist ausgedehnt und größer als gedacht. Es ist tatsächlich wundervoll und – ohne zu übersehen, dass es hier auch ein paar anstrengende Sequenzen des Lebens gibt: Wir haben spontan beschlossen, dass man auf dem Wasser in derselben Weise durchaus leben – wenigstens aber ein Wochenendhausboot auf dem Müggelsee haben könnte… Nach gut zwei Stunden in der prallen Morgensonne kommen wir gebraten aber glücklich und angetan zurück zum Pier, wo die Fähre natürlich längst abgefahren und es inzwischen wesentlich ruhiger ist. Nach all den Horrorstories, die wir über Schwimmende Dörfer in der Region um Siem Reap und den dortigen Touristennepp gehört haben, sind wir froh, sind wir sehr sehr froh, hier statt dort gewesen zu sein! Ein eindrückliches Erlebnis, das von Kambodschareisenden nicht verpasst werden sollte…

 

Natürlich hat hier jeder mindestens ein Boot... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Natürlich hat hier jeder mindestens ein Boot... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Im eigenen Kiez fängt die Dame plötzlich zu rudern an... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Im eigenen Kiez fängt die Dame plötzlich zu rudern an... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Immer wieder erfreute Kinder... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Immer wieder erfreute Kinder... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Mit dem Tuc Tuc zu den Töpfern von Kompong Chhnang – Die Deutsche Methode…

Mit Somnath – unserem hiesigen Tuc Tuc-Fahrer – geht es heute in die Umgebung Kompong Chhnangs hinein. Es ist kein Geheimnis, dass dies erneut Landleben und Landwirtschaft bedeutet. Kompong Chhnang jedoch hat noch diese Besonderheit, für die es im ganzen Land berühmt ist: Es gilt als DAS Zentrum für besonders schöne Tonwaren. Schon auf dem Weg zu ihren Produzenten sehen wir am Straßenrand die bunt bemalten kleinen und großen Teller, Vasen, Schalen oder Sparschweinchen… Saramagos  Geschichte der letzten Töpfer Portugals kommen mir in den Sinn, in „Das Zentrum“ war das Verschwinden dieser jahrhundertealten umweltneutralen Handwerkstradition eindrucksvoll Gegenstand, bevor die Moderne, die Welt des Plastiks, sie für immer hinwegfegte und Land und Meere zerstörte…

 

Bevor wir unser Ziel erreichen, geht es auf Sandwegen durch bezaubernde Landschaft. Somnath will uns Angelfischer zeigen, die nicht im Fluss oder Meer, sondern in Reisfeldern angeln… Und tatsächlich: Am Rande eines ausgedehnten Reisfelds, in dem unzählige Palmyrapalmen stehen, die wir auch schon aus dem Norden des Landes kennen, stehen sie mit ihren riesigen Angeln und werfen immer wieder die Köder aus oder ziehen sie durch das Feld zurück, sie gehen auf die ganz großen Fische, die hier am tümpelhaften Ende der Reisfelder ganz offenbar zu finden sind. Wir staunen, hatten wir doch allenfalls kleine Fische hier erwartet… Bisher aber haben sie nicht gebissen, wir kriegen kein einziges Exemplar zu sehen, von denen Somnath meint, sie könnten bis zu einem Meter groß werden, manchmal größer…

 

Die Einkäufer kommen aus dem ganzen Land hierher, um die berühmten Tonarbeiten zu kaufen... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die Einkäufer kommen aus dem ganzen Land hierher, um die berühmten Tonarbeiten zu kaufen... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die Landschaft ist atemberaubend - überall schon hier zu sehen: Palmyrapalmen! Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die Landschaft ist atemberaubend - überall schon hier zu sehen: Palmyrapalmen! Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Am Rande der Reisfelder haben sich Tümpel gebildet, in denen große Welse leben... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Am Rande der Reisfelder haben sich Tümpel gebildet, in denen große Welse leben... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Wir fahren nun zu einer Tonwaren produzierenden Familie, vorbei an einer ganzen Reihe weiterer Produzenten, wir sehen zahlreiche Tonwaren im Rohzustand. Als wir auf den Hof auffahren, können wir vier Menschen ausmachen, die mit unterschiedlichen Arbeiten befasst sind. Im Mittelpunkt ist eine junge Frau, die eine Tonscheibe mit dem Fuß dreht – über einen Keilriemen, hier eine alte Fahrradkette, ist ein Trittbrett mit der rotierenden Scheibe verbunden – und eine schöne Vase aus dem feuchten und frischen Ton formt. Es riecht angenehm nach dem erdigen Material und das Ergebnis ihrer Fingerarbeit ist wunderbar. Diese Methode wird hier als ‚die Deutsche Methode‘ bezeichnet, was mich etwas verwundert, sich aber sofort erklärt. Sie weiche ab von der hiesigen klassischen Methode, die wir später noch kennenlernen und sei von einer Deutschen hier eingeführt worden, die sich in der Gegend – nach allem was wir hören – auch ansonsten sehr verdient gemacht hat. Sie habe allerlei Know-how in die Region gebracht, die Drehscheibe hier etabliert und mit ihr das ‚deutsche‘ Töpfern gelehrt und habe während der Zeit ihrer hiesigen Sesshaftigkeit finanzielle Mittel, als auch gute Beratung eingebracht. Alle sprechen voller Hochachtung vor ihr…

 

Sie zeigt uns also die ‚Deutsche Methode‘, die uns natürlich bekannt ist und lässt uns nun selber ran, Magda formt mit etwas Hilfe nun selbst eine Vase und könnte sich an das kühle und feuchte Material des Tons an ihren Händen durchaus gewöhnen… Wir sehen weiterhin, was die Familie hier sonst noch macht, wie sie es macht und bekommen die Arbeitsschritte bis zum Endprodukt erklärt. Einen Brennofen kann sich die Familie hier leider nicht leisten, aber die Deutsche habe der Gemeinde einen Ofen spendiert, den jetzt alle Produzenten zu kleinen Kosten gemeinsam nutzen…

 

Eine echte Künstlerin an der Drehscheibe - die Deutsche Methode, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Eine echte Künstlerin an der Drehscheibe - die Deutsche Methode, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Auch Sparschweine verkaufen sich hier gut... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Auch Sparschweine verkaufen sich hier gut... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Nur zwei Arbeitsgänge: Formen und Brennen, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Nur zwei Arbeitsgänge: Formen und Brennen, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Die Begegnung ist sehr herzlich, freundlich und wir realisieren immer mehr, wie besonders die ‚Deutsche Methode‘ hier tatsächlich sein muss, denn man ist hier darauf mächtig stolz. Wir bedanken uns, kaufen zum Abschluss – gegen alle unsere Vorsätze – ein kleines Tongefäß für ein Teelicht. Ein Dankeschön für einen interessanten Besuch bei herzlichen Menschen. Wir konnten, wir wollten diesesmal nicht ohne etwas zu erwerben gehen... Mal sehen wie und ob wir es nach Hause kriegen...

 

Sie bleiben nicht die einzigen netten Menschen heute, denn unmittelbar danach lernen wir bei einer anderen Familie, die ‚Klassische Methode‘ kennen: Als wir zu dem Haus kommen, sitzen zunächst drei gut gelaunte Männer bei einer Runde Palmwein  zusammen und haben offenbar schon eine Weile gepichelt… Sie grüßen uns mit glasigen aber freudig erregten Augen und laden uns ohne zu zögern auf eine Kostprobe ein… „Zu früh für uns“, lehne ich dankend ab, denn das Zeug hat es in sich, es ist brütend heiß und es ist noch vor 12:00 Uhr… Ein lautes Auflachen der drei, sie amüsieren sich köstlich über meine Antwort und kippen den nächsten Becher hinab. Haben sie mich überhaupt verstanden? Der Hausherr steht auf, grinst ununterbrochen freundlich, gibt uns die Hand und heißt uns überschwänglich willkommen. Im Minutentakt bricht er infolge eine seiner eigenen, oft unverständlichen Bemerkungen in ansteckendes lautes Lachen aus. Eine irre Type der Mann, der sich jetzt zurückzieht, als wir die arbeitenden Frauen im Haus besuchen… Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung ist hier noch old-style!

 

Einer von vier Arbeitsgängen der klassischen kambodschanischen Methode: Klopfen und Verdichten... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Einer von vier Arbeitsgängen der klassischen kambodschanischen Methode: Klopfen und Verdichten... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die klassische Methode: Sie läuft permanent im Kreis und formt... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die klassische Methode: Sie läuft permanent im Kreis und formt... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die Palmyrapalme ist vielfach verwendbar, will aber erstmal bestiegen sein... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die Palmyrapalme ist vielfach verwendbar, will aber erstmal bestiegen sein... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Der Unterschied der beiden Töpferverfahren wird sofort augenfällig: Wir sehen die junge Frau des Hauses im Uhrzeigersinn um eine fest fixierte Tonfigur herumlaufen… Statt die Figur zu drehen, umrundet sie selbige durch stetes Ablaufen – sie macht das jetzt ununterbrochen, seit wir hier sind… Kriegt man da keinen Drehwurm? Eine ältere Frau klopft zu ihren Füßen auf einer schon fortgeschrittenen Vase mit einem Holzspachtel herum und formt auf diese Weise die Figur weiter aus, der Ton werde dabei verdichtet – interessante Technik. Somnath  übersetzt, dass die ‚Klassische Methode‘ vier Schritte kennt, die jeweils nacheinander eingehalten werden müssen, weil der Ton immer wieder seine Zeit zum Arbeiten brauche. Das Verfahren dauere länger und sei etwas aufwändiger, aber hier wolle man nicht davon lassen…

 

Der Hausherr kommt und lacht ohne ersichtlichen Grund in sich hinein. Somnath  möge uns doch erklären, wie man den Palmwein  mache… Gesagt getan: Somnath führt uns zu den im Hintergrund stehenden Palmyrapalmen  und erklärt uns an ihnen, wie jeder einzelne Teil der Palme für alles möglich genutzt werde. Von der Frucht der Palme, dem Palmwedel bis zu Stamm und Wurzel. Erstaunlich, wie Vielfältig ihre Produkte sind. Der Palmwein  ist nur ein Ergebnis, natürlich könne man auch Hochprozentigen aus der Palme machen, eine Art Gelee, Palmzucker, Besteck aus dem Holz der Palme und so vieles mehr. Wir staunen … und ernten erneut das Lachen des Hausherrn… Als wir jetzt noch zum Zwecke eines offenbar unvermeidbaren Fotos das Outfit eines kambodschanischen Bauernpaares anlegen – ich: Strohhut, den Krama um die Hüfte, gefüllte Bambusröhren zum Mittagessen auf der Schulter und ein Messer im Gürtel; Magda: Turban, Sari und einen Tontopf auf den Kopf balancierend – ist es um den Hausherrn geschehen: Ich bin sicher, er lacht uns nicht aus, aber er freut sich so sehr, dass er vor lauter Lachen nicht mehr kann… Noch bis zu unserem Abschied – er schüttelt uns glücklich die Hände und bedankt sich ob unseres Besuchs – kriegt er sich nicht ein… Wenn es einen glücklichen Menschen gibt und dieser vor purem Glück ständig lacht, dann haben wir ihn heute kennengelernt. Irre.

 

Nur einige der Produkte, die aus der Palmyrapalme gewonnen werden... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Nur einige der Produkte, die aus der Palmyrapalme gewonnen werden... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die Umgebung von Kompong Chhnang ist abermals wundervoll... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die Umgebung von Kompong Chhnang ist abermals wundervoll... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Immer wieder sehen wir Tonwerkstätten in der Gegend, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Immer wieder sehen wir Tonwerkstätten in der Gegend, Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Zurück in Phnom Penh: Zur Abwechslung mal wieder ins Museum…

Wir sind zurück in Phnom Penh und nehmen wieder eines der oberen Balkonzimmer im guten Billabong Hotel ein... Mit Blick auf den Pool und einem guten Restaurant ausgestattet, zudem gut gelegen, war es auch dieses Mal unsere erste Wahl. Wir merken, dass wir nach den letzten zwei, drei anstrengenden, fast täglich mit Aktivitäten versehenen Wochen, mal etwas runterkommen müssen. Mal gar nichts tun. Genau das kann man im Billabong ausgezeichnet... Wir schaffen es drei Tage lang meist nur zu einem Kurzausflug vor die Tür, lassen uns mal massieren oder genießen eines unserer schon bekannten Restaurants... Natürlich bekommen wir nach kurzer Zeit aber auch wieder Lust, etwas mehr zu sehen, probieren neue kulinarische Angebote und erledigen ein paar Angelegenheiten... 

 

Heute jedenfalls geht es ins Museum... Ins Nationalmuseum, von dem es heißt, es sei eine der wichtigsten Attraktionen in Phnom Penh. Da wir all die archäologischen Anlagen und beeindruckenden Tempelstädte im Land ausgiebig erkundet haben - dort ist ja im Wesentlichen nur das Mauerwerk noch zu sehen - macht es auch absolut Sinn, sich die innerhalb der Mauern aufgefundenen und nicht von Grabräubern gestohlenen Artefakte mal genauer anzusehen... Wir wollen unsere Eindrücke also abrunden und machen uns auf den Weg zu steinernen oder bronzenen Statuen, hierher geretteten Reliefs und weiteren Schmuckstücken...

 

Zurück in unserem Hotel in Phnom Penh: The Billabong Hotel, Phnom Penh, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Zurück in unserem Hotel in Phnom Penh: The Billabong Hotel, Phnom Penh, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Natürlich essen wir auch in Phnom Penh klasse! Vegetarische Suppe... Phnom Penh, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Natürlich essen wir auch in Phnom Penh klasse! Vegetarische Suppe... Phnom Penh, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Das Smartphone hat Asien genauso im Griff wie Europa! Phnom Penh, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Das Smartphone hat Asien genauso im Griff wie Europa! Phnom Penh, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Leider sind wir am Ende der Besichtigung etwas enttäuscht. Nicht, dass hier nicht ausgesprochen schöne und bedeutende, auch wahnsinnig interessante Artefakte und Gegenstände aus der Geschichte der Khmerkönigreiche zu sehen wären. Nicht, dass das umgebende Gebäude des Museums der historischen Sammlung nicht den angemessenen Rahmen geben würde... Nein, all das ist gegeben. Aber leider ist dieses Nationalmuseum eines der museumspädagogisch schlechtesten und unmotiviertesten Museen, das wir kennen... Wir sehen eine völlig durcheinandergewürfelte Ausstellung von Objekten unterschiedlichster Phasen oder Typen, eine chaotisch und ohne Zusammenhang hergestellte Ordnung von Gegenständen. Man findet in dem Museum einfach keinerlei Orientierung, weder angemessene Beschreibungen, noch hintergrundorientierte Einordnungen der ausgestellten Artefakte. Auf diese Weise gerät der Besuch zu einem Ablaufen von Objekten, die zwar schön und bedeutsam, dem Besucher jedoch "unbekannt und unentdeckt" bleiben, regelrecht "sinnlos" erscheinen...

 

Enttäuscht wie wir sind, erkunden wir erstmal ein neues vegetarisches Restaurant und speisen gut. Leider sind unsere diesmaligen Versuche in Phnom Penh nur selten von Erfolg gekrönt, können wir die kulinarischen Erlebnisse kaum loben. Gut, dasses unsere früheren Entdeckungen gibt, gut, dass wir nicht zögern sie wieder aufzusuchen! Ohnehin gilt es jetzt nicht zu genießen, sondern ruft auch mal die Pflicht: Nach beinahe 30 Tagen in Kambodscha muss unser Visum verlängert werden!   

 

Wer jetzt denkt: Der hätte einfach den Audioguide nutzen müssen, dem sei gesagt: Miserabel! Phnom Penh, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Wer jetzt denkt: Der hätte einfach den Audioguide nutzen müssen, dem sei gesagt: Miserabel! Phnom Penh, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die Artefakte selbst sind sehr sehenswert und stimmen immerhin versöhnlich! Phnom Penh, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Die Artefakte selbst sind sehr sehenswert und stimmen immerhin versöhnlich! Phnom Penh, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

 

Alles Visa oder was? Für eine Nacht nach Thailand!

Alles schien uns klar! Wir hatten uns schon früh informiert: Das 30-Tage-Visum, dass man bei Einreise nach Kambodscha  als Deutsche/r immer bekommt - sog. visa on arrival - ist prinzipiell nochmals um 30 Tage zu verlängern. Wir haben recherchiert, wo man das machen muss, haben die Adresse sowie die erforderlichen Fotos in der Tasche und rufen uns nun auf dem Weg zum hiesigen Migrationsamt auf der Straße ein Taxi heran. Eher zufällig verwickelt uns ein Mitarbeiter des Hotels in ein Gespräch und wir berichten, was wir heute vorhaben: "Visum verlängern!" - "Oh", sagt der, "sollen wir euch das nicht abnehmen? Ihr gebt uns Eure Unterlagen, Pässe und die Kohle und wir organisieren das alles für euch - natürlich gegen Aufpreis! In 10 Tagen bekommt ihr alles zurück!" - "No, sorry," erwiedern wir, "das dauert uns viel zu lang, so lang bleiben wir ja gar nicht in der Hauptstadt, danke für das Angebot..." Kurze Pause - er schaut uns an. Wissen sie es tatsächlich nicht? "Das dauert doch auch 10 Tage, wenn ihr es selber macht!" Wumm, der hat gesessen!

 

Wir sind kurz schockiert und schütteln uns! Nach unzähligen Rückfragen unsererseits und der Gewissheit, dass man entweder 10 Tage benötigt oder es auch in einem verkürzten Schnellverfahren zum Preis von 60,- US-$ je Person und Visum in 4 Tagen schaffen kann, sowie der Tatsache, dass uns das eine zu lang und das andere zu lang und zu teuer erscheint, blasen wir den Versuch erstmal ab. "Dann eben anders!" Wir beschließen kurzerhand es so zu machen: Da wir sowieso in den Süd-Westen des Landes reisen wollen - nach Koh Kong - und die dortige Grenze zu Thailand  nur ein Katzensprung entfernt ist - 15 Minuten mit dem Tuc Tuc zur Grenze und von dort nochmal gut eineinhalb Stunden mit dem Minivan nach Trat (Thailand) - nehmen wir unser altes Visum, den Bus nach Koh Kong  und reisen von dort direkt weiter und für eine Nacht aus. Plötzlich sind wir also in Thailand ... und genießen für eine Nacht den guten alten Klassiker Pad Thai-Nudeln  in unserem hiesigen Hotelrestaurant. Nur einen Tag später nehmen wir dieselbe Route mit denselben Gefährten zurück nach Kambodscha und lassen uns an dem kleinen Grenzübergang ein nagelneues Visum für nochmal 30 Tage - mit Verlängerungsoption (!) - und für gerade einmal 30,- US-$ pro Person ausstellen.

 

And here we are: Back in Kambodia, back in Koh Kong! Aber das ist eine Geschichte, die dann beim nächsten Mal erzählt werden wird...

 

Was als netter Tagestrip in Thailand geplant war, fällt leider dem Wetter zum Opfer! Trat, Thailand (Foto Jörg Schwarz)
Was als netter Tagestrip in Thailand geplant war, fällt leider dem Wetter zum Opfer! Trat, Thailand (Foto Jörg Schwarz)
Den einen Tag hätte man bei gutem Wetter hier allemal genießen können, Trat, Thailand (Foto Jörg Schwarz)
Den einen Tag hätte man bei gutem Wetter hier allemal genießen können, Trat, Thailand (Foto Jörg Schwarz)

Für uns hatte der Tonle Sap einige der beeindruckendsten Impressionen Kambodschas zu bieten... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Für uns hatte der Tonle Sap einige der beeindruckendsten Impressionen Kambodschas zu bieten... Kompong Chhnang, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

Empfehlungen

 

Unterkunft

 

Kompong Chhnang

Wir waren sehr zufrieden mit dem

  • Garden Guesthouse, C 419, Monbarang Village, Sangkat Phae, Kampong Chhnang , Tel. +855 12 550 633, guesthouse.garden@gmail.com. Sieht man davon ab, dass unsere Matratze schon arg durchgelegen war, können wir diese in einem wirklich schönen Garten gelegene Anlage sehr empfehlen: Gutes Frühstück, viele Informationen und ein überraschender Bring- und Abholservice zum/vom Bus... 

Phnom Penh

Wir waren erneut - und erneut sehr zufrieden - im bereits empfohlenen

  • The Billabong Hotel, Nr. 5 Street 158, Phnom Penh, Tel. +855 23 223 703, +855 92 229 306, www.thebillabonghotel.com, info@thebillabonghotel.com.

 

Speisen

 

Kompong Chhnang

Aus Mangel an Alternativen in der Nähe unseres Hotels haben wir mehrfach in der Nachbarschaft in ein und dem selben Restaurant gegessen. Es wurde uns im Garden Guesthouse (s.o.) empfohlen. Leider haben wir seinen Namen nicht... 100 m die Straße nach rechts gehen, auf der gegenüberliegenden Seite - gute Option.

 

Phnom Penh

Wir haben in Phnom Penh ein paar Alternativen zu den zuletzt empfohlenen Adressen probiert, waren aber diesesmal nur hier überzeugt:

  • Evergreen Vegetarian House, Nr. 109, Street 130, Sangkat Psar Chas, Doun Penh, Tel. +855 12 222155/+855 16 666159, evergreenvegetarian@yahoo.com. Interessante vegetarische Gerichte aus Kambodscha, kreative Alternativen zum sonstigen Angebot...

 

Allgemeines

 

Kompong Chhnang

  • Kompong Chhnang  ist einen mindestens zweitägigen Stop von Battambang nach Phnom Penh auf jeden Fall wert! Vor allem die hiesigen Schwimmenden Dörfer auf dem Tonle Sap sind jenen bei Siem Reap allemal vorzuziehen...
  • Lasst Euch einfach mit dem Tuc Tuc zum Hafen bringen, dort warten für rund 20 US-$ immer Boote für einen Trip von gut 2 Stunden...
  • bestenfalls findet Ihr jemanden, der sich in den Dörfern auf dem Wasser auskennt...
  • Die hiesigen Tuc Tuc-Fahrer  kennen sich auch bezüglich der Ton-Werkstatten und weiterer Sehenswürdigkeiten in der Gegend aus - wenn Ihr im Garden Guesthouse  absteigt, stoßt Ihr hier auf den Fahrer, den wir selbst engagiert haben - Somnath  ist ein klasse Tuc Tuc-Fahrer, mega-freundlich mit hervorragendem Englisch, der eigentlich ein Ingenieursstudium absolviert hat - eine absolut gute Wahl!
  • Kompong Chhnang ist keine Touristenstadt, viel zu bieten an touristischen Annehmlichkeiten gibt es nicht... Die hiesigen Hotels organisieren Euch aber z.B. die Weiterfahrt und besorgen Tickets etc.

 

Phnom Penh

  • Das Nationalmuseum  sollte man vielleicht nicht auslassen, wenn man zuvor die Tempelruinen bei Siem Reap oder anderswo gesehen hat (oder anschließend zu sehen plant)... Man sollte aber gewahr sein, dass das Museum museumspädagogisch und von der Aufbereitung der Sammlung her nur sehr bedingt empfehlenswert ist. Zwar mögen die Audioguides hier und da zu den einzelnen Artefakten Auskunft geben, eine Ordnung in das Gesamtensemble des Museums kann das aber auch nicht bringen...
  • Schaut hier auf weitere Empfehlungen zu Phnom Penh

 

Ausblick

 

Spuren | WECHSLER reisen in den äußersten Süd-Westen Kambodschas - an die Grenze zu Thailand. Nach der Erneuerung ihres Visums - durch Aus- und Wiedereinreise - erkunden sie die noch wenig besuchte Region.

 

Während Koh Kong Stadt schnell erschlossen ist, macht ihnen vor allem das Umland Freude: Sie besuchen die unbewohnte, naturbelassene Insel Koh Kong - die größte Kambodschas -, genießen ihre und weitere Strände Nahe Koh Kong und machen sich in das gut 240 km² große Naturschutzgebiet Peam Krasop auf, in dem Sie eine ausgedehnte Mangrovenlandschaft erwartet. Im angrenzenden Kardamongebirge trekken unsere Helden zu einem traumhaft schön und abseits gelegenen Wasserfall und genießen kaltes Wasser und atemberaubende Ausblicke auf das Flusstal. Wir versprechen: Ein magischer Ort!

 

Als Höhepunkt wartet ein mehrtägiger Stop am Preat Fluss. In einer bezaubernden Flusslandschaft ganz in der Nähe des Tatai-Wasserfalls. Vor allem die idyllische Lage ihrer Unterkunft und unterschiedlichste Exkursionen mit dem Boot oder Kayak lassen sie tiefe Einblicke in die hiesige Natur gewinnen und großartige Eindrücke sammeln.

 

Folgt uns das nächste Mal IN DIE SPUR!

 

Entlang der wundervollen Flüsse der Koh Kong-Region erleben unsere Helden fabelhafte Tage am und auf dem Wasser... Am Preat River, bei Koh Kong, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)
Entlang der wundervollen Flüsse der Koh Kong-Region erleben unsere Helden fabelhafte Tage am und auf dem Wasser... Am Preat River, bei Koh Kong, Kambodscha (Foto Jörg Schwarz)

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