Spuren | WECHSLER und die letzten Tage in Kolumbien - Villa de Leyva und Bogotá

Bericht Nr. 31

 

Moin Moin aus Celle!

Richtig, natürlich liegt Celle  nicht in Kolumbien... Wir sind - wie angekündigt - für eine Zwischenzeit in Deutschland zu Gast, derzeit in Celle, am Südrand der Lüneburger Heide... Und wie erwartet: Auch hier ist es schön! Deutschland  empfängt uns von seiner frühlingshaften Seite... Leider besiegt mich  allerdings zunächst ein Virus und legt mich für drei Tage mal so richtig lahm... Schüttelfrost, 40 Grad Fieber, totale Schwäche. Notaufnahme inklusive, waren die letzten Tage nicht sehr angenehm. Wenigstens scheint es keine kolumbianische Tropenerkrankung, sondern ein stinknormaler deutscher Virus zu sein - egal: Es geht aufwärts und ich kann schreiben.

 

Wir blicken heute nochmal zurück auf die letzten Tage in Kolumbien... Nach gut 10 ereignisreichen und zeitintensiven Monaten in Südamerika kehren wir dem Kontinent vorerst den Rücken und machen 'Urlaub vom Urlaub', bevor wir in den asiatischen Raum wechseln... Vorher waren wir ein zweites Mal in Villa de Leyva, Boyacá  unterwegs und haben die letzten Tage in Bogotá  verbracht.

 

Aber schaut selbst: IN DER SPUR!

 

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City Center Bogotá, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Im Süßigkeitenland: Barbosa und die Bocadillo-Produzenten

Wir verlassen das schöne Barichara, verbringen ein paar Tage in Oiba, Guadelupe  und Socorro und brechen auf nach Villa de Leyva - die vielleicht bekannteste unter den hiesigen Kolonialstädtchen. Doch unterwegs machen wir einen Halt in Barbosa. Die auf 1.600 m Höhe im Süden Santanders, in der Provinz Vélez  liegende Stadt wäre sicher keine Erwähnung wert, würde sie nicht eine Besonderheit Kolumbiens bereithalten: Sie liegt im Zentrum der Bocadillo-Produktion, Kolumbiens  Süßigkeit Nr. 1!

 

Bocadillo ist in Kolumbien allgegenwärtig. Sie liegt in jeder, wirklich jeder Tienda, in den Kiosken und Supermärkten und wird an der Strasse verkauft. Die traditionelle Süßspeise, die aus dem Fruchtfleisch der Guave  sowie Panela - einer aus verkochtem Zuckerrohrsaft gewonnenen Melasse, die ebenfalls zur hiesigen kulinarischen Tradition gehört - hergestellt wird, wird bei niederer Temperatur wie eine Marmelade eingekocht. Der so gewonnene beinahe feste Brei wird in Formen gegossen und in erkaltetem und festem Zustand traditionell in Bijaoblätter verpackt. Eine Tradition, die aber leider heute auch der modernen Plastikverpackung zum Opfer fällt. Ursprünglich ist die Bocadillo in dieser roten Urform produziert worden, höchstens noch mit dem Fruchtfleisch einer weißen Guavenart an den Rändern ergänzt. Heute finden sich zahllose bunte Varianten mit allerlei anderen Fruchtsorten und -farben kombiniert (Kokosnuss, Brombeere, Kaffee) oder mit Arequipe - Dulce de Leche, eine karamellartig schmeckende Milchspeise - veredelt. Die bunten Täfelchen wirken dann oft wie kleine süße Nationalflaggen...

 

Die moderne Variante der Bocadillos - auf dem deutschen Küchentisch... Celle, Deutschland (Foto Jörg Schwarz)
Die moderne Variante der Bocadillos - auf dem deutschen Küchentisch... Celle, Deutschland (Foto Jörg Schwarz)
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Villa de Leyva, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Villa de Leyva, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Und eines ist sicher: Sie schmecken vorzüglich...! Wenn, ja wenn man sie denn nicht - wie es die Kolumbianer mit der Ursprungsvariante gerne tun - mit einem milden Käse kombiniert... Kann man machen, muss man aber nicht! Wie überhaupt die Kolumbianer mit Käse komische Dinge tun... Schon mal probiert: Kakao mit Käsewürfeln? Ganz ehrlich: Uns hat sich ein Mehrwert nicht erschlossen... Na wie dem auch sei: Als wir durch Barbosa fahren, sehen wir in jedem zweiten Geschäft den Verkauf dieser Leckereien und Süßigkeiten, sie sind in der Stadt überall. Wir sehen die kleinen Buden und Verkäufer, wir sehen die kleinen Fabriken und wir sehen uns und andere, die sie liebend gern kaufen... Gut, dass wir kurz halten, denn so können wir uns zum Ende hin noch mal eindecken...

 

Villa de Leyva zum Zweiten - und wir verlieben uns doch noch...

Villa de Leyva besuchen wir bekanntlich zum zweiten Mal. Und siehe da: Die Stadt kann auch Sonne satt... Anders als bei unserem ersten Besuch hier, als es entgegen allen Ankündigungen extrem wechselhaft und feucht-nass war, scheint jetzt meist die Sonne, können wir die koloniale Schönheit aus dem 16. Jahrhundert nun so richtig erkunden und genießen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Stadt zwar noch gut besucht, die Touristenmassen sind aber erstmal verschwunden... Kurz: Man teils sich die wunderbare Stadt jetzt nur noch mit wenigen Menschen...

 

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Einer der größten Plätze Südamerikas, Villa de Leyva, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Villa de Leyva, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Villa de Leyva, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Wir laufen die alten, historischen Gassen mit ihrem groben Pflaster ab, besuchen die wundervollen Plätze und Cafés der Stadt und shoppen nun - zum Ende unserer Reise - auch in den zahlreichen kleinen Souveniergeschäften... Wir laufen bei strahlendem Sonnenschein auch die entferntesten Winkel der Stadt ab, begeben uns in die kleinsten und verstecktesten Gassen und können uns an der wundervollen Architektur dieser kolonialen Ausnahmeerscheinung kaum sattsehen. Je tiefer wir uns hineinbegeben, je länger wir uns mit der Stadt befassen, desto mehr verlieben wir uns zuletzt tatsächlich noch in den charmanten Ort, der bisher für uns klar hinter Barichara zurückstand... Heute hat sich daran zwar grundsätzlich nichts geändert, aber der Abstand hat sich verkürzt: Wir würden von 1a und 1b sprechen...

 

In einer Kategorie liegt Villa de Leyva sogar ganz klar vorn: Kulinarisch. Wir kennen ja schon unsere Favoriten in der Stadt und haben gar keinen Anlass diese hervorragenden Adressen diesesmal auszulassen. Im Gegenteil: Wir nutzen jede Gelegenheit... Jeder Fruchtsaft sitzt - ob aus Feijoa, Lulo oder sonst einer anderen Frucht -, die hiesige Quibbe  wirft mich nach wie vor um, Magda ist von der hiesigen Patacon begeistert... Wir sind jeden Tag im Kumani Restaurant. Natürlich klappern wir auch alle anderen wirklich guten Läden ab und schlemmen uns nochmal so richtig durch Villa de Leyva - die Stadt hat ein klasse Niveau!

 

Am Ende unserer Tage hier wissen wir: Das war eine goldrichtige Entscheidung nochmal hierher zu kommen. Villa de Leyva sollte in Kolumbien nicht ausgelassen werden.

 

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Villa de Leyva, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Das Kumani, Villa de Leyva, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Immer wieder Quibbe... Villa de Leyva, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Zum Abschluss Bogotá - Gold, Gold und nichts als Gold im Museo de Oro

Natürlich gebühren die letzten Tage der Hauptstadt! Wir fliegen von Bogotá, versteht sich. Aber auch diese Stadt ist uns durchaus ans Herz gewachsen, vor allem die alten Straßenzüge Candelarias, ihre guten Cafés und die überall gegenwärtige Streetart, die sich regelmäßig gegenseitig abzulösen scheint, sind ein würdiger Abschluß eines insgesamt 10-monatigen Südamerikatrips... Was kann man da am Ende noch besseres machen, als ein Goldmuseum zu besuchen: Gold - das Metall, das Südamerika  einst zum begehrten Objekt, zum Schlachtfeld gemacht und letztlich kulturell total umgewälzt hat... Im Museo de Oro jedoch wird gezeigt, was die präkolumbischen Völker Südamerikas, respektive Kolumbiens, für fabelhaftes Kunsthandwerk beherrschten... Filigranste Goldschmiedekunst vom Feinsten, religiöse und weltliche Artefakte, historisch interessante und optisch spannende Objekte finden sich hier... Es ist das beste Museum der Stadt heißt es und wir können kaum widersprechen...

 

Wir suchen die letzten Stunden zu nutzen und stöbern durch die Souveniershops. Leider ist es enttäuschend und traurig für uns, wie eigentlich immer in dieser Branche... Wir haben uns echt Mühe gegeben, aber mit dem weit überwiegenden Tand können wir einfach nichts anfangen und die meisten schönen Sachen sind in den hiesigen Läden einfach mehrfach so teuer, wie in den Regionen ihrer Herkunft. Ich frage mich jedesmal, angesichts von hunderten gleicher oder mindestens doch ähnlicher Souveniershops: Wer soll das alles kaufen? Außer uns sehen wir hier - ganz in der Nähe des Goldmuseums - gerade mal ein weiteres Pärchen shoppen... Na ja, ein paar Kleinigkeiten finden wir noch, man mag ja nicht ohne Geschenke nach Hause kommen... Ohnehin werden Kaffee und Bocadillos zu unseren Hauptmitbringseln gehören...

 

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Überall Streetart in Bogotá, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Wundervolle Goldschmiedekunst im Museo de Oro, Bogotá, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)
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Masken aus purem Gold, Bogotá, Kolumbien (Foto Jörg Schwarz)

 

Während wir durch Candelaria laufen, haben wir das Gefühl, dass die Stadt sich seit unserem letzten Besuch schon sehr verändert hat. Überall sehen wir neue Läden aus dem Boden schießen - wir werden sie doch beim letzten Mal nicht übersehen haben? Hier ein neues Café, dort eine Boutique und da hinten eine Kneipe, die wir noch nicht zuvor gesehen haben. Wir sehen Streetart an Ecken, wo sie früher nicht war oder Ecken an denen wir Fotos von Streetart gemacht haebn und wo heute schon ganz andere Bilder hängen... Der studentische Kiez scheint wahnsinnig dynamisch... Es wimmelt von Menschen. Überall Straßenverkäufer, Kleinkünstler und - das ist uns nicht das erste Mal in Kolumbien begegnet - Zeugen Jehovas und andere religiöse Gruppen, die sogar uns in gebrochenem Englisch den wahren Gott lehren, uns doch wenigstens in seine Richtung steuern wollen... Wir lehnen dankend ab, drucken noch unsere Bordkarten aus und trinken in einer Tienda mit lauter Bayern München-Deko ein letztes Club Colombia - eines der hiesigen Biere. Ich frage mich, ob die hier schon vorher Bayernfans waren oder es erst mit der Verpflichtung des Kolumbianers James wurden?

 

Abschied von Südamerika nach 10 Monaten - ein fotografischer Rückblick

Nach 10 Monaten also geht unsere Reise durch Bolivien, Peru und Kolumbien erstmal zu Ende - Sie wird wohl nicht die letzte gewesen sein... Es waren wahrhaftig fantastische Wochen: Atemberaubende Landschaften, imposante Kulturen, fabelhafte Menschen... Wir verabschieden uns erstmal von Südamerika mit ein paar Impressionen der vergangenen 10 Monate (zum Vergrößern anklicken):

 


Empfehlungen

 

Unterkunft

 

Villa de Leyva

Wir waren in Villa de Leyva einmal mehr in unserer bereits empfohlenen Hospedería La Fuente - und waren wieder zufrieden!

 

Bogotá

In Bogotá haben wir einen neuen guten Versuch gestartet und waren sehr zufrieden mit dem Zohar Hostel, Carrera 4 Nr. 9 - 80, Bogotá, Tel. +57 316 2359465. Das Hostel ist sicher in einer alten historischen Altbau-Stadtwohnung untergebracht, hat wundervolle alte und große Zimmer und Bäder, die blitzsauber sind. Dazu ist es extrem günstig, gut gelegen und bietet eine kleine Küche. Nur die Matratzen sollten vom Eigentümer bald mal ausgetauscht werden...

 

Speisen

 

Villa de Leyva

Auch hier gilt: Man kann die bisherigen Empfehlungen unserer früheren Beiträge nicht oft genug wiederholen: Hingehen! Ihr werden von Quibbe & Co begeistert sein...

 

Bogotá

Wir waren auch hier nicht auf Neuentdeckungskurs sind dafür aber immer begeisterter vom Mittagsmenue (Almuerzo - 11:30 - 14:00) im bereis empfohlenen Hibiscus....

 

Allgemeines

 

Bogotá

 

  • Das Museo de Oro ist in Bogotá eigentlich ein must-see. Ihr findet das Goldmuseum, in dem die präkoloniale Geschichte des Landes u.a. anhand seiner Kunsthandwerkskultur dargestellt ist, in der Carrera. 6 Nr. 15 - 88, Bogotá. Das Museum ist sehr kostengünstig und kann einen zwei, drei Stunden binden - je nach Intensität der eigenen Interessen...
  • Beim Souvenir-Shopping - ganz groß übrigens direkt neben dem Goldmuseum - wird sofort klar: Alles deutlich, fast unverschämt  teurer, als in den Regionen Kolumbiens. Ein Beispiel: Die wunderbaren runden Wayú-Taschen bekommt man in der Karibik in Guajira etwa fünffach günstiger... Also besser mal direkt dort und bei den Erzeugern zugreifen, die haben es auch nötiger...

Ausblick

 

Die Spuren | WECHSLER nehmen sich zunächst eine kurze Auszeit von der Reise... Sie werden in der Lüneburger Heide, im polnischen Bydgoszcz  sowie Berlin ein paar Wochen 'Urlaub vom Urlaub' nehmen...

 

In dieser Zeit treffen sie nicht nur ihre Familien, Freunde und Bekannten, verfolgen das Aufbäumen des Bundesligadinos HSV im Abstiegskampf, sondern arbeiten sie auch ihre Erfahrungen in 14 Monaten in Südamerika auf: Unter anderem stellen sie hier demnächst die besten Wander- und Trekkingrouten entlang der Südamerikanischen Anden vor...

 

Zunächst für Einsteiger: "Die Anden - Die besten Wander- und Trekkingrouten für Gemütliche"... Anschließend zwei weitere Folgen für "Gemütliche Anspruchsvolle" und "Anspruchsvolle".

 

In gut einem Monat sind unsere Helden anschließend zurück auf der Piste und in einer neuen SPUR... Sie findet sich in Asien/Australien. Woher soll man das heute so genau wissen?

 

Es bleibt also auf jeden Fall spannend: Bleibt IN DER SPUR!

 



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