Moin aus Kathmandu!
Oder besser aus: Patan - bzw. aus Lalitpur (Patans hier noch viel gehörter Name im Sanskrit) bzw. auch Yala (Patan auf Nepal Bhasa, der Sprache der Newar)! Alles hört man hier und alles ist richtig...
Ganz gleich: Moin aus Nepal!
Wir müssen zugeben, wir haben schon lange darauf hingefiebert nun endlich eintauchen zu können, in den pulsierenden, von reichlich regligiösen und kulturellen Vibes infizierten Kosmos Nepal. Ein lang gehegter Traum der Spurenwechsler ist nun endlich wahr geworden und wir streifen bereits seit ein paar aufregenden und ereignisreichen Tagen durch das einstige Hippie-Refugium Kathmandu und seine vibrierende, vom mittelalterlichen Flair der früheren Malla - Königreiche getragene Atmosphäre aus Tempeln, Palästen und kulturellen Traditionen sowie der lebendigen Vielfalt der Nepalesen zwischen Hinduismus, Buddhismus und teils reichlich archaisch erscheinenden Mythen und Bräuchen. Stark beeinflusst vom südlichen Nachbarn Indien, infiziert vom Schicksal Tibets und seinen migrierten Traditionen sowie seit Jahren im Zentrum des weltweiten Himalaya-Tourismus ist Nepal heute ein kultureller Schmelztigel sondergleichen - und ist seinen Traditionen doch meist treu geblieben...



Natürlich ist Nepal auch das Land der gigantischen 8000er-Gipfel, Heimstätte des Mount Everest (8.848 m), des Lhotse (8.516 m) oder des Kangchendzönga (8.586 m) sowie vieler Giganten mehr. Nepal ist der Inbegriff eines Trekking- und Kletterparadieses, das Land mit den unzähligen Geschichten von abenteuerlichen Bergbesteigungen oder ihrem tragischen Scheitern. Nepal fasziniert mit einer atemberaubenden Naturlandschaft und einer großen Vielfalt an Klimazonen: Vom Dach der Welt und ewigem Eis bis (fast) hinunter auf Meereshöhe und in tropische Gefilde. Es gibt hier Nationalparks mit Tigern und Nashörnern, Anbauregionen von Kaffee und Tee und rauschende Flüsse aus den Gletscherzonen der Gebirge, die, wenn sie unten im Süden des Landes ankommen, fast schon wieder warmes Wasser führen... Wie soll ein solches Land nicht "anmachen"?
Vielleicht schreckt den ein oder anderen die heutige Lebensrealität des Landes ja ein wenig ab? Es ist schließlich gerade einmal 11 Jahre her, da wurden die Menschen hier zu tausenden hingerafft, als hätte der hier vielfach angebetete "Weltenzerstörer" und Hindugott Shiva höchst persönlich mal wieder einen Wutanfall in seinem Wohnzimmer gehabt: Zahlreiche Nepalis sowie die zu Stein gewordenen Säulen ihrer Traditionen und reichen Geschichte sind durch eine Reihe verheerender Erdstöße im Mark erschüttert, ganze Stadtteile oder Häuserzeilen zerstört worden. Ganze Dörfer in einem weiten Radius um Kathmandu wurden seinerzeit ausradiert oder in Trümmer gelegt und das ohnehin arme Land war (und ist es teils noch heute) schwer beschädigt. Das gilt auch und mit besonderem Bedauern zur Kenntnis genommen: Für zahlreiche Kulturschätze und religiöse Kultstätten, für historische Denkmäler und weiterhin stark frequentierte Tempel und Klöster Kathmandus, Patans und Bhaktapurs, jene drei sagenumwobenen, mit der typischen Newar - Architektur geprägten Königsstädte früherer Reiche im Zentrum Nepals... ! Politische Instabilität und Unruhen tun ihr übriges und ja, es gibt viele weitere Probleme, wie die Krisen von Staat, Wirtschaft, Umweltverschmutzung/Klima oder der schwelende Generationenkonflikt...
Diese und andere Risse gehen mitten hindurch durch das Paradies! Und dennoch: Nepal war stets eine exotische Verheißung für Spurenwechsler und ist es auch heute noch... Und jetzt sind wir auch bereit dafür! Folgt uns IN DIE SPUR!



Von BVG-Streiks und gecancelten Flügen - Vom Glück geküsst!
Im Grunde ist die Vorfreude auf eine Reise ja die eigentliche Sahne auf das Kuchenstück: Die Reise selbst... Tatsächlich hatten wir ein paar Tage der Freude, kurz nachdem wir gebucht hatten. Und ja, auch in den Tagen vor dem Start kommt uns das Ereignis natürlich nach und nach näher, weil wir ja packen müssen... Aber der Kopf ist doch noch von vielem anderen ziemlich voll, so dass wir nur die ersten Tage in Nepal einigermaßen durchplanen konnten und vieles Weitere unserer Reiseroutine und berüchtigten Spontanität überlassen müssen.
Wir haben natürlich ein paar Seiten im Reiseführer geblättert und im Netz schon mal flüchtig ein paar Informationen aufgeschnappt, Freunde haben Tipps gegeben und wir haben ein Zimmer für den Start gebucht. Aber so richtig vorbereitet fühlen wir uns tatsächlich nicht, als wir realisieren, dass es mit der Anreise zum Flughafen auch noch ein wenig schwieriger werden könnte, als üblich: Die BVG wird bestreikt - es fahren mehrere Tage keine Busse und keine Trams in Berlin! Natürlich: Es trifft uns mal wieder am Anreisetag und unsere Fahrt zum Flughafen benötigt ein paar Umwege!
Ach, denken wir noch: Wenn es nur das ist, ist es ja gut...!

Als wir nach ein paar Flugstunden in Istanbul zwischenlanden - das Weltgeschehen war in unserem Reise-Kosmos bereits Galaxien von uns entfernt - blicken wir etwas irritiert auf die Anzeigen am Flughafen, die beinahe mehr gecancelte, farblich blinkende Flüge anzeigt als demnächst startende Flieger... Wir sehen unseren Flug erstmal überhaupt nicht und erhalten dann die Auskunft, dass wir uns gedulden sollen... Hmm... Was ist denn da los? Eine gewisse Unruhe macht sich breit und eine düstere Sorge... Ein Blick in die News auf dem Smartphone offenbart das Unsägliche und führt zu einer neuen Erkenntnis: Es ist möglich, dass man in Berlin bester Dinge in den Flieger einsteigt und es ist Frieden (natürlich nicht überall auf der Welt und ganz sicher niemals richtig in Nahost - aber eben doch ein bisschen Frieden - man ist ja schon über wenig froh heutzutage!) und wenn man in Istanbul wieder aussteigt, herrscht ein echter, ein realer, ein heißer Krieg, ein Flächenbrand in Nahost...! Wirklich jetzt? Ich muss mich kneifen!
Netanjahu und Trump beginnen also unter unserem Arsch einen völkerrechtlich mehr als fragwürdigen Krieg gegen den Iran (natürlich ist es um das dortige Regime jetzt auch nicht wirklich schade, aber ... es verschlägt uns trotzdem die Sprache), die Mullahs schlagen gegen fast alle ihre Nachbarn in der Region zurück und da haben wir den Salat: Mal abgesehen von den betroffenen Menschen in diesen Ländern, mal abgesehen von der Planlosigkeit des Ansinnens und dem nicht kalkulierbaren Risiko für die gesamte Welt: Die Flugroute unseres Fliegers geht doch genau da drüber, oder...!?
Um es kurz zu machen: Wir haben Glück! Unser Flieger wird aufgerufen, wir boarden und starten irgendwann! Wir umfliegen das junge Kriegsgebiet spontan über Aserbaidschan und Usbekistan, kratzen kurz an Taschkent und biegen dann in Richtung Süden ab, vorbei an Lahore und Islamabad in Pakistan sowie über den Punjab in Richtung Kathmandu... Natürlich sind wir dankbar, dass wir ankommen! Aber wir sind über den Zustand der Welt auch immer mehr erschüttert... Man muss sich Sorgen machen!



Wir wohnen in der alten Königsstadt Patan und stürzen uns in das mittelalterliche Gassengepräge
Der ein oder andere wird nun vermutlich Schnappatmung kriegen, wenn er realisiert, dass wir gar nicht direkt in Kathmandu absteigen... Natürlich werden wir diese sagenumwobene Stadt besuchen - aber für uns geht es, einer Empfehlung folgend, zunächst in das etwas beschaulichere und gechilltere Patan - hier sagen die Leute aber immer noch Lalitpur! Patan liegt etwa 5 km südlich von Kathmandu, ist längst mit der größeren Metropole verwachsen und eine der drei früheren unabhängigen Königsstädte. Die "Stadt der Schönheit" ist vor allem für ihren aus der Zeit des 12. Jahrhunderts entwickelten Newar - Baustil der Malladynastie berühmt, deren Vermächtnis ihr ein "Weltkultur"-Erbe bescherte. Sie ist eine der ältesten Städte des Landes und tatsächlich ein gechillter Kosmos...
Wir beziehen ein schönes, neu wieder aufgebautes Newar - Haus und ein komfortables Zimmer, genießen die Ruhe eines Innenhofs und den direkt vor unserer Haustür befindlichen kleinen Platz, den ein paar kleine Läden - ein Restaurant, ein Klangschalengeschäft und ein Kaffee- und Teehaus - sowie ein Hindutempel mit entsprechenden Abbildern hinduistischer Gottheiten teilen. Wir durchstreifen zunächst die nahegelegenen Gassen, essen gleich mal ein paar Momos - nach Nepal migrierte tibetische Teigtaschen mit "Buff" (ich kringel mich vor Lachen!), also Büffelfleisch vom Wasserbüffel mit den zwei klassischen newarischen Saucen im vermeintlich besten und ältesten Momo - Laden Patans: Dem Shree Bagalamukthi Swadista Mahabharat Mo:Mo!



Wieder in den engen kleinen Gassen unterwegs - es hupt in einer Tour von allen Seiten, Mopeds schießen an unseren Knöcheln vorüber, andere fahren direkt auf uns zu und schwenken gerade noch rechtzeitig zur Seite. Hier saugt unsere Nase den Qualm eines kleinen Opferfeuers ein, dort mag es der Smog über der Metropolregion Kathmandu sein, zu der Patan gehört - der Feinstaub ist mit der Zeit spürbar in Nase und Lunge... Wir weichen laufenden Kindern aus, passieren zahlreiche Läden und Werkstätten mit den wundervollen Produkten all der atemberaubenden Handwerkskünste der Stadt: Metallwerker, Holzschnitzer, Thangka-Maler, Teppichknüpfer oder Steinmetze. Immer wieder trifft man im Stadtbild auf die wundervollen alten Newar - Häuser deren Charakteristikum ihre famosen holzgeschnitzten Fenster und Türverkleidungen sind, die ihre stilistischen Wurzeln im Mittelalter haben und seither hier Tradition sind.
Überall trifft man zudem auf diverse spannende Tempel der Hindus oder der Buddhisten, die hier keine historischen Relikte sind - trotz des teils hohen und ehrwürdigen Alters -, sondern gelebte Opferstätten und Orte zahlreicher und häufiger Rituale. Viele von ihnen finden sich in den Innenhöfen abseits der Straßen, in denen die um diese Plätze herum lebenden Menschen eine Religionsgemeinschaft bilden... Die Menschen leben hier mit ihren Göttern, Geistern, Tempeln und Opferstellen, zelebrieren Verbrennungs- und Berührungs-Rituale oder geben einfach das, was ihrer Auffassung nach des Gottes ist! Und das beinahe täglich und zu jedem Anlass: Hochzeiten, Geburten oder einfach auch beim Wetten kurz vor dem Fußballspiel, das die beliebteste Sportart hier in Nepal ist... Gestern Abend gewann auch mein HSV - mal wieder mit 15.000 Auswärtsfahrern im Rücken in Wolfsburg...! Jetzt wisst ihr auch warum!



Die Atmosphäre ist hier noch immer ein wenig spirituell aufgeladen, Kommerz und Religion gehen eine interessante Verbindung ein und wir genießen jede Minute der uns so fremden Welt... Dazu wabern süßliche Düfte von Gebäck und Kaffee durch die Straßen oder der zischende Dampf aus den Gartöpfen und Kesseln der Momo - Läden. Nebenan tönt die klirrende Glocke eines Schamanen, der nun auch mit Gesang versucht, böse Geister zu vertreiben... Man stößt eigentlich überall auf freundliche Gesten der Menschen, die jedes Lächeln - schüchtern aber herzlich und erfreut - zurückgeben und jedes Namasté erwiedern. Die Frauen tragen noch den traditionellen Sari, einige ältere Männer den Dhaka Topi - die typische gemusterte Kopfbedeckung der Region... Die Jugend ist dagegen zumeist westlich-modern unterwegs und wünscht sich genau diese Moderne jetzt auch mal für Nepal - dieser Tage wird ja gewählt...
Wir verstecken uns vorm Holi-Fest
Bereits an unserem zweiten Tag in Patan ereilt uns das traditionelle Holifest, das den Frühling feiert und den Sieg des Guten über das Böse mit viel Wasser- und Farbpulverfontänen begeht. Die Menschen segnen sich, markieren sich gegenseitig die Stirn und die Wangen mit meist roter Farbe, an populären Orten der Stadt ergehen sich die jungen Menschen in wahren Schlachten mit Farbpulver und Wasserpistolen, sodass zumeist kein Auge und kein Kleidungsstück trocken und sauber bleibt... Touristen sind natürlich besonders im Fokus. So oder so ähnlich haben wir in früheren Jahren ähnliche Events in Thailand oder Kambodscha (Songkran) über uns ergehen lassen, doch dieses Jahr betrachten wir das Ganze lieber aus der gebotenen Entfernung... Wir nutzen den Tag und planen unseren Trip, lesen uns in unseren Reiseführer ein - ja, wir sind da echt noch oldstyle unterwegs und schauen trotzdem hier und da in einen Blog - und buchen ein paar Unterkünfte oder arrangieren das, was wir vor der Reise keine Zeit hatten zu tun...



Goldene Tempel und viel Schönheit - aber auch die Wunden von 2015
Erst am kommenden Tag machen wir uns wieder auf den Weg und erkunden unseren Kiez... Nicht ganz einfach zu finden, aber ganz in unserer Nach-barschaft gelegen, suchen wir uns einen Weg von Innenhof zu Innenhof, die hier - charakteristisch für das Viertel - nicht immer einfach zu finden sind. Das kleine Labyrinth dieser versteckten Höfe und Gassen gehört zu den spannenden architektonischen Besonderheiten der verwinkelten Stadt, die das

ein oder andere Geheimnis birgt. Kein Geheimnis jedoch ist der so aufzuspürende buddhistische Goldene Tempel, der Hiranya Varna Mahavihar, den wir durch ein Tor - von bunten Löwenfiguren oder Fabelwesen (?) bewacht - betreten. Wir stehen nun vor einem kleinen aber imposanten und wahrlich atemberaubenden Tempel, um den herum es wimmelt und chaotisch zugeht... Gläubige beten in beinahe allen Positionen und setzen Kerzen. Räucherstäbchen und Öl-Düfte garnieren eine lebendige Szenerie und füllen die Luft hier mit Bedeutung an. Es raunt in diesem ganz in Gold gehaltenen, engen Innenhof, in dem die Luft angesichts der spürbaren Vibes zu elektrifizieren scheint. Es knistert förmlich. Eine außergewöhnliche Atmosphäre umfängt den Raum des Innenhofs, in dem immer wieder Glockenklänge und schepperndes Metall zu hören sind...
Der Tempel selbst ist golden beschlagen, mit zahlreichen imposanten Figuren und Metallintarsien verziert. Das Auge ist von der Üppigkeit der Schmuckelemente definitiv überfordert, der Glanz feiner und filigraner Handwerkskunst ist enorm. Hölzerne Schnitzarbeiten an der Decke und den Stützpfeilern garnieren einen insgesamt überbordenen Tempel-Reichtum sowie eine Gemeinde, die hier und in den angrenzenden Räumlichkeiten buddhistische Rituale zelebriert.
Immer wieder werden wir nun aber auch Klopf- und Hammergeräuschen, dem Kreischen eines Bohrers gewahr, die uns jäh ins Diesseits zurückbefördern - wir scheinen sie bisher ganz überhört zu haben: Links von uns arbeiten Bauarbeiter an einem Flügel des offensichtlich während des Erdbebens von 2015 eingestürzten Hauses. Es wird hier neben all den religiösen Bräuchen - fast nebenher - wieder aufgebaut. Diese klaffenden Wunden finden sich - 11 Jahre nach der verheerenden Katastrophe - noch überall in der Stadt: Im Innenhof unserer Unterkunft, im Tempelbezirk des Durbar Square und eigentlich überall in den Gassen der Stadt. Und dennoch: Vieles - das weit meiste hier in der Altstadt - ist wieder hergerichtet, man sieht die Neubauten - im alten Stil wiedererrichtet - überall in den Vierteln. Es ringt uns einen riesen Respekt ab, dass sie hier schon wieder stehen: Denn die Ausmaße der Zerstörung müssen gigantisch gewesen sein...
Momos, Thalis und reichlich Daal - kulinarisch kommen wir auf unsere Kosten...
Natürlich kommen wir auch kulinarisch auf unsere Kosten... Die Vielfalt der Küche hier ist umwerfend und wir haben eine pralle Auswahl an Nepali -, Newari - oder tibetischen Einflüssen, aber auch die asiatischen Weltküchen sind vertreten... Es ist ein Traum... Natürlich wollen wir aber erstmal die nationalen, für uns gänzlich neuen Gerichte probieren und steigen mit den schon erwähnten, bei Nepalesen wie Reisenden sehr beliebten Momos ein: Eine den chinesischen Dumplings ähnliche und wohl nur namentlich unterschiedene tibetanische Teigtasche, die uns in diversen Sorten angeboten wird und mit zumeist zwei Saucen, besser zwei Dips, serviert wird: Der eine ein wenig nussig, der andere tomatig schmeckend... Dazu ordentlich Chili... Vor allem die mit Büffelfleisch gefüllte Momo-Variante (Momo Buff) ist speziell und sehr lecker, aber auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten, wir probieren die Variante mit Panneer, dem weißen Käse. Momos finden wir hier überall und wir wissen inzwischen, wo es die besten Saucen gibt...
Wir gehen in die bei Einheimischen offenbar besonders beliebten Lokale und probieren den traditionellen Daal Bhaat Tarkari, der mit Daal (Linsen-suppe), Pickles und Chiura (geschlagener Reis - flache, trockene Reisflöckchen, wie Haferflocken platt gepresst) serviert wird, der eine knusprige Konsistenz hat... Bei einem Mongolen in Kathmandu haben wir die tibetanische Snack-Variante des Laphing mit Nüssen, Chili und Chips sehr genossen: Kalte, mit schwarzem Salz (vegan für Ei) gewürzte, eingerollte Nudelplatten... Wunderbare All-time Klassiker wie Keema-Nudeln -beispielsweise mit Huhn (gehackt) - gehen immer, aber die hiesige, mit Dunkler Sojasauce, Pak Choi und viel Chili-Knoblauch zubereitet, ist ein Hammer, auch weil die Nudeln köstlich schmecken... Und wer auf Suppen steht, der ist - wie wir - begeistert von der ebenfalls aus Tibet stammenden Thukpa - einer herzhaften Brühe mit Gemüse (Karotten, Kohl, Pak Choi, Pilze), Ingwer, Knoblauch und verschiedenen Nudelsorten - mit oder ohne Fleisch erhältlich... Schon nach wenigen Tagen sind wir angetan, auch wenn das ein oder andere Pickle nicht nach unserem Geschmack ist...




Die atemberaubenden Palast- und Tempelbezirke in Kathmandu und Patan
Dann sind wir endlich soweit, dass wir die große Verheißung in Patan - später auch in Kathmandu - angehen können... Wir nehmen uns die großen Tempelareale sowie die Paläste der historischen Newar - Städte vor: Die sog. Durbar Squares! Nur ein paar Straßenmeter vor unserer Haustür liegend, betreten wir den frei zugänglichen und offen sichtbar zutage tretenden Tempelbezirk, dessen ausladende Dachkonstruktionen bereits in den engen Zugangsgassen weithin sichtbar sind und im asiatischen Raum stilprägend gewesen sein sollen... Wir lösen das obligatorische Tagesticket und treten mit einem eigens engagierten Guide ein.
Wir erfahren viel über die religiösen Aspekte des Hinduismus und Buddhismus, entschlüsseln die ein oder andere Symbolik der Figurenensembles wie der newarischen Holzschnitzereien und erfahren einiges über die Restaurierungsgeschichte dieses extrem sehenswerten Areals. Einige Tempel befinden sich noch in der Wiederaufbauphase, sind eingerüstet und verdeckt, die meisten anderen Tempel dagegen sind in ihrer wundervollen Pracht wieder hergestellt und wahrlich atemberaubend. Über den gesamten Tag streifen wir nun über den Durbar Square Patans, lernen viel über die Bedeutung der einzelnen Tempel und die in ihnen verehrten Gottheiten, entdecken kleinste Details im Holzgebälk oder im Stein, sind von der teils imposanten Größe und Schönheit der Tempel oder den religiösen Ritualen der Bevölkerung fasziniert. Bei all den Besuchern und den selbst hier bereits massentouristischen Erscheinungen gilt: Es geht noch recht gemächlich zu in Patan, aber die ganz große spirituelle Athmosphäre früherer Tage ist wohl auch hier inzwischen verflogen...



Wir widmen uns also den Highlights und den kleinen Besonderheiten und so verfliegt die Zeit wie im Fluge, wenn man die Ruhe hat, sich dem Treiben hinzugeben und sich in Hingabe treiben zu lassen. Wir schlendern durch die diversen Ebenen des früheren Königspalastes und fragen uns, wie kalt es hier wohl im Winter war und wie der eingerichtet wurde - einen Kamin haben wir jedenfalls nicht gesehen... Wir schießen Fotos und laufen sicher einmal gedanklich und bildlich an allen Gottheiten und mythischen Figuren des hinduistischen und buddhistischen Kosmos enlang ... bis unser Guide endlich ein Einsehen mit uns hat... Diese Ausländer lernen das ganz sicher nicht mehr... Ein bisschen too much nach unserem Geschmack, denken wir!
Uns fasziniert vor allem die Kunstfertigkeit der Handwerker - sowohl in der Architektur und der Ausgestaltung von Holzelementen, aber auch das wirklich sehenswerte Museum mit seinen wundervollen Objekten. Keine Sorge wir werden Euch jetzt nicht mit alledem nerven. Hier nur ein paar Inspirationen aus der Gesamtanlage und dem Museum des Durbar Square in Patan getrennt:
Die Kumari - Die lebende Inkarnation der Göttin Taleju
Eine doch etwas archaische Erscheinung in Patan - mehrfach sogar in Kathmandu und Umgebung - hat es unserer Fantasie besonders angetan. Wir machen uns heute auf den Weg zu ihrem Haus: Dem Haus der Kumari. Die Kumari ist in den Augen vieler Nepalesen die lebende, jungfräuliche Inkarnation der Göttin Taleju, die in der Region außergewöhnlich intensiv verehrt und angebetet wird und für die jährlich ein farbenprächtiges und wildes dreitägiges Fest - das Indra Jatra - inszeniert wird. Der Legende nach spielte die Göttin Taleju einst mit einem der Malla - Könige ein Würfelspiel, bis der König plötzlich von unlauteren Gefühlen der Lust gegenüber der Göttin ergriffen und offenbar übergriffig wurde. Taleju war davon so erzürnt, dass sie sich augenblicklich in Luft auflöste und gelobte, nur noch in der Inkarnation einer Jungfrau auf die Erde zurückzukommen.
Genau diese Inkarnation der Göttin machen einige Nepalesen - allen voran die newarische Volksgruppe - seither in der Kumari aus und haben seit Jahrhunderten einen Kult um diese "lebende Gottheit" etabliert. Sie wählen in einem - für kindliche Seelen - teils grausamen Auswahlprozess ein etwa 2 - 4 jähriges Mädchen der Shakya - Kaste (Newari) aus, testen die Kleine anhand von 32 Kriterien und prüfen in der so genannten "schwarzen Nacht" noch die Furchtlosigkeit und Disziplin des Mädchens in weitgehend unbekannten Initiationsritualen. Eines der Kinder - u.a. makellos, furchtlos und ohne bisherigen Blutverlust in ihrem Leben - setzt sich durch, erhält das Schwert der Taleju und lebt fortan im Haus der Kumari - dem Kumari Ghar - als lebende Gottheit auf Erden. Eine ganze Truppe von Helfern lebt jetzt mit der Kumari in dem zugänglichen Haus, in dem die kindliche Göttin fortan ihre Rolle spielt - weitgehend abgeschottet von der Außenwelt - vor allem von anderen Kindern... Die eigene Familie kommt nur noch zu Besuch. Bis zu ihrer Pubertät (dem 11. Lebensjahr) führt sie ein Leben in Verehrung und Anbetung, dann wird eine neue Kumari auserkoren und dieses nun menstruierende, nicht mehr "reine" Kind muss ein neues, ein völlig "normales Leben" zu führen lernen...



Das Leben der kindlichen Göttin hat einige ungewöhnliche Aspekte: Die Kumari darf mit Ihrer Inthronisierung nicht mehr mit den Füßen den Boden berühren, weshalb weiße Tücher vor ihr ausgebreitet werden oder sie getragen wird. Sie wird auffällig geschminkt - beispielsweise mit dem "dritten Auge", dem roten Tika an der Stirn, aber auch an den Augen - und kostümiert, sie trägt die typische rote Kluft bis zu den Füßen, ein üppiger goldener Kopfschmuck ziert sie und sie wird mit Gold- und Blumen-Ketten sowie weiterem Schmuck behängt, wenn sie in der Öffentlichkeit auftritt. Man kann ihr tatsächlich täglich zu bestimmten Zeiten begegnen. Die Göttin erscheint dann in einem kleinen Fenster oberhalb ihres Hauses und man kann sie betrachten. Es wird respektvoll geschwiegen, Kommunikation findet höchstens nonverbal statt. Die Kumari gewährt den so genannten "Darshan" - den gesegneten Anblick! Bestenfalls findet sich während der Begegnung keine Regung in ihrem Gesicht, eine wie auch immer geartete Reaktion wird als schlechtes Omen interpretiert...
Man mag diesen Kult ja bewerten, wie man will. Natürlich respektieren wir ihn als Gäste des Landes. Gleichwohl darf Kritik erlaubt sein: Die Kindheit der Mädchen ist mit einem Schlag dahin und wird nicht mehr wiederkommen! Es wird aus der Familie herausgerissen und von Gleichaltrigen für viele Jahre vollständig getrennt. Man verlangt von den Kindern enorme - auch körperliche - Anstrengungen, keineswegs kindgerechte Disziplin und Selbstbeherrschung und ein Leben hinter kleinen Fenstern... Die Mädchen dürfen mit den Füßen den Boden nicht mehr berühren - wir reden von einem Kind! Sie haben tägliche rituelle und strenge Pflichten zu erfüllen und wenn die Zeit ihrer Göttlichkeit, in der sie sich als etwas Besonderes, Außergewöhnliches fühlen durften, beendet ist, müssen sie von heute auf morgen ein normales und profanes Leben führen. Man wirft sie aus dem "Paradies...!"



Man mag sich denken, was dieser wiederholte, völlige Kulturbruch im Leben eines jungen Menschen wohl anrichten kann... Denn das Leben danach ist sicher nicht immer ganz einfach: Normale Arbeit werden diese Frauen - einfach aufgrund des fortbestehenden Respekts der anderen - sicher kaum noch annehmen können, obwohl sie inzwischen gut ausgebildet werden und nach der Kumarizeit eine kleine Rente erhalten. Einen Partner zu finden ist schwer, da der Nimbus der Göttlichkeit nicht so schnell verschwindet und eine Legende besagt, dass der Ehemann einer ehemaligen Kumari früh versterben wird... Frühere Kumaris berichten denn auch, dass es ihnen schwer fiel, allein das Haus zu verlassen, sie berichten von den Sehnsüchten als junger Kumari, mit den draußen tobenden Kindern spielen zu dürfen und den sozialen Ängsten in der Zeit danach...
Natürlich gibt aber auch andere Bewertungen und sogar Interviews ehemaliger Kumaris, die wirklich spannend sind und interessante Einblicke in das Erleben dieser früheren Kinder geben. Wir stehen dem Kult um die Kumari daher mit gemischten Gefühlen gegenüber, sind einerseits überrascht und irritiert von der spürbaren Verehrung der Menschen für dieses kleine und im Grunde völlig unselbständige und wehrlose Kind, das hier als lebende Gottesinkarnation von einer Regligionsgemeinschaft erst initiiert, inszeniert und jahrelang vereinnahmt wird, sind aber andererseits von dieser für Europa - heute - völlig undenkbaren Andersartigkeit und Fremdheit auch fasziniert. Letztlich ist es ja gerade das, weshalb wir das Exotische in anderen Kulturen suchen: Weil es das ganz andere dessen ist, was wir selber kennen... Ein Beigeschmack aber bleibt, denn Kultur darf gern divers sein, sollte aber auch im Rahmen von Menschen- und Kinderrechten verbleiben...
Tatsächlich haben wir selbst die Kumari übrigens nicht gesehen - wir scheuten ein wenig unsere eigene Reaktion und sind daher stets zu Zeiten ins Kumari Bahal gegangen, in denen die Kumari selbst sicher nicht anwesend sein würde...



Fortsetzung folgt!
Empfehlungen
Unterkunft
Einer Empfehlung - und wie sich heute herausstellt, einer guten Empfehlung - folgend, sind wir in Patan (Lalitpur) und nicht unmittelbar in Kathmandu aufgeschlagen und haben hier ein paar sehr ruhige, chillige und schöne Tage verbracht:
- Im Charming Yatachhen House, am Swotha Square ganz in der Nähe des Durbar Square in Patan gelegen, haben wir ein komfortables, gemütliches und ruhig gelegenes Zimmer (auch mit Terrasse) verbracht, das wir sehr epmpfehlen möchten. Das Haus - ein altes, wiederaufgebautes - Newari-Haus liegt an einem versteckten Innenhof, in dem ein Teil des Hauses ggw. wieder aufgebaut wird (hat uns all die Tage nicht in unserer Ruhe gestört) und das zur Cosy House - Kette gehört, die mehrere Gebäude mit Zimmern und Appartments in Patan und ganz Nepal bewirtschaftet, die im Yatachhen House auch ihr Office hat und Waschmaschine, Küche und Aufenthaltsraum sowie andere Annehmlichkeiten bereithält. Wer es hierher geschafft hat, kann sich glücklich schätzen, denn auch der umliegende Kiez ist wirklich schön und bietet einen wunderbaren Einstieg in das Kathmandutal: https://cosynepal.com/
- Man hat vom Yatachhen House Kathmandus Durbar Square in 10 - 15 Minuten (je Verkehr) und Bhaktapurs Durbar Square in 30 Minuten mit einem Taxi erreicht und ist damit also super flexibel...
Speisen
Wir können folgende Restaurants empfehlen:
- Momos - tibetanische Teigtaschen gefüllt mit speziell nepalesischem Wasserbüffelfleisch, Huhn oder Gemüse - sind allgegenwärtig aber vor allem hier besonders schmackhaft: Im ältesten Momo - Restaurant Patans - eher eine kleine sehr bescheidene Garküche mit metallischen Kesseln und eher unprätenziösen Sitzgelegenheiten, dafür authentisch nepalesisch - dem Shree Bagalamukthi Swadista Mahabharat Mo:Mo Centre, Patan Dhoka - ganz in der Nähe des Yala Dhwakha - Patan Dhoka, dem fotogenen Eingangstor zur Altstadt Patans.
- Wir essen mehrfach gut am Swotha-Platz im ebenfalls unprätenziösen, von vielen Einheimischen häufig und vielfach frequentierten Nandini Newari Food Court, Swotha Rd, Lalitpur 44600: Hervorragende Ei-Pfannkuchen (Egg-Roti) mit zahlreichen wählbaren Achar - Gemüse-, Fleisch- Beilagen... Unser Favorit: Huhn mit Paprika, Chili und Karotte in einer sagenhaften Sauce, aber auch zahlreiche andere Töpfe - man zeigt einfach drauf - enthalten kleine Elexiere... Auch das typische Daal Bhat Tarkari haben wir hier gegessen, wobei uns nicht jedes Pickle gemundet hat - aber das ist gut und trotzdem empfehlenswert! Großer Vorteil: Die hier den Löffel schwingenden Mädels sind erst etwas schroff und tauen dann auf - und: Sie haben Bier zu normalen Preisen!
- Eine glückliche Entdeckung war das Life Story Café, Kobaha Dhumbaha Galli, Lalitpur 44600, etwas versteckt hinter dem steinernen Hindu-Tempel am Bhagwati falcha kobaha - Kulturzentrum. Hier findet ihr in einem gemütlichen kleinen Café eine sehr kleine Auswahl frisch zubereiteter, dafür um so schmackhafterer Speisen, wie die fabelhaften Keemy Noodles nach Wahl - herausragend! - oder auch Momos mit der definitiv besten Dip-Sauce... Die Besitzerin hat die Ruhe weg ist aber eine fabelhafte Gastgeberin und Gesprächspartnerin und kredenzt einen guten Kaffee sowie exzellente Limonaden...
- Sehr gern haben wir uns - vor allem morgens für ein gutes Frühstück oder auch mal am Nachmittag, als die Restaurants der Stadt ansonsten geschlossen waren (Wahltag) - im schönen Café Timila, http://www.hoteltimila.com/ direkt in einer kleinen Nebenstraße des Swotha Platzes, aufgehalten und gespeist, das zu einem teureren Hotel gehört und einen fabelhaften Innenhof besitzt: Guter Kaffee, nettes Personal sowie eine umfangreiche Menü-Karte, bei der uns vor allem ein Starter mehrfach umgehauen hat: Käsekroketten mit einer atemberaubenden Sauce... Probieren! Auch die Thukpa, eine nepalesische traditionelle herzhafte Nudel-Suppe war hier gut!
- Auch das Café Swotha, - ebenfalls zu einem Hotel gehörend - hat einen gewissen Charme, wegen seines Innenhofs und eine gute Küche.
- Eine ganz passable Ramensuppe hatten wir im japanischen Restaurant Sanchyan Ramen, Swotha Rd, Lalitpur 44700, gegenüber dem Timila Café.
- Ansonsten testet man sich durch zahlreiche Straßenlokale für alle möglichen Sorten Gebäckteilchen, frittierte Kartoffelscheiben, indische Kichererbsenteilchen und vieles mehr.
- Auch die meisten Cafés haben Speisen im Angebot, so haben wir häufig die aus Tibet stammenden Kaltspeisen wie Laphing dort als Zwischensnack genossen... (siehe Text).
Unsere kulinarischen Erfahrungen und Empfehlungen in Kathmandu bereiten wir mit dem nächsten Blogbeitrag auf...

Allgemeines
- Patan ist definitiv die ruhigere, beschaulichere und - am nepalesischen Kosmos gemessen - weitgehend entspannte Alternative zum lauteren, touristischeren und volleren Kathmandu. Wer beispielsweise die Khao San Road in Thailand noch immer attraktiv findet und nightlife sucht, der wird sich in Kathmandus Traveler-Hochburg Thamel sicher wohl fühlen... Mal abgesehen davon, dass wir die Khao San-Road in Bangkok aus nostalgischen Gründen auch noch immer mögen - wenigstens ihr Umfeld -, stößt uns Thamel inzwischen eher ab und wir sind dankbar dafür, dass wir unser Lager am Swotha Platz in Patan aufgeschlagen haben...
In der rechten Spalte geht es weiter: ---->
Ausblick
Spurenwechsler lassen sich weiter durch die newarisch-nepalesiche Welt im Kathmandutal treiben...
Neben dem Durbar Square in Kathmandu nehmen sie dabei den Bazaar - die pulsierenden Gassen der Gewerbetreibenden und Händler Kathmandus - ins Visier. Sie erkunden neben Thamel - der heutigen touristischen Welt der Metropole - auch die weniger touristisichen, vielleicht gar nicht auf den ersten Blick so attraktiv erscheinenden Gegenden der Stadt, haben aber hier sehr schöne Begegnungen mit den Menschen vor Ort...
In Patan erleben unsere Helden die vielleicht wichtigste Wahl des Landes, in der das geschäftige Treiben für einen Tag still steht und das Land den Atem anhält. Es wird zwar erst zum dritten Mal überhaupt demokratisch abgestimmt, doch die diesmaligen Wahlen gelten als richtungsweisende Schlüsselwahl, nachdem die junge Demokratie erst im September letzten Jahres beinahe gewaltsam am Generationen-konflikt gescheitert und in Ausschreitungen mit einigen Toten fast zerschellt wäre...
Zum Abschluss ihrer Tage im Kathmandutal genießen Spurenwechsler die atemberaubend schöne, vielleicht besterhaltene Newar-Stadt Bhaktapur. Die in mittelalterlichem Gepräge bewahrte dritte ehemalige Königsstadt hat ein außerordentlich schön erhaltenes Stadtbild und mehr newarische Einflüsse als die anderen bisher erkundeten Städte... Ihr Markenzeichen ist der "beste Joghurt" - vielleicht - der Welt?! Ganz sicher aber ist sie ein kleiner lebendiger Newar-Kosmos, den unsere Helden hier hautnah erleben...
Und, ja: Es wird erotisch!
Folgt Ihnen also auch dann in die Spur!

- Größte Attraktion ist die Altstadt von Patan selbst, deren Gassen man völlig bedenkenlos - mit der gebotenen Vorsicht vor den Mopeds in den schmalen Gassen - ablaufen kann. Ein Kosmos voller Geschäfte und Läden mit Kunsthandwerk der Kunstschaffen-den in Patan, Cafés und immer wieder schönen Newar-Häusern wie Tempeln... Immer wieder gehen kleine oder größere Innenhöfe und Plätze von den Straßen ab, die man entdecken kann und in denen man meist Tempel oder Stupas findet, hier und da aber eben auch die ruhigeren Cafés... Einfach drauf los!
- Natürlich besucht man den schönen Durbar Square... Man zahlt entweder für einen Tag ein Ticket am Eingang oder man sichert sich mit Passport ein Ticket für die Gültigkeit mehrerer Tage - es gibt widersprüchliche Aussagen, ob man nun ein Passfoto dafür benötigt oder nicht....
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- Je früher am Morgen, desto interessanter die Atmosphäre.
- Wir werden hier jetzt keine Tempelführung im Einzelnen machen, dafür bucht man einen Guide vor Ort - keine Sorge, ihr werdet sicher angesprochen...
- Interessant ist natürlich der Palast der Malla-Könige mit seinen schönen Innenhöfen.
- Das Museum ist sehenswert und keine Zeitverschwendung.
- Unbedingt sehenswert ist der Goldene Tempel - der Hiranya Varna Mahavihar - in einem Innenhof, der durch einen von zwei Löwenfiguren bewachten Eingang von der Kwalakhu Road / Ecke Dhalaacha Road aus betreten wird. Dieser buddhistische Tempel ist ein wirklich sehenswerter Tempel, dessen Innenhof-Athmosphäre sehr besonders war am Tag unseres Besuchs...
- Es gibt leider wenige Massageangebote in Patans Altstadt, man muss dafür in den angrenzenden Bezirk westlich ausweichen und die große Straße Yala Sadak überqueren - kein großer Sprung aber ein wenig attraktiver Kiez... Obwohl wir dort eine ganz gute Thaimassage hatten, würde ich nicht meine Hand für deren allgemeine Seriosität in den Ring werfen. Alternativ und auch qualitativ deutlich besser, wenn nicht herausragend, war die Massage der Seeing Hands Nepal in Kathmandus Thamel, wo uns zwei blinde Masseure wirklich klasse massiert haben: Chhusya Galli, Kathmandu 44600, Nepal.
- Wir empfehlen die nepalesische Pathao - Taxi App , die allerdings eine nepalesische Telefon-SIM-Karte voraussetzt, die wir uns unmittelbar am Flughafen besorgt haben. Mit ihr ist es nicht nur einfacher, sondern auch günstiger und sicherer ein Taxi zu buchen... Man gibt in der App das Ziel und seinen (zumeist georteten) Standort an und erhält Preisangebote, die man anklickt und die von den Fahrern in der Nähe nun gebucht werden können. Innerhalb von Sekunden hat sich in Kathmandu/Patan jetzt ein Fahrer gemeldet und prompt kurz durchgerufen. Das ist kurz, schmerzlos und selbst wenn der Fahrer kein Englisch spricht, kein Problem: Man nennt einfach seinen Standort kurz und fertig. Man kann der auf der App nun den Fahrer in der Anfahrt verfolgen, ansonsten lehnt er ab und man versuchts nochmal...
Unsere allgemeinen Empfehlungen zu Kathmandu arbeiten wir im kommenden Beitrag aus!
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